Leidenschaft für Papiergeld: Stefan Lippert sammelt alte Geldscheine, Wertpapiere und Rechnungen

Stefan Lippert zeigt ein besonders regionales Stück aus seiner Sammlung: Eine Aktie vom Reichmannsdorfer Goldbergbau aus dem Jahr 1923 mit passenden Couponscheinen. Dies ist zu sehen in der neuen Ausstellung im Gemeindeamt Piesau.
Piesau: Gemeindeamt | "Mein BMW steht im Hobbyzimmer. In zehn Ordnern verwahre ich meine Millionen“, sagt Stefen Lippert schmunzelnd. Denn in diesen befinden sich seine „Schätze“ - alte Geldscheine von 1829 bis 1989, Wertpapiere und Rechnungen - genauestens sortiert und gelistet. Einige davon sind sogar millionenschwer, wenngleich der Wert heute nur noch ein ganz geringer Bruchteil ist. Ein ganz besonders schönes Stück hängt gerahmt an der Wand, eine alte Verleihungsurkunde für einen Musketier-Leutnant.

Begonnen hat die Sammelleidenschaft von Stefan Lippert im Jahr 1996. „In Römhild entdeckte ich auf dem Kalten Markt Konvolut-Geld aus der Inflationszeit. Das hat mich so fasziniert, dass ich es gekauft habe.“ Zuhause erinnerte sich Stefan Lippert daran, dass ihm auch sein Großvater eine kleine Sammlung vererbt hatte. Der Piesauer beschäftigte sich von nun an intensiver mit den alten Scheinen und Papiern. Auf Floh- und Trödelmärkten sowie Börsen beschaffte er sich viele weitere Exemplare. „Ich liebe es, alte Schätze aufzuspüren und fahre dafür sogar bis nach München auf die Numismata, eine internationale Münzenmesse mit Banknoten- und Wertpapierbörse.“ Zu sammeln gibt es viel, allein die Liste an Scheinen in der DDR-Zeit ist lang, denn neben den normalen Geldscheinen gab es LPG-Geld, Schiffsgeld, Firmengeld, Gefängnisgeld, Euroschecks oder Hotelgeld. „Diese Dinge begeistern mich besonders. Ich bin bestrebt, hierbei meine Sammlung immer weiter zu vervollständigen.“

Jedes neu erworbene Stück Papier ist für den Sammler wie ein neues Buch, es lässt sich viel darin lesen: Wie viele Unterschriften sind darauf? Was für Wasserzeichen verbergen sich? Ist der Farbdruck akkurat? Genaue Auskunft darüber geben Kataloge. „Damit kann ich genau feststellen, wie wertvoll der Neuerwerb wirklich ist.“ Neben den Geldscheinen sind es auch alte Urkunden, Schriftstücke und Rechnungen, die mit zur Sammlung des Piesauers gehören. Dabei ist er vor allem auf der Suche nach Dingen, die einen regionalen Bezug haben. Sein ältestes Stück Papier hat dies zwar nicht, ist aber trotzdem spannend: Ein Brief von 1627 aus dem 30-jährigen Krieg. Der Inhalt lässt darauf schließen, dass ihn ein Soldat aus einem Feldlager geschrieben hat.

Der Austausch mit Gleichgesinnten ist Stefan Lippert sehr wichtig. Seit dem Jahr 2000 ist er im Sonneberger Münzverein, wenngleich er hier der Einzige ist, dessen Leidenschaft nur dem Papiergeld gilt. Der 64-jährige gehört mit zu den Jüngsten im Verein. Damit er seine Sammlung einmal weitergeben kann, versucht Stefan Lippert bereits jetzt, seinen siebenjährigen Enkelsohn dafür zu begeistern.

Die schönsten Stücke seiner Sammlung sind momentan bei einer Ausstellung im Piesauer Gemeindeamt zu sehen. Ebenso alte Ansichtskarten von Piesau und Lichte. Diese hat seine Frau Siegrid beigesteuert.


Austellung:
Zeitdokumente - Alte Geldscheine und Ansichtskarten von Stefan und Siegrid Lippert, Gemeindeamt Piesau, Straße des Friedens 13
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2 Kommentare
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Hannelore Grünler aus Artern | 26.03.2014 | 20:00  
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Renate Jung aus Erfurt | 28.03.2014 | 10:49  
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