Winterlicher Spaziergang durch Rudolstadt Teil 2

Hier war ich stehengeblieben.
 
Charlotte Ernestine Albertine Freifrau von Stein, Friedrich Wilhelm Ludwig von Beulwitz und Carl Gerd von Ketelhodt
 
Caroline von Wolzogen, Charlotte von Lengefeld und Johann Friedrich von Schiller
Nachdem ich nun einen kräftigen Schluck aus der Thermoskanne genommen habe, durch die Eisenbahnunterführung hindurch, an der Anton Sommer Schule vorbei gekommen bin, stehe ich jetzt am Eingang in die Marktstraße, die die Innenstadt auf fast gerader Linie durchschneidet.
Mein Blick fällt auf die ersten 3 der 12 historischen Köpfe, die einen hohen Bekanntheitsgrad durch ihr Wirken in und für die Stadt hatten und haben.

Natürlich fange ich bei der Dame an.
Charlotte Albertine Ernestine von Stein,
Hofdame von Anna Amalia, Herzogin von Sachsen-Weimar-Eisenach
geboren am 25. Dezember 1742 in Eisenach, jüngste Tochter des Hofmarschalls von Weimar, Ernst Carl Constantin von Schardt und am 6. Januar 1827 in Weimar gestorben.

Der Herr in der Mitte
Friedrich Wilhelm Ludwig von Beulwitz,
Regierungsassessor, fürstlich schwarzburg-rudolstädtischer Geheimrat und Kanzler
geboren 1755 auf Löhma und Eichicht, Sohn vom fürstlich schwarzburg-rudolstädtischen Oberst Karl Wilhelm Ludwig von Beulwitz auf Löhma und Eichicht und am 09. März 1829 in Rudolstadt gestorben.

Der Herr rechts
Karl Gerd von Ketelhodt,
fürstlich schwarzburg-rudolstädtischer Geheimrat und Kanzler
geb. am 3. Oktober 1738 in Rudolstadt, Sohn des Juristen Christian Ulrich von Ketelhodt und am 14. Januar 1814 in Rudolstadt gestorben.

Die Obere Markstraße weiter gen Westen gegangen, komme ich nach ungefähr 150 Metern zum Abzeig Brückengasse.
Dort finde ich die nächsten 3 berühmten Köpfe.
Es waren auch die Ersten, die im August 2005 ihre Sockel in der Innenstadt Rudolstadts bezogen.

Die Dame zur Linken
Caroline von Wolzogen geb. von Lengefeld
Schwägerin von Friedrich Schiller und Schriftstellerin
geboren am 3. Februar 1763 in Rudolstadt, älteste Tochter vom Oberlandjägermeister Karl Christian von Lengefeld und am 11. Januar 1847 in Jena gestorben.

Die Dame in der Mitte
Charlotte Luise Antoinette von Schiller, geb. von Lengefeld
Ehefrau Friedrich Schillers und jüngere Schwester von Caroline von Wolzogen
geboren am 22. November 1766 in Rudolstadt, jüngste Tochter vom Oberlandjägermeister Karl Christian von Lengefeld und am 9. Juli 1826 in Bonn gestorben.

Der Herr rechts
Johann Christoph Friedrich von Schiller
Dichter, Philosoph und Historiker
geboren am 10. November 1759 in Marbach am Neckar, Sohn des Offiziers und Wundarztes Johann Caspar Schiller und am 9. Mai 1805 in Weimar gestorben.

Weiter geht es Richtung Markt, da wo sich die Obere Marktstraße mit der Strumpfgasse und der Großen Badergasse kreuzen steht die Büste von

Johann Albrecht (Albert) Gottlieb Methfessel
Komponist und Dirigent
geboren am 6. Oktober 1785 in Stadtilm, 13. Kind des Schullehrers, Kantors und Organisten Methfessel und am 23. März 1869 in Bad Gandersheim-Heckenbeck gestorben.

Und schon bin ich auf dem Rudolstädter Markt angekommen.
Da heute kein Mittwoch ist, ist nicht viel los und er ist in wenigen Schritten überquert.
Schnell ein Blick zu Rathausuhr, oh schon dreiviertel Zwei und ich hab noch so viel vor, denn ich will ja hoch zur Heidecksburg.
Übrigens feierte das Rathaus 2012 seinen 100. Geburtstag.
Fast automatisch bin ich in der Töpfergasse angekommen.
Das ist ein Fehler denn ich bin ja erst an 7 historischen Köpfen vorbeigekommen.
Also schnell zurück zur Marktstraße, denn ich möchte ja noch 5 historische Köpfe besuchen.
Allzuweit ist es nicht und schon steht nach 50 Metern linker Hand

Georg Heinrich Macheleidt
Nacherfinder des Porzellans, Fabrikant und Gründer der Aeltesten Volkstedter Porzellanmanufaktur
geboren am 16. Oktober 1723 in Cursdorf, Sohn des Zimmermanns und späteren Laboranten Macheleidt und am 7. März 1801 in Schwarzburg gestorben.

Schnell an der Deutschen Bank, übrigens ein Gebäude der Bauhaus ära, vorbei und schon steht man

am Güntherbrunnen
der 1864 anstelle des alten Brauhausbrunnens auf diesem Platz errichtet wurde.
Grund, das 50jährige Regierungsjubiläum von Fürst Friedrich Günther.
Dem Monarch des Fürstentums Schwarzburg-Rudolstadt, errichtete die Stadt Rudolstadt dieses Denkmal.
Die seitlichen Ausflussarme haben die Gestalt von vier Fabeltieren.
Den oberen Abschluss des Brunnens bildet das Wappentier der Stadt - der Löwe.

Drüben an der Hausfassade kann man den wohl sinnentferntesten Spruch Schillers lesen.
Völlig aus dem Zusammenhang herausgerissen zitieren diesen die jetzigen Stadtvorderen und verteitigen damit ihre Zerstörungswut des historischen Erbes der Stadt.
Wütend wende ich mich ab und lenke meine Schritte in Richtung Amtsgericht und ehemalige Untersuchungshaftanstalt.

Dort erwartet mich
Katharina die Heldenmütige, Gräfin zu Schwarzburg
ab 1524 Ehefrau von Heinrich XXXII. von Schwarzburg-Blankenburg
geboren am 14. Januar 1509 als Tochter des Grafen Wilhelm von Henneberg-Schleusingen und am 7. November 1567 in Rudolstadt gestorben.

20 Meter daneben wieder zurück in Richtung Markt treffe ich auf

Caroline Louise
1807—1813 Fürstin von Schwarzburg - Rudolstadt
Ehefrau von Prinz Ludwig Friedrich II von Schwarzburg-Rudolstadt
geboren 26. August 1771 in Homburg, Tochter des Landgrafen von Hessen-Homburg Friedrich V. Ludwig Wilhelm Christian und ist am 20. Juni 1854 gestorben.

sowie ihren Gemahl
Ludwig Friedrich II
1793 bis 1807 Fürst von Schwarzburg-Rudolstadt
geboren am 9. August 1767 in Rudolstadt, Sohn des Erbprinzen Friedrich Karl von Schwarzburg-Rudolstadt und am 28. April 1807 in Rudolstadt gestorben

Am Ende vom Amtsgericht angekommen habe ich den schönen kleinen Brunnen vor mir, der erst nach der Erneuerung der Fußgängerzone nach vorn versetzt wurde.
Bis dahin stand er direkt am Amtsgerichtsgebäude.
Noch ein paar Schritt und ich habe den letzten der 12 Köpfe erreicht.

Friedrich Wilhelm August Fröbel
Pädagoge, Schüler Pestalozzis und Begründer des Kindergartens
geboren am 21. April 1782 in Oberweißbach, jüngster Sohn von sechs Kindern des Pfarrers Johann Jakob Fröbel und 21. Juni 1852 in Marienthal, einem Ortsteil von Bad Liebenstein gestorben.

Wer mehr über die 12 Herschaften erfahren will kann ja hier mal gucken:
http://www.rudolstadt.de/cms/website.php?id=/de/ku...

Da Gevatter Wind immer noch eiskalt bläst werde ich bevor nun den beschwerlichen Weg zur Burg hoch nehme erstmal eine kleine Rast im Rudolstädter Handwerkerhof, dem ehemaligen Berhardinenstift wo Wohnungen für unverheiratete Damen von gutem Adel bis nach den 1. Weltkrieg bereitgestellt wurden und dieser nach 1919 weiterhin auch als Stiftswohnhaus für Nichtadlige genutzt wurde, mit Kaffee und Kuchen machen.

Und Morgen gehts dann weiter mit Teil drei.
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5 Kommentare
3.865
Karin Jordanland aus Artern | 07.03.2013 | 09:28  
5.078
Joachim Kerst aus Erfurt | 07.03.2013 | 09:52  
3.886
Lydia Schubert aus Nordhausen | 07.03.2013 | 15:24  
9.688
Hannelore Grünler aus Artern | 07.03.2013 | 20:00  
12.762
Renate Jung aus Erfurt | 09.03.2013 | 15:45  
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