Der Polizist und Profi-Thaiboxer / Die zwei Seiten des Enriko Kehl

Enriko Kehl (links) als Gastsportler des Narong Gym e.V. mit dem Saalfelder Trainer Falk Gläser. Foto: Andreas Abendroth
 
Enriko Kehl als Polizeimeisteranwärter bei der Polizeiinspektion Saalfeld. Foto: Andreas Abendroth
Saalfeld/Saale: Polizeiinspektion | Ein Mann, sein Beruf, sein Sport

Die zwei Seiten des Enriko Kehl / Ein Leben zwischen Polizeialltag und Profisport

Von Andreas Abendroth

Im Saalfelder Kampfsportzentrum „Narong Gym e.V.“ treffe ich auf einen jungen Mann in Sportkleidung. Er ist einen halben Kopf kleiner als ich, macht einen durchtrainierten Eindruck, grüßt freundlich lächelnd, als ich den Trainingsbereich betrete.
Vor mir steht der aus dem hessischen Wetzlar stammende Enriko Kehl. In Sportkreisen ist der 20-jährige als der „Hurricane“ ein gefürchteter Gegner. Er gilt als der derzeit beste deutsche Thaiboxer, ist die größte deutsche Muay Thai Hoffnung – sagen die Fachleute aus der Sportbranche .
Die Ergebnisliste des Mittelgewichtsportlers kann sich sehen lassen: 66 Kämpfe, davon 58 Siege, sieben Niederlagen, einmal Unentschieden. Europacupsieger 2008, Deutscher Meister (MTBD) von 2007 bis heute, Kings Cup Finalist 2009, Bronze bei den Europa Meisterschaften 2011 und über die Muay Thai Super 8-Wettkämpfe qualifiziert für den Kings Cup 2011/12.
Die Erfolge sind dem jungen Mann nicht zu Kopf gestiegen.
Er berichtet über seinen Sport, seinen Bruder Juri, der dem gleichen Kampfsport nachgeht.

Seine Augen strahlen besonders, wenn er von seiner Teilnahme am Kings Cup in Thailand 2009 berichtet.
Der Kings Cup ist das weltweit bedeutendste Muay Thai-Turnier. „Rund 300000 Zuschauer sind während des Wettbewerbs, direkt am Ring, Zeuge der Kämpfe. Eine einmalige Kulisse und die Besten Kämper der Welt“, betont Enriko.
Das Kampfturnier zu ehren des thailändischen Königs genießt in Sportkreisen einen höheren Stellenwert als jede Weltmeisterschaft, kann man in den Fachjournalen nachlesen.
Ganz nebenbei erwähnt Enriko auch noch, dass er Mitglied der Deutschen Nationalmannschaft ist.

In der Kickboxszene ist er ein Vorbild. Auf der Homepage eines Meininger Vereins kann man lesen: „Kämpfen wie unser Vorbild Enriko Kehl. Wir trainieren gemeinsam mit Respekt, Fairness und Disziplin…“
Fakten, die für einen jungen Mann sprechen.

Auch Trainer Falk Gläser von der Saalfelder Kampfsportschule ist voller Stolz über den prominenten Gastsportler. „Für die Zeit, in der Enriko bei uns hier trainiert ist er auch gleichzeitig eine Bereicherung für alle unsere Sportler. Er verfügt über Erfahrungen, besonders bei internationalen Wettkämpfen, von denen wir noch lernen können.“

„Lieber ein ruhiger
Typ sein und im Ring
seine Stärke zeigen,
als umgekehrt.“
Enriko Kehl, Kampfsportler &
Polizeimeisteranwärter


Einen Tag später treffe ich noch einmal auf Enriko Kehl. Diesmal hat er keine Sportbekleidung an, sondern die Uniform der Polizei.
Momentan ist er im Rahmen seiner Ausbildung zum Polizeimeister in der Saalfelder Polizeiinspektion stationiert. Hier ist er unter anderem im Streifendienst im Einsatz.
„Der Sport und der Erfolg sind meine eine Seite. Auf der anderen Seite steht eine fundierte Ausbildung und der damit verbundene Berufsabschluss“, betont Enriko.
Er zeigt mir seinen Arbeitsplatz auf der „Wache“, dann werden noch einige Fotos am Streifenwagen gemacht.
Natürlich frage ich ihn auch, was seine Kolleginnen und Kollegen, zu seiner sportlichen Karriere sagen. Und, ob darunter die Ausbildung zum Polizisten nicht leidet.
„Das Ausbildungspensum muss absolviert werden. Eher machen sich meine Vorgesetzten sorgen, dass ich mich bei einem Kampf schwer verletze. Doch mein Dienstherr unterstützt mich auch bei meinem Sport. Für Europa- und Weltmeisterschaften werde ich vom Dienst freigestellt“, berichtet der Polizeianwärter.

Neben seiner Ausbildung ist dem jungen Mann seine Familie sehr wichtig. Immer wieder werden sein Bruder und sein Vater erwähnt. Sie unterstützen mich, sind am Ring dabei.

Er möchte noch möglichst lange seinen sportlichen Weg weitergehen können, viele Siege erringen. Deshalb wird man ihn in fast täglich in seiner Freizeit, nach getaner Arbeit bei der Polizei, beim Training für die nächsten Profikämpfe antreffen.
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