Schaubergwerk "Morassina": Vom Zufall zum Besuchermagneten

Klaus Müller bei der Befahrung eines Bergwerkbereiches. Er war maßgeblich mit daran beteilig, dass die Farbenpracht und Formenvielfalt der "Morassina" als einzigartiges Wunder der Natur eingestuft wurden und heute Bereiche für Besucher zugänglich sind. Foto: Andreas Abendroth
Schmiedefeld: Schaubergwerk Morassina | Vom Zufall zum Besuchermagneten

Seit 20 Jahren können Gäste in die einmalige Untertagewelt des Schaubergwerkes „Morassina“ eintauchen / Erinnerungen von Klaus Müller

Von Andreas Abendroth

SCHMIEDEFELD. „Es ist mehreren Umständen zu verdanken, dass seit nunmehr 20 Jahren Gäste in die in ihrer Farbenpracht und Formenvielfalt als einzigartiges Wunder der Natur eingestuftes Reich der „Morassina“ eintauchen können“, beginnt Klaus Müller über die Entstehung des Besucherbergwerkes zu berichten.

Bereits 1951 stießen Wismutbergleute auf der Suche nach Uran in den alten Abbauen des Alaunschieferbergwerkes auf Tropfsteine und Sinterbildungen. Doch auf Grund der Nähe zur innerdeutschen Grenze wurden die Holräume nie für die Öffentlichkeit erschlossen.
„Für viel Aufsehen sorgte eine Fotoausstellung über die Untertagebereiche anlässlich der 575-Jahr-Feier von Schmiedefeld, 1989. Der Tenor damals: „So etwas Schönes gibt es hier!“, erinnert sich Klaus Müller.
Danach ging es Schlag auf Schlag. Es gab viele Termine beim Rat des Kreises in Suhl. Spezialisten und Bergleute kamen nach Schmiedefeld. Letztendlich hieß es, dass das Bergwerk für Besucher erschlossen wird. „Zwischen Juli 1990 und Januar 1992 wurde ein neuer 90 Meter langer Stollen in den Berg getrieben. Mit Durchbrüchen Verbindungen zu den einzelnen Hohlräumen geschaffen“, so Müller.
„Wir gehörten damals zum Landkreis Neuhaus. Da gab es jede Unterstützung. Mit der Gebietsreform kamen wir nach Saalfeld. Ab jetzt hing oftmals alles am seidenen Faden. Man war eben im ländlichen Randgebiet, weit ab von der Kreisstadt.“

Mit viel Engagement schaffte man es, die Auflagen zu erfüllen. Am 30. Mai 1993 wurde die „Morassina“ als Besucherbergwerk eröffnet.
Damit endet aber nicht die Geschichte. „Wir wollten weiter vorankommen. Es wurde damit begonnen, die mittlere Sohle zu sichern. Auf Grund der sehr reinen Luft, des besonderen Klimas, wollte man hier Halbleiterelemente fertigen. Die ersten Maschinen wurden installiert, liefen in einer Testphase. 1994 befuhren wir außerdem erstmals die bisher unbekannten Hohlräume auf der "Tiefen Sohle.“
Doch aus der Fertigung wurde nichts. Auf Anraten des Saalfelders Prof. Hans Eberhardt sollte der Stollenbereich für den Bereich Gesundheitsförderung genutzt werden. 1996 konnten die ersten Kurgäste im "Sankt Barbara"-Heilstollen empfangen werden. Mittlerweile ist aus dem Heilstollen, in einem Musterprojekt für den Freistaat Thüringen, ein Kneipptherapiezentrum mit Heilstollenkurbetrieb entstanden.

„Derzeit sind von 3500 Metern Stollen 650 Meter für Besucher erschlossen. Um 300 Meter könnte man den Besucherbereich noch erweitern. Das Schaubergwerk gäbe es nicht ohne die vielen „guten, helfenden Berggeister“, Sponsoren und den Förderkreis. Dieser greift immer unterstützend ein, wenn die Mittel der Gemeinde unzureichend sind“, so Klaus Müller.

INFOKASTEN:
Klaus Müller gehört zu den Urgesteinen, welche maßgeblich an der Erschließung des Besucherbergwerkes beteiligt waren. Über viele Jahre war er der Leiter der „Morassina“. Heute ist er der Vorsitzende des Förderkreises, steht mit seinem profunden Wissen allen beratend zur Seite.
Am Bergmannstag, 7. Juli 2013, ab 11.00 Uhr, wird das 20jährige Jubiläum gefeiert.
Mehr Informationen: www.morassina.de
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2 Kommentare
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Eberhard :Dürselen aus Weimar | 07.07.2013 | 14:12  
Andreas Abendroth aus Saalfeld | 22.07.2013 | 11:38  
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