"Heut geht es an Bord": Seemannslieder mitten im Wald mit dem Shantychor Geraberg

Bernd Kretschmar (links) und Norbert Stelzner halten die Taue des Chores fest zusammen.
 
Der Shantychor Geraberg in voller Besetzung. (Foto: Stelzner)
Geraberg: Shantychor | Am Anfang war die Liebe zur See. Im Gepäck hatte NorbertStelzner ein Akkordeon und eine Handvoll maritime Lieder. „An der Nordseeküste“ oder „Heut geht es an Bord“ stimmte er gern bei geselligen Abenden im „Geraberger Liederkranz“ an und fand zahlreiche Mitsänger. „Um die Bewerbung meines Heimatortes Angelroda im Ilm-Kreis für die MDR-Aktion »Frühstück für ein ganzes Dorf« attraktiv zu gestalten, gründeten wir im März 2011 einen Shantychor – mitten im Thüringer Wald. Mit der Probenarbeit wurde sofort begonnen“, erzählt Norbert Stelzner. Den Zuschlag für das Frühstück gab es nicht, doch der Chor ist geblieben.

Die Chormitglieder leben seitdem ihre Leidenschaft für maritime Musik aus, auch ohne direkten Bezug zu großen Schiffen und hohen Wellen. „Wir haben nur die Wasserleitung und ein kleines Flüsschen, die Zahme Gera, im Ort. Das brachte unseren Sänger Jürgen Kraußer auf die Idee, einen regionalen Text auf »An der Nordseeküste« zu schreiben. Unsere Hymne heißt nun »An der Zahmen Gera, im Thüringer Land«.“ Ansonsten haben es den Sängern vor allem die alten Seemannsschlager von Freddy Quinn und Hans Albers angetan. Sie singen mit Hingabe über Liebe, Treue, Enttäuschung oder schwer mit Schätzen beladenen Schiffen.

Sind alle Seemänner im Shantychor Geraberg an Bord, erklingen 18 kräftige
Männerstimmen. Der älteste „Seebär“ ist fast 80 Jahre. Den richtigen Ton gibt stets der Kapitän, Norbert Stelzner am Akkordeon, vor. Mehr als 20 Titel gehören momentan zum Repertoire. Die 16 schönsten davon werden im April auf der ersten eigenen CD veröffentlicht.

Als künstlerischer Leiter hat Norbert Stelzner stets viel zu tun, die einzelnen Stimmen wie Bass und Tenor müssen koordiniert und die Instrumente, Akkordeon, Bassgitarre und Rhythmusgitarre, arrangiert werden. Für
den Hobbymusiker ist dies kein Problem – seit seiner Jugend gehört Musik
für den ehemaligen Ingenieurpädagogen zum Leben dazu.
„Momentan schreibe ich gerade einen deutschen Text zu „I am Sailing“, denn die älteren Herrschaften haben es nicht so mit der englischen Sprache.
Unser Lied wird dann heißen: Wenn wir fahren.“ Auch ein eigenes
Lied ist in Zusammenarbeit mit Enrico Schmidt (Text) entstanden. Es heißt „Warum fährt der Hein zu Weihnachten heim“.

Auch wenn die Küste weit entfernt ist, erfreut sich der Chor in Thüringen immer
größerer Popularität. Mit ihren blau-weiß gestreiften Seemannshemden, weißen
Hosen und roten Tüchern sehen die Männer sehr authentisch-maritim aus. „Unseren größten Auftritt hatten wir im vergangenen Jahr auf der Naturbühne Steinbach-Langenbach vor mehr als 800 Zuschauern im Rahmen einer
Musikantenparade. Auch beim Bordfest der Thüringer Hochseefischer sind wir gern gesehene Gäste.“

Um auch das jüngere Publikum zum Mitsingen zu motivieren, probt der Chor
momentan den bekannten Titel „Santiano“ der erfolgreichen gleichnamigen Band. Mit ihren durchschnittlich 67 Jahren haben die Sänger auch hierbei viel Freude.

Ein großes Ziel verfolgen die Männer vom Shantychor Geraberg noch: ein Konzert an der Waterkant. „Vielleicht werden wir als Exoten auch einmal in den Norden eingeladen“, sagt Stelzner schmunzelnd. Als aktiver Bürgerreporter
auf unserem Online-Portal www.meinanzeiger.de wird er weiterhin über die Aktivitäten des Chores berichten.

KONTAKT
Norbert Stelzner, Telefon 036207/48988;
Bernd Kretschmar, Telefon 03677/894908

Weitere Informationen:
http://www.meinanzeiger.de/arnstadt/kultur/3-jahre...
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