Residenzschloss Heidecksburg lud zum 7. Barockfest

 
In Kürze werden die ersten Gäste erwartet
 
Petrus ist heute recht trübsinnig und feucht
Fürst Friedrich Anton von Schwarzburg-Rudolstadt nebst Gattin Christine Sophie, frühere von Ostfriesland, luden heuer nun schon zum 7. Mal ein, oberhalb ihrer Residenzstadt Rudolstadt, im, auf dem Bergsporn des Hainberges gelegenen Schlosses Heidecksburg, zu Gast bei einem der erlesensten Barockfeste Deutschlands zu sein.
Diesmal sogar an zwei Tagen, es begann schon nämlich am Freitag, den 12. September zur Einstimmung mit dem Vorabendkonzert „Diamanten der Klassik“ von und mit dem Starpianisten Felix Reuter am Flügel im illuminierten Festsaal der Heidecksburg und dem anschließenden Konzertausklang auf dem Burghof mit „Saale-Brass“ unter Daniel Vlad.
Mit 200 Gästen war der Große Festsaal sehr gut gefüllt und die Melodien und die Art und Weise wie Thüringer Felix Reuter Beethoven, Bach, Liszt, Mozart , Strauss, Tschaikowski und die Moderne von heute miteinander verknüpft, war einfach ein Hochgenuss.
Besser konnte man dieses 7. Barockfest, welches am nächsten Tag ab 15:00 Uhr beginnen sollte, nicht einstimmen.

Auch wenn Petrus dieses Jahr schein, -und sichtbar trübe gestimmt war, prunkte es dann am Samstag doch wieder so formidable, wenn ich mal die Sprachform der Bewohner und Herrscher der „Schlösser der gepriesenen Insel“, verwenden darf, dass es eine reine Freude war.
Logisch sich deren Sprachduktus anzunehmen, fußt doch das Rudolstädter Barockfest auf der Dauerausstellung in der Heidecksburger Hofküche „Rokoko en miniature“, Barock lebendig werden zu lassen.

Die illustren Gäste aus nah und fern, selbst vom Schweizer Fernsehen, ließen sich trotz des fehlenden Sonnenscheins nicht abhalten, reisten entweder zu Fuß, Ross, Pferde, -oder Motorkutsche an und bevölkerten zu Hauf den Schlosshof, um sich gespannt umzuschauen, wer wohl alles zum Hofball erscheint, um verschiedentlich ein freudiges Wiedersehen mit Bekannten zu feiern, ein Tässchen Coffeè oder ein anderes schöngeistig sprudelndes Getränk zu sich zu nehmen und natürlich, um zu flanieren und den lieblichen Klängen vom Barockensemble „Les Matelots“ zu lauschen.

Pünktlich 16:30 Uhr ertönten vom Balkon des Schlosses die Fanfaren und der Direktor des Thüringer Landesmuseums, Dr. Lutz Unbehaun begrüßte alle Gäste und eröffnete somit das Fest.
Nach dessen Grußworten übernahm wie jedes Jahr der Hofmarschall Rudolf von Schwatzburg mit viel Eloquenz, Pläsir und Taktgefühl den weiteren Fortgang des Feierlichkeiten und lud als Erstes alle Gäste zur „Fürstlichen Audienz“ in den Großen Festsaal ein.
Schnell füllte sich der wunderbar illuminierte Festsaal und es dauerte auch nicht mehr lange, da erschienen auch schon Fürst Friedrich Anton mit Pagen, dessen Gemahlin Christine Sophie mit ihrer Kammerzofe, sowie Kanzler, Geheimrat Georg Ulrich von Beulwitz.

Zuerst wurde noch ein wenig politisiert, aber dann begann die mit Spannung erwartete Audienz, zu der ca. 20 Personen erwartet wurden.
Einer der Höhepunkte während der Audienz war die Ernennung des Geraer Grafikdesigners Mirko Albrecht, dem Erfurter Metallrestaurator Thomas Wurm und dem Kieler Professor für Geschichte Helmut Grieser zum „Chevalier de la noble passion du chateau Heidecksburg“ für besondere Verdienste um Schloss Heidecksburg.

Den feierlichen Abschluss der Fürstlichen Audienz sollte die Bestellung des jungen, gerademal 14 jährigen Carl Christoph von Lengefeld zum fürstlichen Pagen bilden, wie es Reichsgraf Gotter dem Fürsten Friedrich Anton vorschlug.

Der junge von Lengefeld musste sich einige Fragen des Fürsten zur Schwarzburgischen Geschichte gefallen lassen, schlug mit seiner Antwort auch einmal fehl, aber die Gunst der Fürstin und die Zusprache Gotters erweichten den bis dahin unentschlossenen Fürsten, dem dann auch noch ein Traum in den Sinn kam, in dem er Carl Christoph von Lengefeld sah, wie er den Fußstapfen seines Vaters, Landeshauptmann und Oberforstmeister Berndin Alexander von Lengefeld später folgend, als fürstlicher Oberforstmeister der gesamten Unter, -und Oberherrschaft die schon reichlich abgeholzten Wälder des Fürsten wieder auf Vordermann und auch nachhaltig erhalten könne.

Er sah aber auch, dass das Elternhaus von Lengefelds, der im Kirchdorf Reschwitz bei Saalfeld stehende Edelhof, in 300 Jahren in einen schlimmen Zustand, wegen des vergessen seiner großen Taten sei, sich aber mit Hilfe vieler Wald und geschichtsliebender Menschen, alles wieder zum Guten wenden würde.
Ein Traum, der später durch die Arbeit Carl Christoph von Lengefelds, sein nicht beachten und erwähnen in der Gesellschaft und der seit 1986 nicht mehr genutzte und in den letzten Jahren als Spekulationsobjekt benutzte Edelhof, zur Wirklichkeit wurde.

Übrigens gehörte das Rittergut und der Edelhof mit dem ihm gerichtsuntertänigen Kirchdorf Reschwitz (1818 Zerschlagung des Rittergutes) zum Fürstentum Schwartzburg-Rudolstadt und dort in die Gerichtsbarkeit von Leutenberg.
Die Familie derer von Lengefeld waren dort seit 1350 bis 1765 die Herren des Edelhofes.

Andächtig lauschten die Anwesenden Audienzgäste den Ausführungen des Fürsten, als es plötzlich draußen in der Mamorgalerie sehr laut wurde.

Laute unverständliche Worte rufend stürmte ein sich nicht an die Etikette und ans Protokoll haltender Mann den Festsaal, was die Gäste der Audienz, wie auch das Fürstenpaar, den Kanzler und den gerade ernannten Pagen von Lengefeld in völlige Aufregung versetzte.
Den Hofmarschall überlaufend, offenbarte er in einem schlechten Deutsch, dass er vom Hofe Zar Peter III sei und das mit Hilfe von einer Ehefrau Katharina II der Zar vom russischen Thron gestürzt worden wäre.
Die anwesende Familie von Katharinas Großmutter, Christiane Eleonore von Zeutsch, war mehr als erschüttert und beeindruckt.
Der Fürst und die Fürstin waren überaus aufgeregt, die Kammerzofe der Fürstin fiel vor Schreck und Angst in Ohnmacht, aber der junge von Lengefeld konnte diese wieder mit Hilfe eines Riechwässerchens wieder unter die Lebenden bringen.

Allein Reichsgraf von Gotter und der ansonst als herrschsüchtig und autoritär bekannte Kanzler des Fürsten Georg von Beulwitz konnten eine Eskalation der Situation verhindern.
Während der Fürst dem russischen Boten anfänglich sehr abwartend, weil Zar Peter III nicht ernstnehmend, gegenüber stand, konnten doch Reichsgraf Gotter und Kanzler von Beulwitz die Wichtigkeit und die Brisanz des Sturzes des Zaren und eventuellen nachfolgenden Geschehnissen mit den Russen gegenüber dem Fürstentums, im Zusammenhang mit dem Siebenjährigen Krieg und den ungeliebten Preußen nachhaltig erklären.

Somit fand alles ein gutes Ende, Reichsgraf Gotter brachte auf den nunmehr einsehenden Fürst mit allen Gästen ein dreifaches Vivat aus, dieser lud zu einer extra Gesprächsrunde den russischen Boten in den Goldenen Salon und man begab sich nun frohen Mutes hinunter zum Bufett, welches von der „Höfischen Genusswerkstatt Lutz Isler“ und dem „Höfischen Getränkelieferant Prinz Maik Triemer“ vorbereitet und gerichtet war, nun auf die Gäste wartete.

Nachdem sich alle an den hervorragenden Speisen gestärkt und den köstlichen Getränken gelabt hatten begannen die unterschiedlichsten Lustbarkeiten.
Im Grünen Saal konnte man mit Hilfe von Tanzmeisterin Jutta Voss und dem Barockensemble „Buon Tempo“ den barocken und tänzerischen Dialog zur Fächersprache erlernen.
In der Porzellangalerie hatten die Gäste die Möglichkeit, sich feierlich Konzertanten mit „Les Matelots“ hinzugeben.
Dann begann der Große Hofball mit Tanzmeisterin Jutta Voss und „Buon Tempo“ im Festsaal, der aber nochmal durch eine barocke Akrobatik und Feuerschau mit „Inflammati“ auf dem Schlosshof für kurze Zeit unterbrochen wurde und es gab ein gar köstliches Dessert zur späten Stunde.
Danach wurde der Hofball weitergeführt, bis kurz vor Mitternacht Hofmarschall Rudolf von Schwatzburg zum großen finalen Feuerwerk rief, was nochmals die Besucher zu mehrfachen „Bravo“ Rufen animierten.

Der Fürst sprach abschließend wie jedes Jahr vom wohl gelungensten aller bisheriger Feste und versprach auch gleich das Nächste, das 8. Barockfest 2015, auf Schloss Heidecksburg zu feiern.
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4 Kommentare
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Uwe Zerbst aus Gotha | 17.09.2014 | 08:48  
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Joachim Kerst aus Erfurt | 17.09.2014 | 08:55  
12.590
Renate Jung aus Erfurt | 18.09.2014 | 19:28  
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Eberhard :Dürselen aus Weimar | 20.09.2014 | 20:08  
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