Aufruf: Mein Erlebnis auf der Straße – Schreiben Sie uns Ihre Abenteuer…

Am Hohen Kreuz. Eine freundliche Autofahrerin sagt Bescheid, dass auf der Straße nichts mehr geht. Fotos: Andreas Abendroth
 
Wer kann, wendet auf der glatten Fahrbahn und sucht sich einen neue Route.
Saalfeld/Saale: Algemeiner Anzeiger | Mein Erlebnis auf der Straße

Ein fast ganz normaler Wintermontag zwischen Arnstadt und Saalfeld

Von Andreas Abendroth

ARNSTADT/SAALFELD. Es ist Montag, 6.30 Uhr. Hinter mir liegt eine Dreiviertelstunde Morgensport in Form von Schneeschieben rund ums Haus. Auch mein Auto habe ich von den 12 Zentimeter Neuschnee, welche über Nacht gefallen sind, befreit.
Einsteigen, Anlasser betätigen und los geht’s Richtung Arbeit. Es sind ja nur rund 50 Kilometer. Doch an Schnelligkeit ist nicht zu denken. Heil ankommen ist angesagt. Die Straßen Richtung Südbahnhof in Arnstadt und folgend Richtung Stadtilm erwecken den Anschein, sie haben noch keinen Winterdienst gesehen. Der Berufsverkehr rollt mit Schleichfahrt. Mittlerweile ist es 7.00 Uhr. Die Verkehrsmeldungen im Radio sind lang. Ein Glück, meine Strecke wird nicht erwähnt
Direkt vor mir fahren ein Reisebus, sowie ein Transporter einer Fliesenlegerfirma. Die Geschwindigkeit liegt bei 40 Stundenkilometern. Zunächst kommen vereinzelt Fahrzeuge entgegen. Kurz hinter Marlishausen sieht man bereits aus der Ferne das Blinken von Warnblinkleuchten. Links und rechts stehen Lkws. In Slalomfahrt werden die „Großen“ vorsichtig umschifft. Die Ortslage Hohes Kreuz liegt vor mir. Und ich kann’s kaum glauben. In der Bushaltestelle mitten im Ort steht ein ziviler Kombi, mit Blitzanlage. Bei dieser Witterung und einer Höchstgeschwindigkeit von 40 km/h!!!
Den Berg noch hoch und dann die lange Gerade nach Stadtilm… Doch soweit soll ich nicht kommen. Kurz nach dem Ortsausgang steht am Straßenrand ein Warndreieck. Im Straßengraben liegt ein Pkw. Alles steht. Keiner weiß, was noch weiter vorne passiert ist. Wieder vergehen 15 Minuten. Dann kommt uns ein BMW mit Erfurter Kennzeichen entgegen. Die Frau hinter dem Lenkrad sagt: „Da geht gar nichts mehr. Da liegen Lkws im Graben.“ Wer sich traut, versucht auf der glatten Fahrbahn zu wenden. Der Fahrer eines Vito mit Eschwege am Nummerschild fragt mich, ob es noch eine andere Route nach Unterwellenborn bei Saalfeld gibt. Außerdem macht er noch einen Witz über das Blitzfahrzeug. Irgendetwas mit Beamten die nur nach Vorschrift handeln und ihren Kopf nicht benutzen müssen… Er wird mir bis Saalfeld folgen.
Es geht zurück, Richtung Marlishausen. Von dort aus, über Wüllersleben Richtung Stadtilm. In den Verkehrsmeldungen, 7.30 Uhr, wird nun auch meine Route erwähnt. Vollsperrung wegen querstehenden Lkw. Am Ortseingang von Stadtilm treffe ich wieder auf die Hauptroute. Hier sperrt ein Polizeifahrzeug die Fahrbahn ab.
Meine Fahrt geht durch Stadtilm und erstaunlicherweise ist der „Hund“, eine Straße mit 15 Prozent Steigung und einer Kehre, bestens geräumt. Der Winterdienst muss hier Unmengen an Auftaumittel zum Einsatz gebracht haben.
Der 525 Meter hohe Hund ist überwunden. Doch auf der anderen Seite des Berges, Richtung Nahwinden, schlägt das Wetter um. Nebel ist aufgezogen. Vorsichtig setzt der Tross an Fahrzeugen seinen Weg in Richtung Rudolstadt fort. Mit der Grenze zwischen dem Ilm-Kreis und dem Landkreis Saalfeld-Rudolstadt wechselt auch der Zuständigkeitsbereich des Straßenwinterdienstes. Die Straßen sind auch im Nachbarkreis gut geräumt. Ich komme langsam, aber gut vorwärts. Kurz vor der Ausbaustrecke Richtung des Pörzbergtunnels bei Schaala, ist ein Räumfahrzeug im Einsatz.
Ich komme gut durch bis Saalfeld. Kurz vor der Abfahrt zum Gewerbegebiet Mittlerer Watzenbach, hier verlasse ich die Bundesstraße, blinke ich kurz beidseitig an. Der Vitofahrer hinter mir antwortet mit der Lichthupe. Hier trennen sich unserer Wege. Ich rolle Richtung Innenstadt, biege in den Bereich Am Blankenburger Tor ab. Hier ist bis dato noch kein Räumfahrzeug durchgekommen. Die Straße und der gebührenpflichtige Parkplatz sind nicht geräumt. Dies gilt auch für den Parkbereich vor der Geschäftsstelle des Allgemeinen Anzeigers.
Um mein Fahrzeug abstellen zu können, werde ich erst einmal die gesamte weiße Pracht des Wochenendes wegschaufeln dürfen…


Haben Sie auch winterlichen Straßen- oder Schienenerlebnisse bei Ihrer Fahrt zur Arbeitsstelle, zum Einkauf oder bei einem Ausflug erlebt? Ließ die weiße Pracht Ihren Zeitplan nur noch zum Anhaltspunkt werden? Schreiben Sie uns Ihre Berichte, Erfahrungen Tipps auf www.meinanzeiger.de.
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