Bürgerradio im Städtedreieck sendet auf neuer Frequenz 105,2 - Cornelia Moersch im Gespräch

Cornelia Moersch unterstützt die ehrenamtlichen Radiomacher in Saalfeld bei ihrer Arbeit vor und hinter dem Mikrofon.
 
„Wir sprechen die Themen mit den Radiomachern im Vorfeld ab, hören in die Produktionen rein und weisen auf Presserecht und Urheberrecht hin“, erklärt Cornelia Moersch.
Saalfeld/Saale: SRB |

Musik von Schlager bis Hardrock, Oldies, Geschichte und Geschichten aus der Region oder besondere Interviews mit den Menschen vor Ort - SRB - Das Bürgerradio im Städtedreieck - unterhält und informiert lokal. Jeder, der sich im Radio selbst ausprobieren oder Ideen einbringen möchte, kann das Programm mit gestalten. Die Anleitungen, wie Sendungen geplant und moderiert werden, gibt es dabei von den vier Mitarbeitern im Sender in Saalfeld in der Alten Marktgasse. Eine von ihnen ist Cornelia Moersch. Sie ist seit der Stunde Null vor sechs Jahren dabei. Den Hörern ist sie wenig bekannt, vor dem Mikrofon ist die Saalfelderin kaum zu finden. Als Leiterin von SRB agiert sie im Hintergrund und sorgt dafür, dass alles rund läuft: 24 Stunden Programm gehen jeden Tag auf Sendung. Im Gespräch mit AA-Redakteurin Ines Heyer erzählt sie über ihre Arbeit, das Programm beim SRB und neuen Projekten.

Wie viele Menschen nutzen das Bürgerradio SRB?
Momentan haben wir 306 angemeldete Nutzer. Es sind Leute aus allen sozialen Schichten, die Spaß daran haben, sich selbst im Radio auszuprobieren. Einige kommen nur wegen einem ganz bestimmten Thema, andere kommen täglich, wie Anatol Schellenberg, der akribisch die aktuellen Veranstaltungshinweise zusammenträgt und teilweise auch einspricht.


Was gibt es für Sendungen?
Wir haben eine große Bandbreite, wie Musiksendungen zu Schlager bis Hard'n Heavy, eine Jugendsendung, eine Theatersendung, DJs legen auf, Sendungen die sich mit geschichtlichen Themen befassen oder die Gedanken zur Woche von einem Pfarrer. Jeder Nutzer arbeitet hier ehrenamtlich.


Wie schafft man es, 24 Stunden Programm täglich auf die Beine zu stellen?
Im Laufe der Jahre haben sich 24 regelmäßige Sendungen entwickelt, die wöchentlich oder aller zwei Wochen laufen. Zusätzlich produzieren wir Magazin-Beiträge, Veranstaltungshinweise, Veranstaltungsmitschnitte oder führen Interviews. Wir erstellen den wöchentlichen Sendeplan. Freiflächen werden dann mit Wiederholungen oder der Musikschleife belegt.


Und wie sieht es mit Nachrichten aus?
Die Weltnachrichten laufen Montag bis Freitag 12 Uhr. Wir übernehmen sie von einem Medienservice. Ansonsten beschränken wir uns auf lokale Nachrichten jede zweite Stunde.


Gibt es eine Zusammenarbeit mit den anderen Thüringer Bürgerradios?
Ja, mit Erfurt, Weimar, Eisenach, Nordhausen und Jena arbeiten wir eng zusammen und übernehmen auch Beiträge. Unter anderem die aktuelle Berichterstattung vom NSU-Prozess von Radio Lotte aus Weimar. In Sachen Kulturtipps tauschen wir uns auch regelmäßig aus. Unsere Berichterstattung vom Tanz- und Folkfest in Rudolstadt läuft überall in Thüringen.


Wie sieht es mit freien Sendeplätzen aus?
Es gibt noch reichlich Kapazitäten, denn viele Beiträge oder Sendungen laufen momentan in mehrfacher Wiederholung. Auch während der Musikschleifen ist immer Platz für Beiträge. Bedarf es Vorkenntnissen, wenn man sich an das Mikrofon setzen möchte? Nein, wir nehmen jeden Nutzer an die Hand, erklären die rechtlichen Dinge, die Technik, wie Beiträge erstellt oder Interviews geführt werden.


Wie sieht ihr Arbeitsalltag aus?
Ich bin hauptsächlich im Büro zu finden, beschäftige mich mit den finanziell Dingen und dem notwendigem Schriftverkehr. Ab und an berate ich Nutzer, gebe Tipps zu Beiträgen, höre in Vorproduktionen rein -ich fühle mich aber eher für eine gute Atmosphäre verantwortlich, sodass die Menschen gerne zu uns kommen.


Gibt es neue Projekte?
Ein wichtiges Top-Thema ist das Projekt „Wie gestalten wir die Zukunft für unseren Landkreis?“ Es wird dazu mehrere Zukunftsveranstaltungen geben, wir werden Initiativen und Vereine vorstellen, die sich dazu engagieren.

Haben Sie eine Lieblingsmusik?
Meine persönlichen Favoriten sind Swing und Soul. Diese Musik verbreitet gute Stimmung und hilft mir bei negativen Gedanken oder wenn ich einmal einen Durchhänger habe.


Hintergrund:
- In Thüringen gibt es sechs Bürgerradios, die ganz lokal über ihre Regionen berichten: in Eisenach, Erfurt, Weimar, Jena, Nordhausen und Saalfeld. Die lokalen Radioprogramme sind über UKW und Kabel zu empfangen. Die Sender haben kleinere Leistungen (ca. 200 Watt) für Städteversorgungen. Antenne und Landeswelle Thüringen senden von hohen Standorten (100 kW) für eine landesweite Versorgung.

- Finanziert werden diese Bürgerradios hauptsächlich von der Thüringer Landesmedienanstalt. Bürgerradios sind Mitmachradios für Jedermann. Die Inhalte bestimmen die lokalen Nutzer - in Absprache mit den Mitarbeitern vor Ort.

- Auf der UKW-Frequenz 105,2 ist Radio SRB - das Radio im Städtedreieck Saalfeld, Rudolstadt, Bad Blankenburg - zu empfangen. Seit Juli sendet der Sender Kulm mit 200 Watt. Damit ist eine größere und bessere Versorgung im Städtedreieck möglich.
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