Die Schokoladenfrau

Almut Wagner ist heute die Leiterin des Saalfelder Schokoladenwerkes und eine Fachfrau rund um die Herstellung dieser zarten Verführung.
  Saalfeld/Saale: Schokoladenwerk | Die Schokoladenfrau

Nachgefragt bei Almut Wagner, der Leiterin des Saalfelder Schokoladenwerkes


Wohl jeder kennt das Pastelgemälde „Das Schokoladenmädchen“ des Schweizers Jean-Étienne Liotard. Schokolade, genauer der Grundstoff Kakao, gehörte schon immer zu den begehrten Dingen, über Gesellschaften hinweg. Die braune Masse ist Lebens- und Genussmittel gleichermaßen.
Auch aus Saalfeld kommt seit 1901 diese zartschmelzende Verführung. Eine genaue Kennerin der Geschichte der Schokoladenindustrie ist die derzeitige Leiterin des Saalfelder Schokoladenwerkes, Almut Wagner.
Eine Frau, die fachlich weiß von was gesprochen wird, immer ein offenes Ohr für die Belange der Mitarbeiter hat.
In dem Bildband „Schokolade aus Saalfeld“ nimmt sie Interessenten auf eine geschichtliche Reise mit.

Frau Wagner, wie sind Sie zur Schokolade gekommen?


Am Anfang stand mein Studium in der Fachrichtung Verfahrenstechnik im Bereich Lebensmittel an der TU Dresden. Nach der Diplomarbeit ging es an das Bewerben. So wurde ich zu einem Vorstellungsgespräch nach Saalfeld eingeladen. Hier ging es vom Projekt-Ingenieur über viele Stationen bis zur Werksleiterin.

Was hat Sie bewogen, die Geschichte des Schokoladenwerkes in einem Bildband zu präsentieren?

Es gibt ein Buch: „Mauxion Saalfeld“ in dem die Schokoladengeschichte von den Anfängen bis zur Verstaatlichung geschildert werden. Doch den Betrieb gab es noch danach und gibt es auch heute noch. In dem neuen Buch werden Eindrücke bis zur Vereinigung der beiden deutschen Staaten gezeigt.

Wo stammt das umfassende Material her und hatten Sie Unterstützung?

Die Bilder stammen aus dem Betriebsarchiv, dem Stadtmuseum, von Mitarbeitern und Privatpersonen. Unterstützung hatte ich von ehemaligen Mitarbeitern.

Was möchten Sie mit dem neuen Buch reflektieren?

Ich war bei der Materialauswahl immer darauf bedacht, die früheren Mitarbeiter, den Menschen in dem Mittelpunkt zu stellen. Die von ihnen erbrachten Leistungen, ihr Engagement, sollen somit auch einmal honoriert werden. Es ist doch schön, wenn man dann die Worte hört: „Auf dem Foto da ist mein Vater oder mein Opa mit drauf“.

Wie sind Sie bei der Zusammenstellung vorgegangen?

Es ist gar nicht so einfach, ein solches Druckwerk zu erstellen. Man hat eine Vorstellung. Dann schreibt man diese auf, führt Gespräche mit ehemaligen und jetzigen Kollegen. Dabei werden immer mehr Erinnerungen wach. Vieles Vergessen, beispielsweise die Brücke über die Saale und die damalige Fernstraße zur Versorgung des Werkes mit Kohle und Öl.
Dann muss das gesamte Material in eine chronologische Reihenfolge gebracht werden. Zu den Fotoseiten kamen ergänzend Textblöcke. Oftmals waren die Entscheidungen sehr schwierig.

Was ist von dem Dokumentierten im Buch heute noch erhalten?

Ein großer Teil der Gebäude. Die „NETA“, die Neue Eintafelanlage, an welcher bis heute noch produziert wird. Und natürlich Produkte wie das Nougattütchen, das Original aus Saalfeld.

Frau Wagner, Danke für die vielen Hintergrundinformationen zu Ihrem Buch.


HINWEIS:
Das Buch „Schokolade aus Saalfeld 1945 bis 1990“ ist im Sutton Verlag erschienen. Es enthält auf 177 Seiten 257 Abbildungen. ISBN 3-95400-006-7
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1 Kommentar
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Hannelore Grünler aus Artern | 30.04.2012 | 07:01  
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