Winterlicher Spaziergang durch Rudolstadt

Blick auf die Preilipper Kuppe
 
Ein gutes Frühstück sollte schon sein.
  Obwohl sich nun alles und alle, auch ich nach der Frühlingssonne sehnen, ist der Winter doch auch eine Jahreszeit, die viel Schönes haben kann.
Herrlich wenn es eine geschlossene Schneedecke gibt, morgens die Sonne aufgeht und draußen tausende Eiskristalle glitzern.
Nach dem Aufstehen, ein Blick aus dem Fenster, ein kräftiges Frühstück, die warmen Winterschuhe angezogen, den Fotoapperat startklar gemacht, nochmal ein Blick aus dem Fenster auf meinen "Panoramablick" und los gehts.
Meine Wanderroute, von Rudolstadt/Volkstedt, über das Spaßbad "Saale Maxx" und die große Wiese zu den Rudolstädter Bauernhäusern. dann durch den Heinrich - Heine - Park in die Innenstadt, hinauf zur Heidecksburg.
Auch wenn das Wetter an diesem Tag des öfteren mal wechselte, wurde es eine wunderbare Fototour.
Von Sonnenschein über Nebelschwaden, starke Bewölkung, kräftigen kalten Wind und leichten Schneefall hatte Petrus alles für den Tag vorbereitet, was so ein Winter alles im Petto haben kann.

Nachdem ich meine Wohnhöhle verlassen habe, komme ich zur Westbrücke in Volkstedt/West und schaue gen Rudostadt mit der Heidecksburg, die majestätisch über der Stadt trohnt.
Oh, Schneewolken ziehen auf, aber noch liegt die Heidecksburg im Sonnenlicht

Also frisch voran, ein Blick in Richtung Kaufland.
Die Wolken, werden immer dicker, der Wind immer kräftiger und kälter.
Vielleicht sollte ich lieber wieder umkehren?

Aber das wär ja feige, auch wenn meine gemütliche Wohnhöhle nur knapp 300 Meter entfernt liegt.
Es geht weiter, als ich nochmal zurückschaue, sehen sie fast romantisch aus, die alten Platten an der Schubachrutsche (Brücke in Rudolstadt/Volkstedt).

Mächtig kalt bläst Gevatter Wind die Wolken weiter.
Oben auf dem Parkplatz von "Nahkauf" kann man erkennen; noch scheint die Sonne über der Heidecksburg.

Also weiter den geplanten Weg gen Rudolstadt am AWO-Senioren, -und Pflegeheim vorbei, aber sicherheitshalber immer wieder zurückgeschaut auf die Wetterentwicklung.
Noch könnte ich mich ja anders entscheiden.

So, um nun zum Spaßbad zu kommen muss ich über den "Schuldenhügel", der Einfamilienhaussiedlung der 90er Jahre.
Sind sie nicht hübsch, die eingeschneiten und frisch gestrichenen Kinderspielgeräte, am Rande der Siedlung.

Vorsicht, enge Wege, bei meiner Überbreite kann es schnell zu Schneebruch in den Hecken kommen.

Die Wolken werden immer dicker, es fängt an zu schneien.
Das bedeutet Planänderung, nicht über das Spaßbad, sondern runter nach Volkstädt an die Bushaltestelle zieht es mich.
Ich will ja nicht komplett eingeschneit auf der Heidecksburg ankommen.
Bin ich jetzt feige?

Also gehts den Berg runter in Richtung Volkstedt zur Bushaltestelle, aber Vorsicht, es ist sau glatt.

Zum Sturz schweige ich lieber, hab's aber doch noch pünklich zum Bus geschafft und erhole mich während meiner Fahrt bis nach Rudolstadt zum Bahnhof von meinen Sturzfolgen.
Busse sind ja heute nicht mehr so voll wie früher.
In Rudolstadt am Bahnhof angekommen führt mich mein neuer Weg in Richtung Theater, durch den tiefverschneiten Bahnhofspark.

Gevatter Wind hat es wieder mal geschafft
Kurze Auflockerungen am Himmel, die Heidecksburg wieder im Sonnenschein.

Auch unser Heimatdichter Anton Sommer wartet auf seinem Denkmal auf die wärmenden Strahlen vom "Klärchen"
Als ich am Denkmal vorbeikomme, höre ich ein leises:
"Mei Rudelstadt, das lob ech mir,
on seine Barg on Bäme,
wan da nech's Harze klopft on lacht,
dar hat gar käns in Leibe!

Auch Gevatter wind scheint es gehört zu haben.
Danke Wind, dass du die Wolken sind wieder weggepustet hast, so präsentiert sich unser Theater so richtig prachtvoll.
Stellt sich nur die Frage wie lange.

Als ich beim armen Schiller und seinem Denkmal im Schatten des Bühnenhauses vom Thüringer Landestheater vorbeikomme, hat er vor lauter Kälte eine silbrig weiße Nasenspitze.

Mir kann das nicht passieren, ich bin ja in Bewegung.
An den Bahngleisen Richtung "Elisabethbrücke" zieht es sich wieder zu.
Ach Gevatter Wind, hättest Du nicht die Wolken woanders hin wehen können?

So nun durch die Eisenbahnunterführung durch, rauf auf die Elisabethbrücke und mal in Richtung Saaleknie geschaut.
Das sehe ich nicht so genau, dafür aber "Smoke On The Water".

Nun hinein in den Heinrich Heine Park, die grüne Lunge Rudolstadts.
Na auf dem "Einheitsportplatz" werden die heute keinen Fußball spielen, also brauch ich da nicht extra hinzulatschen.

Biege ich eben links ab, in Richtung Thüringer Bauernhäuser, direkt am Freibad vorbei, auch da ist heute nicht viel los.
Aber das Becken ist schön blau gestrichen.

Die Thüringer Bauernhäuser kommen in Sicht.
Es ist das Birkenheider Haus, mit der dahinterliegenden Streuobstwiese.
Im ehemaligen Stall, den ich von hier sehen kann, ist jetzt die Buckelapotheker Apotheke untergebracht.

Ich gehe durch den Rosengarten und finde die Thüringer Bauernhäuser im Winterschlaf.
Es ist das älteste Freilichtmuseum Deutschlands (eröffnet 1915), öffnet regulär erst wieder zu Ostern zur neuen Saison.
Dann kann man das Birkenheider Haus, sowie das Unterhaseler Haus besichtigen und im schönen barocken Bauerngarten entspannen.

Deswegen geht es weiter durch den Heinepark in Richtung ehemalige Stadtbrücke

Und schon bin ich auf der ehemaligen Stadtbrücke, heute eine postmoderne 0815 Fußgängerbrücke, schaue auf die Saale in Richtung Jena und sehe immer noch "Smoke On The Water".

Hier waren früher die Bahnschranken, die man überqueren musste um in Richtung Cumbach in der einen Richtung, oder Rudolstädter Innenstadt in der anderen zu kommen.
Heute ist dieser für immer geschlossen und man kann sich eine der unzähligen Bahnruinen ansehen.
Im Hintergrund sieht man meine Anton Sommer Schule die ich 10 Jahre lang besuchte und mit mir damals ungefähr 360 Mädchen und Jungen noch dazu.
Aus der damaligen Polytechischen Oberschule ist eine Grundschule geworden.
Noch weiter im Hintergrund sieht man die Kirchturmspitze von Sankt Andreas, der ältesten Kirche Rudolstadts und gleichzeitige Grabstädte der fürstlichen Familie derer von Schwarzburg Rudolstadt.

Einmal dort die Augen nach links gerichtet und schon sieht man den Bahnhof von Rudolstadt, ein Bahnhof, der seit 1784 Reisende empfängt.
Nur leider halten hier immer weniger Züge.
Ich hoffe nicht, das er endgültig auf Abstellgleis der Geschichte kommt, denn eigentlich sind Bahnhöfe die Aortern der Städte.

Bevor ich nun durch die Bahnunterführung zur Innenstadt weitergehe, werde ich erstmal eine großen Schluck heißen Tee aus der Thermosbuddel nehmen.
Den zweiten Teil meiner Winterwanderung gibt es dann morgen.
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7 Kommentare
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Lydia Schubert aus Nordhausen | 04.03.2013 | 19:20  
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Joachim Kerst aus Erfurt | 04.03.2013 | 19:55  
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Gunter Linke aus Saalfeld | 04.03.2013 | 19:59  
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