Winter bei Hofe: Prunkvolle Geschenke für den Prinzen

Eileen Ludwig, FSJler im Schlossmuseum Heidecksburg, zeigt einen prunkvollen Caroussellschlitten aus der Zeit von Johann-Friedrich von Schwarzburg-Rudolstadt (1721-1767), der für Lanzenspiele im Schnee genutzt wurde.
Rudolstadt: Heidecksburg | Im Winter vertrieben sich die Adligen auf Schloss Heidecksburg gern bei Spielen die Zeit im Schnee. „Besonders begehrt waren zu der Zeit Johann Friedrich von Schwarzburg-Rudolstadt (1721-1767) Lanzenspiele im Schlosshof. Bei diesen hatten die Damen des Hofes mit angelegter Lanze einen Kranz oder Ring zu treffen, der an einem Seil zwischen zwei Stangen angebracht war. Die Dame saß im Schlittenkasten, während hinter ihr der Kavalier von der Sitzpritsche aus das Pferd lenkte“, erzählt Jeanette Lauterbach, wissenschaftliche Mitarbeiterin, Museum Schloss Heidecksburg. „Dabei kamen auch die kunstvollen Schlitten zum Einsatz, von denen wir heute noch vier in unserem Bestand haben. Ebenso ein Teil der dazugehörigen Lanzen.“

Zu Weihnachten war es damals schon üblich, sich wertvolle Geschenke zu machen. 400 Reichstaler werden 1741 für das Fürstenpaar ausgeben, 275 für den Erbprinzen - das belegt eine alte Rechnung. Was davon gekauft wurde, ist nicht überliefert. Allerdings beschreibt Prinz Ludwig Friedrich in seinem Tagebuch die Geschenke vom 24. Dezember 1786: Die gnädige Tante Christel schenkte Westen von ihrer selbstgezogenen Seide, von der lieben Mutter gab es recht schöne blaue Röcke und eine große Menge englischer Kupferstiche. Der Herr Vater schenkte ein Buch von Picccard le romain, vom Herrn Großvater gab es Flinten und eine schöne Uhr. Dies und vieles liest man in einem neuen Buch von Dr. Renate Reuther - „Das Rudolstädter Weihnachtsbuch“. „Die Historikerin hat viele interessante Texte, Erzählungen, Gedichte, Rezepte und Bilder von 1750 bis 1940 zusammengetragen und vermittelt ein stimmungsvolles Bild von der Weihnachtszeit in und um Rudolstadt“, sagt Jeanette Lauterbach.

Auch in der heutigen Zeit kann man sich auf dem Schloss gut auf Weihnachten einstimmen lassen. Licherglanz, duftende Weihnachtsbäckerei, weihnachtliche Klänge und ein kleiner Markt sorgen vom 20. bis 22. Dezember für eine zauberhafte Atmosphäre. Das Museum zeigt dabei sonst verschlossene Schätze aus dem Depot. „Ich werde aus der Keramiksammlung zwei Meißner Porzellane von Paul Scheurich vorstellen“, blickt Jeanette Lauterbach vorraus.

Termin:
Weihnachten auf Schloss Heidecksburg, 20. bis 22. Dezember, Buspendelverkehr zur Heidecksburg, Freitag 14 bis 20 Uhr, Samstag/Sonntag 12 bis 20 Uhr
Auszug aus dem Programm:
21. Dezember, 14.30 Uhr: Führung durch die Ausstellung „Roccoco en miniature“ mit Rudolf von Schwatzburg“; 16.30 Uhr „Beleuchtete Schatzkammer“ – Führung durch die erleuchten Festsäle;
22. Dezember, 14.30 Uhr, Schätze aus der Sammlung: Porzellan Gemälde, Graphik und Naturkunde – die Kustoden stellen jeweils ein besonderes Objekt aus den Magazinen vor
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Petra Seidel aus Weimar | 12.12.2013 | 08:55  
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