Corinne Hofmann: Nein, ich bereue nichts!

(Foto: Agentur)
Bad Blankenburg: Stadthalle | Nein, ich bereue bisher nichts!

Der Allgemeine Anzeiger im Gespräch mit der Autorin Corinne Hofmann

Frau Hofmann am 10. Oktober stellen Sie in der Bad Blankenburger Stadthalle ihren mittlerweile vierten Band, welcher einmal mehr ihre zweite Heimat Afrika thematisiert, vor.
Was unterscheidet das neue Buch von seinen Vorgängern?


Es ist nicht ausschließlich nur die "Barsaloi- Geschichte enthalten, sondern beginnt mit einem spannenden 720km Trekking durch das südlichere Afrika nämlich NAMIBIA. Da ich zu Fuß mit zwei Männern und zwei Kamelen unterwegs bin begegnen wir den noch sehr ursprünglich lebenden Himba Nomadenvolk, was zu lustigen oder kuriosen Geschichten führt. Man lernt diesen Teil von Afrika ebenfalls ein wenig kennen und liest über spannende bis gefährliche Begegnungen mit den Wildtieren.
Der mittlere Teil beschreibt das Eintauchen in den engen Slum von Nairobi, wo ich spannende Lebensgeschichten gefunden habe, die zwar teilweise tragisch sind aber auch eine Mutmachende Entwicklung aufzeigen. Wenn zum Beispiel Frauen mit ihren Kindern jahrelang bettelnd auf der Strasse verbringen mussten und heute plötzlich ein eigenes Haus besitzen oder ein Restaurant mit 62 Angestellten. Das sind Geschichten, die uns hier in Deutschland viel Mut bescheren.

Auf einer gemeinsamen Reise kommt es zur Begegnung und behutsamen Annäherung von ihrer Tochter Napirai mit ihrem Vater Lketinga und seiner Familie in ihrem Geburtsland Kenia. Gab es Berührungsängste und konnte ihre Tochter, auf Grund des Erlebten, ihren damaligen Entschluss nachvollziehen?

Nein meinen Entschluss dort zu leben kann auch sie wie viele andere nicht nachvollziehen. Es ist klar wenn man nicht verliebt ist, ist es nicht zu begreifen, da das Leben sehr, sehr hart ist. Doch eines hat auch meine Tochter sehr erstaunt und zwar die natürliche Neugier und Fröhlichkeit der vielen Kinder. Sie haben keine Spielsachen aber sie scheinen glücklicher. Sie beschäftigen sich miteinander oder spielen mit den jungen Zicklein, werden mit kleinen Aufgaben bedacht um in der Gemeinschaft ihren Platz zu bekommen.

Wenn es ihre Tochter einmal in die Ferne ziehen sollte, was würden Sir ihr raten?

Lebe nach deinem Herzen und Bauchgefühl. Das Erlebte kann dir niemand mehr nehmen. Es macht dich stark.

Wenn Sie ihre ehemalige Heimat damals und heute vergleichen. Was hat sich verändert und was nicht?

Es ändert sich langsam. Durch die Schule werden die Kinder moderner und die alten Traditionen verschwinden langsam. Äußerlich erkennt man es an den Kleider und dem fehlendem Schmuck. Doch es gibt immer noch keinen Strom und deshalb auch noch kein Internet. (Gott sei Dank)

Haben Sie ihren damaligen Entschluss in Afrika zu leben bereut oder würden Sie alles noch einmal genauso machen?

Nein ich bereue es überhaupt nicht. Wenn ich denke was ich erlebt und überlebt habe ist doch ein Wunder. Ich bin Stolz, dass ich meinem Herzen gefolgt bin auch wenn es nicht für ewig gehalten hat, aber es hat mich stark und bis heute glücklich gemacht. Meine Bücher schenken viel Lesefreude, Kraft und tolle Einblicke in eine fremde Welt.

Woher kommt eigentlich Ihre ständige Lust auf Abenteuer?

Das muss wohl in meinen Genen liegen anders kann ich es mir auch nicht erklären. Mein Vater ist auch ziemlich abenteuerlustig auch noch mit 81 Jahren!

Derzeit herrscht in Afrika eine große Hungersnot. Wie kann man den Menschen vor Ort am besten helfen?

Geldspenden ist am schnellsten und Besten und kostet die Organisationen am wenigsten. Sie können entscheiden was am nötigsten gebraucht wird.

Ist ein weiterer Band geplant und wird es für den Besucher vor der Lesung wieder die Möglichkeit geben sich sein Buch signieren zu lassen?

Ich plane meine Bücher nie. Mal sehen was sich wieder ereignet in meinem Leben- wenn's in ein paar Jahren reicht für ein neues Buch warum nicht (schmunzel).
Ich signiere vor und nach der Lesung die Bücher- jeder bekommt eine Signatur ins Buch- ich freue mich auf die Veranstaltung.


Danke für das Gespräch.

Das Gespräch führte Roberto Burian
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