Neues Klangerlebnis: Zahlen und Fakten zur Generalsanierung der Johann-Friedrich-Schulze-Orgel in Allendorf

Pfarrer Thomas Volkmann erfreut sich an der neuen Klangfarbe seiner Orgel: „Mit unserer Orgel lässt sich die gesamte Literatur von Johann Sebastian Bach oder Mendelson spielen. Ich bin noch nicht an die Grenzen der Spielbarkeit gestoßen.“
Allendorf: Heilig-Kreuz-Kirche | - 1820 baut Johann Friedrich Schulze die Orgel als Muster seines Könnens spielfertig in seiner Werkstatt in Milbitz auf. Er experimentiert mit neuartigen Bauprinzipien. Im „Allgemeinen Anzeiger der Deutschen“ inseriert er damit und lädt zu Besichtigung und Vorführung ein.

- 1821 erwirbt die Gemeinde Allendorf für die neu gebaute Kirche diese Orgel. Kaufbelege und Rechnungen sind dazu bisher noch nicht gefunden worden.

- 1164 Pfeifen und 16 Register sorgen für den schönen Klang der Orgel.

- 16 Fuß ist die größte Pfeife hoch. Es ist das tiefe C.

- 54 Töne gibt es je Klaviatur. Sie ist doppelreihig. Mit dem Pedal lassen sich noch einmal 27 Töne direkt anspielen.

- 5-fach Mixtur ist ungewöhnlich für eine Orgel dieser Größe. In zwei Registern erklingen für jeden Ton fünf kleine Pfeifen.

- 49 Prospektpfeifen aus Zinn werden 1917 für Kriegszwecke ausgebaut.

- 47 Jahre gab es keine größeren Restaurationen oder Reinigungen an dieser Orgel. Das Leder ist porös, der Kleber verliert seine Klebkraft. Kälte und Hitze, Feuchtigkeit und Trockenheit setzen dem Holz zu. Das Instrument verliert seinen Klang, ist verstimmt.

- 14.11.2011 wird die Orgel komplett ausgebaut. Nur noch der Spieltisch und der Blasebalg bleiben stehen.

- 23 Monate dauert die Generalsanierung.

- 151.000 Euro Kosten fallen für die Restaurierung des Orgelwerkes an. Dazu kommen noch einmal 8100 Euro für das Orgelgehäuse.

- 7 Wochen dauert der Einbau des Instrumentes an seinen ursprünglichen Platz, der im August 2013 beginnt. Am 20. Oktober 2013 erklingt die Orgel wieder in ihrer alten Vielfalt - komplett mit allen Pfeifen.

- 440 Hertz beträgt jetzt die Stimmtonhöhe beim Kammerton A. Das ist wichtig, um mit anderen Instrumenten zusammen spielen zu können. Vorher lag dieser bei 439 Hertz.


Hintergrund:
- Johann Friedrich Schulze (1793 – 1858) stammt aus Orgelbaufamilie in Milbitz
- seine erste Orgel baut er für Kirchgemeinde in Horba, 1820 die Orgel in Allendorf
- Umbau der Trampeli-Orgel in Stadtkirche zu Weimar macht ihn über Thüringen hinaus bekannt
- erste Großorgel entstand 1841 in Wismar, 1849 im Bremer Dom und 1854 im Lübecker Dom
- Orgelexporte nach England, Baltikum, Ungarn und nach Amerika
- Johann Friedrich Schulze wird einer der berühmtesten Orgelbauer in Europa seiner Zeit
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