Hinter Kirchenkulissen in Saalfeld: Pfarrer Hansjürgen Dehne gibt Einblicke in 500 Jahre Johhanneskirche

Verzierung an einem Sarg in der Fürstengruft.
 
In der Füsrtengruft stehen einige wertvolle Särge.
Saalfeld/Saale: Johanneskirche |

Die Johanneskirche in Saalfeld zählt mit zu den bedeutendsten Kirchen in Thüringen. Sie ist die größte gotische Hallenkirche, erbaut im späten 14. Und 15. Jahrhundert. Ihre vorläufige bauliche Vollendung war im Jahr 1514, also genau vor 500 Jahren. Auch wenn der heutige Pfarrer Hansjürgen Dehne davon 498 Jahre nicht direkt miterlebte, so weiß er doch einiges Interessantes über das ihm anvertraute Gotteshaus, direkt neben dem Saalfelder Marktplatz, zu berichten.

Steinerne Chronik:

Am 14. August 1514 wurde der Hohe Chor der Johanneskirche eingeweiht. Dies ist in Latein auf dieser Tafel im Chorraum zu lesen.

Dunkles Geheimnis:

Im Jahr 2008 entdeckte ein Dachdecker bei Dacharbeiten zwischen Müll und Dreck auf den Gewölbekappen über dem Kirchenschiff menschliche Überreste. Wie die Gerichtsmediziner in Jena herausfanden, handelte es sich dabei um eine Frau von 34 bis 38 Jahren, deren Todeszeitpunkt zwischen 1870 und 1920 lag. Die Staatsanwaltschaft nahm Ermittlungen zur „Toten auf dem Dach“ auf, die allerdings zu keinem Ergebnisse führten. Als „Die unbekannte Frau“ hat sie nun ihre letzte Ruhestätte in der Kirche links neben dem Haupteingang gefunden.

Fantastische Aussicht:

Im Turm gab es eine winzige Wohnung, die bis Anfang der 30-er Jahre der letzte Türmer bewohnte. Er genoss einen fantastischen Ausblick über Saalfeld und die Umgebung. Der Nachteil: Der Aufstieg war anstrengend, über knapp 150 Stufen. Heute finden in den kleinen Räumen besondere Veranstaltungen statt. Geplant ist in diesem Jahr auch ein einwöchiges Probewohnen der Künstlerin Brigitte Gmach, Österreich, einer Nachfahrin Caspar Aquilas, in den kleinen Räumen.

Seltene Einblicke:

Hinter dem Altar geht es über einige Treppenstufen hinab zur Fürstengruft, mit prunkvollen Särgen der ansässigen Herzöge und ihrer Familienmitglieder. Diese sind zum Schutz heute teilweise abgedeckt. Für den Besucherverkehr sind diese zwei Räume nicht zugänglich.

Bau beendet:

Am 23. März 2014 wurde mit einem Festgottesdienst die Veronikakapelle nach umfangreichen Baumaßnahmen und Restaurierungen wieder eingeweiht. Sie ist ein Anbau an der Nordseite der Kirche. Der Altar ist der letzte erhaltene von ursprünglich sechs Schnitzaltären. Er zeigt die Geschichte der Veronika, die Jesus auf seinem Weg zur Kreuzigung Blut und Schweiß abwischte. Dieser Raum soll ein Ort der Stille werden.

Bunte Holzringe:

Kurz vor dem Altar hängen verschieden große, bunt gestaltete Holzringe von der Decke. Darauf haben sich die verschiedenen Gruppen der Kirchgemeinde im Jahr 2012 künstlerisch verewigt. Sie symbolisieren die Vielfalt der Menschen, die doch ihre Gemeinsamkeit im Glauben haben. Die Aufhängung erfolgt über ein sehr langes Seil, welches auf dem Dachboden befestigt ist.

Besondere Veranstaltungen:

17. April, 19.30 Uhr, Aufführung der Matthäuspassion
23. Mai, 19 Uhr, John's Night
14.+15. Juni, Kirchenfest
24. Juni, ab 16 Uhr, Johannisfeuer vor der Kirche

Öffnungszeiten zur Besichtigung:

Mai bis Oktober, Montag bis Freitag 11 bis 16 Uhr, Samstag/Sonntag/Feiertag 13 bis 16 Uhr

Weitere Informationen: Johanneskirche Saalfeld
1
1
1
1
1
1
1
1
2
1
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Lesen Sie auch die Bildkommentare zum Beitrag
2 Kommentare
12.762
Renate Jung aus Erfurt | 17.04.2014 | 23:17  
9.688
Hannelore Grünler aus Artern | 23.04.2014 | 06:20  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige
Anzeige