Waffensammlung "Zeughaus" Schwarzburg: Zeugnisse der Kriegsgeschichte und handwerkliches Könnens

Verschiedene Hieb- und Stichwaffen aus der "Zeughaus Sammlung". Foto: Andreas Abendroth
 
Blick in das ansonsten verschlossene Magazin der Waffensammlung "Zeughaus" auf Schloss Heidecksburg in Rudolstadt. Foto: Andreas Abendroth
Rudolstadt: Heidecksburg | Zeugnisse der Kriegsgeschichte und handwerkliches Könnens

Waffenausstellung auf der Heidecksburg schließt nach 50 Jahren

Von Andreas Abendroth

„Mit der Fertigstellung des Zeughauses würde eine deutschlandweit bekannte Sammlung, deren älteste Bestände sich ins Jahr 1453 datieren lassen, nach langer Zeit wieder an ihrem Ursprungsort zu sehen sein“, Kurator Jens Henkel.

RUDOLSTADT. „Die Waffensammlung »Schwarzburger Zeughaus« ist mit etwa 4000 Objekten die älteste und einzig noch erhaltene fürstliche Zeughaussammlung mitteldeutschen Raum“, erläutert Kurator Jens Henkel vom Thüringer Landesmuseum auf der Heidecksburg.
Bisher war ein kleiner Bruchteil dieser Sammlung, rund 300 Exponate, in der „Waffenhalle“ im Nordflügel des Schlosses öffentlich zugänglich. Die restlichen Exponate sind in einem Magazin feinsäuberlich eingelagert oder zur Restaurierung bei Fachleuten.
„Doch mit der im Jahre 2009 begonnenen Sanierung des Zeughauses in Schwarzburg ist eine Rückkehr der Sammlung nach Schwarzburg in den nächsten Jahren, ab 2015, möglich“, wird durch den Direktor des Landesmuseums, Dr. Lutz Unbehaun, betont.
Die Waffensammlung der Grafen von Schwarzburg-Rudolstadt geht nachweislich auf das 14. Jahrhundert zurück. Im 16. Jahrhundert diente das Zeughaus der Ausstattung des schwarzburgischen Militärs.
Im 18. Jahrhundert umfasste die fürstliche Schausammlung 4000 Ausrüstungsgegenstände. Diese sind Dank eines glücklichen Umstandes auch heute nach erhalten. Dazu Kurator Henkel: „Man muss davon ausgehen, dass 1940 das Schicksal der Sammlung besiegelt war. Im Größenwahn Hitlers sollte das Schloss Schwarzburg als Reichsgästeheim umgebaut werden. Das Zeughaus war da im Wege, wurde beräumt wurde. Die Waffen kamen auf die Heidecksburg, wurden bis zum Kriegsende in den Kellern des Schlosses eingelagert. Dort wurden sie von den russischen Besatzungstruppen entdeckt und beschlagnahmt. Nach 1945 sollten sie in die Sowjetunion transportiert werden.“
Doch dieser Transport kam nie zustande. Die Kisten wurden auf dem Güterbahnhof in Rudolstadt vergessen. Erst 1949 wurden die Kisten mit der Waffensammlung auf dem Güterbahnhof entdeckt und zurück auf die Heidecksburg gebracht.
Nun soll die Sammlung „Schwarzburger Zeughaus“ an ihren angestammten Ort, nach Schwarzburg zurückkehren.

HINWEIS:
- Zeughaus: Ein Gebäude, in dem Waffen und militärische Ausrüstungsgegenstände gelagert und instand gesetzt wurden.
- Das Zeughaus auf Schloss Schwarzburg wird im 16. jahrhundert erstmals erwähnt.
- Seit 2008 wird das Gebäude durch den Eigentümer, die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, saniert.
- Die Wiedereröffnung des Zeughauses in Schwarzburg ist für das Jahr 2015 vorgesehen.
- Die Sanierung der Waffen, Versetzung in einen ausstellungsfähigen Zustand, erfolgt seit 2008
- Die Sanierung des Waffenbestandes wurde durch das KUR-Programm der Kulturstiftung des Bundes und der Länder als national bedeutsame Sammlung gefördert.
- Noch rund 100 außergewöhnliche Gegenstände zur Wiederausstattung des Zeughauses sind restaurierungsbedürftig. Zur Rettung dieser einmaligen Zeugnisse der Landesgeschichte werden noch Sponsoren gesucht.

INFORMATION:
Mehr Informationen rund um die Objekte der bedeutendsten europäischen Waffenschmiede in der Zeughaussammlung unter: www.zeughaus-schwarzburg.org.
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige
Anzeige