Ein Erfolgsjahr für die Schwarzburg-Rudolstädtischen Enklave Reschwitz

Neu renovierte Kirche Reschwitz
 
Neu renovierte Kirche Reschwitz Innenansicht Altarraum
 
Der Don Kosaken Chor Serge Jaroff unter der Leiter von Wanja Hlibka
Das Jahr 2014 war für das kleine Örtchen Reschwitz ein ganz erfolgreiches.
Jetzt wo überall Resümee gezogen wird will ich es für diese kleine Gemeinde tun, insbesondere im Focus von zwei für die Gemeinde wichtigen Standorten.
Das ist zum einen der „Edelhof“ und zu anderen die Kirche des Ortes.

Wie komme ich dazu, komme ich doch aus Rudolstadt und Reschwitz liegt bekanntermaßen als niedrigster Ort den Gemeinde Saalfelder Höhe westlich an der Saale und südlich von Saalfeld.

Nun könnte man ja ganz einfach sagen, Reschwitz gehörte bis 1918 als Ort unter Leutenberger Amtsgerichtsbarkeit und Leutenberg gehörte zur Oberherrschaft des Fürstentums Schwarzburg Rudolstadt.
Ja, das ist richtig, aber nicht mein Grund.

Mein Grund liegt darin, dass es einen großen Reschwitzer Sohn gibt, der leider in den Geschichtsbüchen so gut wie gar nicht vorkommt, aber mehr als dazu ein Recht hätte.
Es ist Carl Christoph von Lengefeld, dessen Familie mit zu den ältesten Adelsfamilien im Schwarzburgischen und von da aus als die Herren auf Reschwitz und Pippelsdorf ab 1350 über mehrere Generationen eingesetzt waren, Carl Christoph von Lengefeld war Oberjäger und Oberforstmeister für die gesamte Ober, -und Unterherrschaft des Fürstentums Schwarzburg-Rudolstadt und Vater von Charlotte und Caroline von Lengefeld.

Zum Edelhof und Carl Christoph von Lengefeld berichtete schon mehrfach die OTZ, aber auch ich mit meiner Radiosendung bei Radio SRB „Geschichte und Geschichten aus dem Städtedreieck und darüber hinaus, mit Gunter Linke und Gästen“, im November 2013 und Februar im Sendestudio und September 2014 vom Rudolstädter Barockfest, wo es in einer nachgestellte Szene von Prof. Grieser zur Bestallung des jungen Carl Christoph von Lengefeld als Page am Hof des Fürsten Friedrich Anton von Schwarzburg Rudolstadt im Jahr 1728 kam.
Dieses geschah als Einleitung für die große Festveranstaltung anlässlich des 300. Geburtstages von Lengefelds am 17. Mai 2014 auf dem Gelände des Edelhofes Reschwitz und zu einem Festgottesdienst in der Reschwitzer Kirche kommt, unter deren Altar die alte Gruft derer von Lengefeld liegt.

Nun lud mich Herr Roland Beyer zum 03. 12. 2014 in die eben bis dieses Jahr neu restaurierte Reschwitzer Kirche zu einem Weihnachtskonzert mit dem berühmten Don Kosaken Chor Serge Jaroff unter der Leitung von Wanja Hlibka ein.

Man stelle man sich vor, dieser Chor, der heute auch große Konzerthallen wie die Musikhalle Hamburg, die Messehalle Frankfurt/Main, die Philharmonie Köln oder das Gewandhaus Leipzig bespielt, kommt plötzlich in die kleine Gemeinde Reschwitz.

Dieser Abend mit Weihnachtsliederen eingeleitet vom Organisten Ludwig Fischer wurde ein grandioses Konzert.
Bevor es aber zu diesem wurde, ist noch der Reschwitzer Familie Ullrich zu danken, die die Kosaken mit Salz und Brot in ihren Haus begrüßte, ihnen eine Vorbereitung und Umzugsunterkunft anbot und sie auch nach dem Konzert wieder verköstigte, so dass der Chor dann noch am späten Abend zum nächsten Auftrittsort, nach Chemnitz aufbrechen konnte.

Nach dieser überaus herzlichen Begrüßung ließen die 20 Sänger mit ihren glockenklaren und kräftigen Stimmen nicht nur die Kirche erschallen.

Chapeau! Chapau! Chapeau!

Allein 8 Solisten vereinigt der Chorleiter Wanja Hlibka im Chor.
Und nochmals Danke für den überaus schönen und unvergessenen Abend.

Большое спасибо вам донские казаки

Die russische Seele in den Liedern, darunter sehr bekannte, wie die Moskauer Nächte, das Glöckchen und andere mehr, aber auch unbekannte Kirchenchöre erwärmten die Herzen aller Anwesenden.
Mein persönliches Highlight das Schlaflied "Guten Abend, Gute Nacht" in deutscher Sprache.
Was für ein Ereignis.

Das waren die ersten beiden großen Jahreserfolge der Gemeinde.
Dieses großartige Konzert ist einzig Herrn Roland Beyer zu verdanken, der von 1990 bis 1999 Bürgermeister der Gemeinde war, eben diesen Chor 1999 schon einmal verpflichten konnte und die sich nun wiederum an diesen freundschaftlichen Termin vor 15 Jahren erinnern konnten und ohne große Bedenken ja sagten und die mit 120 Besuchern bis auf den letzten Platz gefüllte Kirche restlos begeisterten und zu Beifallsstürmen animierten.

Aber ein noch viel größeres Ereignis überraschte die nach dem Konzert aus der Kirche strömenden Gäste.
Über dem nun wieder komplett von Wildwuchs freigeschnittenen Edelhof, brannte am Kran der „Bennert“ Denkmal, -und Bauwerksanierungs GmbH ein Licht und zeigte an dass das Dach, welches noch vor wenigen Tagen in einem mehr als bedauernswerten Zustand war, nun komplett geschlossen ist um nicht weiterhin Feuchtigkeit ins Haus zu lassen.
Exakt vor einem Jahr am 1. Advent traf sich Herr Beyer mit dem Inhaber der Bausicherungsfirma Prof. Wulf Bennert, der zudem noch der 1. Vorsitzender des Denkmalverbundes Thüringen ist am Reschwitzer Edelhof, wo Prof. Bennert sagte, das es eigentlich schon 5 nach 12 und nicht 5 vor 12 sei.

Und am 03. Dezember, also ein Jahr später, ist das Dach und somit der Edelhof gesichert.
Auch dieses eine einfach großartige Leistung, die wir hauptsächlich wiederum dem Initiotor und täglich an dieser Sisyphusarbeit nicht unterzukriegend tätige Roland Beyer zu nennen.

Nicht vergessen möchte ich an dieser Stelle Herrn Prof. Dr. Dr. Dr. h. c Gundolf Keil, seines Zeiches Medizinhistoriker an der Uni Würzburg zu erwähnen, wie auch vom Thüringer Forstverein Prof. Häuser, die sich ebenso für dieses Projekt und zu gründete Carl Christoph zu Lengefeldstiftung einsetzen.

Auch meine, die am 09. Dezember ab 20:05 Uhr beim Radio SRB laufende Sendung „Geschichte und Geschichten“ wird mit Prof. Dr. Dr. Dr. h.c Gundolf Keil und Herrn Roland Beyer zum Thema Carl Christoph von Lengefeld und Edelhof Reschwitz im Jahresrückblick und Vorschau auf die Festveranstaltung am 17. Mai gestaltet.

Ich wünsche Herrn Beyer und allen seinen Mitstreitern ein friedliches und schönes Weihnachtsfest wünschen, sowie viel Gesundheit, Kraft, Ausdauer und eine ordentliche Portion Bauernschläue für diese wunderbare Projekt.
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2 Kommentare
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Renate Jung aus Erfurt | 10.12.2014 | 14:11  
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Hannelore Grünler aus Artern | 11.12.2014 | 18:16  
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