Der Saalfelder Dieter Völker ist verliebt in Käthchen

Dieter Völker mit seiner großen Liebe dem „Käthchen von Saalfeld“. Foto: Andreas Abendroth
Verliebt in Käthchen

Dieter Völker lässt eine historische Rose wieder aufblühen

Von Andreas Abendroth

SAALFELD. „Das ist sie…“, sagt mit ein wenig Stolz in der Stimme Dieter Völker. Der Saalfelder präsentiert mir eine Königin der Blumen. Eine Rose, welche in den Schattierungen gelblichweiß bis hin zu einer Nuance rosé leuchtet.
Man merkt deutlich, dass sich der Gartenliebhaber in die Rose mit dem klangvollen Namen „Kätchen von Saalfeld“ verliebt hat. Eine Pflanze blüht zur Zierde für alle Bürger und Interessenten in einer Hochpflanzschale neben der Hauptstraße der Kreisstadt. Zwei weitere Pflanzen stehen in der kleinen Gartenidylle des Rosenfreundes.
Dieter Völker kennt sich aber nicht nur in der Pflanzenwelt aus. Er ist auch an historischen Hintergründen sehr belesen. „Die einen sagen Käthe zu der Rose, andere wiederum Kätchen. Doch viel wichtiger ist es, dass diese Pflanze wieder zu sehen ist und blüht“, berichtet er.
Danach wird es geschichtlich. Die Rose wurde 1906 der Ehefrau von Ernst Bernhard Victor Georg von Sachsen-Meiningen gewidmet. Katharina (“Käthe”) heiratete 1892 in München und wurde am Tag ihrer Vermählung von Ernsts Vater zur "Freifrau von Saalfeld" erhoben.

„Es gibt leider auch Menschen, die haben einfach keine Achtung vor fremdem Eigentum. In einem unbemerkten Augenblick wurden einige Rosen einfach abgeschnitten“, Dieter Völker, Rosenliebhaber aus Saalfeld

„Alles begann bei einem Weinfest in Frankfurt. Ich kam mit einem Rosenzüchter ins Gespräch. Als er meinen Wohnort, Saalfeld, hörte erfuhr ich, dass es eine regional benannte Rose gab. Eine kleine, kümmerliche Rose habe ich dann im Klosterhof des Stadtgeschichtsmuseums entdeckt. Deshalb habe ich mich auf die Suche nach weiteren Exemplaren gemacht. Es gab keine“, berichtet Völker. „Im Jahre 2002 wendete ich mich an das Rosarium in Sangerhausen. Von dort kam die Antwort: Ach jetzt wird man in Saalfeld auch mal munter.“
Die ersten Vermehrungen aus einem Urexemplar waren nicht vom Erfolg gekrönt. Dann im Frühjahr 2012 kam aus Sangerhausen der erlösende Anruf: „Sie treibt“. Und jetzt kann man zur Blütezeit eine Nachzucht des „Käthchen von Saalfeld“ wieder Auf dem Graben bewundern.
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