Plötzlich Gewitter - Moderne Technik im «Haus der Natur» in Goldisthal

Ausstellungsleiter Michael Rahnfeld zeigt sein Lieblinsstück - zwei im Kampf verharkte Hirsche, die nicht mehr voneinander los kamen.
Goldisthal: Haus der Natur |

Major Ernst Ludwig von ­Damnitz ist zurück. Der edle Herr, Erbauer des einstigen Logierhauses für Goldsucher in Goldisthal (1736), hat wieder an seinem Stammtisch Platz genommen. Jedem, der sich zu ihm gesellt, erzählt er seine Geschichte. Wenn es sein muss, bis zu hundert Mal und mehr am Tag - die moderne Technik macht's möglich. Die lebensecht wirkende Figur ist ein sensorgesteuertes und sprechendes Ausstellungsstück im neuen «Haus der Natur» in Goldis­thal.?

Das obere Schwarzatal mit seinem Wurzelberg ist seit Jahrhunderten eine Region mit beeindruckender Natur und reichem Sagen- und Legendenschatz. Das brachte Andreas Girbardt, Bürgermeister von Goldisthal, 2008 auf die Idee, das leerstehende, historische Logierhaus vor dem Abriss zu bewahren: «Gemeinsam mit dem Artus Atelier in Erfurt haben wir die Idee von einem modernen Haus der Natur umgesetzt. Wir haben die technischen Möglichkeiten voll ausgeschöpft. Damit sind wir einzigartig in Thüringen.»

Im Erdgeschoss geht es per Filmreise durch die Natur am Wurzelberg und das Leben im Wald. Eine Etage darüber beeindruckt ein Flusslauf, bei dessen Durchquerung garantiert keiner nasse Füße bekommt. Dies ermöglicht eine Infrarotprojektion, die mit echten Wassergeräuschen und ausweichenden Fischen aufwarten kann. In einem toten Baumstamm versteckt sich per Monitor eine Schlange. Laubfrosch, Moorfrosch oder Erdkröte geben per Knopfdruck Laute von sich oder Tiere der Nacht erwachen beim Anleuchten mit der Taschenlampe. In der oberen Etage fühlt es sich unter dem Blätterdach wie in einem echten Wald an. Alle zwölf Minuten folgt ein Wechsel vom Tag zur Nacht, verbunden mit den jeweiligen Geräuschen des Waldes. Und manchmal kommt auch akustisch ein Gewitter vorbei.

Das Lieblingsstück von Ausstellungsleiter Michael Rahnfeld ist eine nachgestellte Szene zweier Hirsche, deren Geschichte sich 1981 am Wurzelberg zugetragen hat: Dorfbewohner entdeckten am 23. September einen Zwölfender und einen Vierzehnender im Bachlauf, die so ineinander verhakt waren, das sie nicht mehr loskamen. Jäger Joachim Werner konnte die verwundeten Tiere nur mit einem Fangschuss erlösen. Er behielt die Geweihe und hat sie jetzt als Dauerleihgabe dem Haus der Natur zur Verfügung gestellt.

Viele weitere Objekte zum Thema Natur lassen sich in den Ausstellungsräumen ertasten, erfühlen und entdecken. Wer nach dem Rundgang noch verweilen möchte, kann neben Major Ernst Ludwig von Damnitz Platz nehmen und seinen Erzählungen lauschen.

Kontakt: www.hausdernatur-goldisthal.de
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Renate Jung aus Erfurt | 21.02.2014 | 18:00  
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