Der Alltag der Kriegskinder - Ein bewegendes Zeugnis

Claudia Streitberger mit dem druckfrischem Buch vor einem Foto in der Saalfelder Sonderausstellung. Foto: Horst Weidler
Ein bewegendes Zeugnis

Claudia Streitberger gibt Einblick in den Alltag der Kriegskinder

SAALFELD. „Zahlreiche Saalfelder sind mit Wort und Bild vertreten, berichten über diese vergangene Zeit“, betont Claudia Streiberger.
Die Mitarbeiterin des Stadtmuseums hat einen Bildband, ergänzend zur Sonderausstellung „Fundstücke. Kriegskinder – Lebenswege bis heute“, zusammen gestellt. Er gewährt einen Einblick in den Alltag der Kinder in der Zeit von 1930 bis 1950. „Mehr als zweihundert bisher zumeist unveröffentlichte Fotografien und eindrucksvolle Dokumente zeigen das tägliche Leben der Jüngsten in der Diktatur, im Krieg und in den Nachkriegsjahren“, so die Autorin.
Die veröffentlichen Dokumente stammen vorwiegend von Privatpersonen. Sie sind nicht nur persönliche Dokumente, sondern die Aufzeichnungen, Briefe und Fotos sind festgehaltene Geschichte. Sie sind ein Spiegel der Zeit, berichten vom organisierten Alltag der Kinder in der Hitlerjugend in den 1930er-Jahren, zeigen Aufnahmen vom Saalfelder Jungvolk oder dem Bund Deutscher Mädel bei Sportfesten, Zeltlagern, Arbeitseinsätzen oder Sammelaktionen.
Das Buch ist ein gut ausgewähltes Sammelsurium auf 160 Seiten. Alle Facetten des damaligen Alltags wurden zusammengefasst. Fotos von spielenden Kindern auf der Straße oder dem besuch des Volksfestets zeigen deutlich, dass zunächst die Gedanken an den Krieg vor der Haustür noch nicht in den Köpfen der Saalfelder war. Doch auf den hinteren Seiten finden sich dann doch Interviews mit Zeitzeugen oder Briefe an die Väter an der Front wieder. Sie spiegeln die Empfindungen der Kinder und Jugendlichen während der zunehmenden alliierten Bombenangriffe ab 1942 wider. Seltene Fotografien zeigen Kinder auch als Flakhelfer oder bei der Brandwache.
Ein weiters Kapitel ist die Nachkriegszeit. Das Schicksal der vertriebenen Kinder und ihrer Familien nach dem Krieg dokumentieren persönliche Berichte von Flüchtlingskindern, Auszüge aus Quartierheften oder Fotografien von Sammelunterkünften wie dem Gasthaus „Hirsch“. Den zunächst schwierigen Alltag in der Nachkriegszeit zeigen Aufnahmen von Kindern beim Brennholzsammeln oder vom provisorischen Unterricht in den stark zerstörten Schulgebäuden. Aber auch die wiederkehrenden Freuden des Alltags wie das Spielen im Freien, der Besuch des Puppentheaters der „Roland-Bühne“ oder das Planschen im wiedereröffneten Freibad, werden dem Leser präsentiert.

INFOKASTEN:
Claudia Streitberger, Jahrgang 1957, ist wissenschaftliche Mitarbeiterin und stellvertretende Leiterin des Stadtmuseums Saalfeld und eine profunde Kennerin der Geschichte Saalfelds.
Das Buch „Kriegskinder. Kindheit in Saalfeld 1930 bis 1950“ ist in der Reihe Archivbilder im Sutton Verlag erschienen.
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