Die Umfrage: Welchen Stellenwert haben Berufsinformationsmärkte heute

Sarah Ehrhardt, Auszubildende Thüringer Fernwasserversorgung Zeigerheim. Fotos: Andreas Abendroth
 
Matthias Graul, Bürgermeister der Stadt Saalfeld
Saalfeld/Saale: Meininger Hof | In der Region für die Region

Umfrage: Welchen Stellenwert haben Berufsinformationsmärkte heute

Von Andreas Abendroth

SAALFELD. Anfang eines Jahres ist bekanntlich die Zeit der Berufsinformationsveranstaltungen und Infobörsen. Unternehmer stellen sich, ihre Leistungen oder Produkte vor. Schüler und Ausbildungssuchende können sich vorab ein Bild über die Firmen und Berufsbilder machen. Das Besondere, bei solchen Veranstaltungen ist Vielfalt angesagt. Beispielsweise findet man neben dem Angebot zum Mechatroniker, Informationen zur Ausbildung als Krankenschwester oder Verwaltungsfachangestellten.
AA fragte nach, welchen Stellenwert und Nutzen solche Berufsinformationsmärkte heute haben.


Sarah Ehrhardt, Auszubildende Thüringer Fernwasserversorgung Zeigerheim:
„Ich bin Auszubildende zur Fachkraft für Wasserversorgungstechnik. Ein nicht so bekanntes Berufsbild. In der Ausbildung spielen beispielsweise Umweltaspekte eine große Rolle. Deshalb sollte man Informationsveranstaltungen nutzen, um darauf aufmerksam zu machen. Ich als Azubi komme durch den geringeren Altersunterschied sehr leicht mit jungen Menschen ins Gespräch. Kann ihnen von meiner Ausbildung berichten.“

Matthias Graul, Bürgermeister der Stadt Saalfeld:
„Ein Beruf sollte ein Leben lang halten. Da ist es im Vorfeld sehr wichtig, sich ausführlich zu informieren. Ein Berufsinfomarkt bietet die Möglichkeit, die Vielfalt an Ausbildungsberufen kennen zu lernen. keiner sollte dabei seine Hände in den Schoß legen und abwarten. Dies gilt gleichermaßen für Lehrstellensuchende wie auch für Arbeitgeber.“

Franziska Möller, Geschäftsführerin Operativ der Agentur für Arbeit Jena:
„Momentan haben wir eine Situation mit sinkenden Zahlen bei den Schulabgängern. Deshalb ist es wichtig, dass sich Firmen und Unternehmen präsentieren, für sich werben. Es gibt viele Angebote im regionalen Bereich. Perspektiven für zukünftigen Fachkräfte und Arbeitgeber gleichermaßen. Neben den Berufsinformationsmärkten sollten die Angebote zu Firmenbesichtigungen genutzt werden.“

Matthias Reiher, Marktleiter K+B expert Rudolstadt:
„Für uns ist es sehr wichtig, qualifizierte Fachkräfte zu bekommen. Deshalb bilden wir auch selber im Unternehmen aus. Damit übernehmen wir auch eine soziale Verantwortung. Eine fundierte Ausbildung bei uns bedeutet auch, dass der Auszubildende später einmal in ein festes Beschäftigungsverhältnis übernommen wird. Außerdem bieten wir im weiteren Berufsweg verschiedene Aufstiegschancen an. Argumente, die junge Leute überzeugen dürften.“

Thomas Spychalski, Leiter Rettungsdienst DRK Saalfeld:
„Man muss bereits jetzt in die Zukunft blicken. Und da wird hochqualifiziertes Personal im Bereich des Rettungsdienstes benötigt. Oftmals herrschen bei den Jugendlichen völlig falsche Vorstellungen. Es ist nicht die in Filmen suggerierte Aktion mit Blaulicht und Tatütata. Es geht um Menschen und in letzter Zeit immer mehr um Notfälle im intensivmedizinischen Bereich. Und auf Grund des Ärztemangels im ländlichen Raum steigt die Verantwortung im Rettungsdienst stetig an. Das müssen junge Menschen wissen, bevor sie sich auf eine Ausbildung im Rettungsdienst einlassen.“

Jana Schulze, Praxisanleiter konservativer Bereich der Thüringen Klinik:
„Wenn man neue Fachkräfte sucht, muss man sich präsentieren. Und im Krankenpflegebereich wird zukünftig immer gut ausgebildetes Personal benötigt. Im Gespräch kann man erste Fragen zu vorhandenen Ausbildungsplätzen, zur Ausbildungszeit und zum Aufbau der Ausbildung beantworten.“

Janis Ritter & Saliha Benattia, Schülerinnen der 9. Klasse:
„Wir sind von der Schule aus hier. Aber auch aus eigenem Interesse. Natürlich gibt es den Traumberuf. Wir schauen uns hier um, informieren uns.“ (Janis Berufswunsch ist Ergotherapeutin und Saliha möchte später einmal im Bereich Psychologie tätig sein.)

Karina Hauk, Qualitätsmanagement Seeber Kunststofftechnik Gräfenthal:
„Es ist sehr schwierig im ländlichen Raum Auszubildende zu finden. Ich möchte junge Leute auf unsere Firma und die Möglichkeit zur Ausbildung als Werkzeug- oder Verfahrensmechaniker aufmerksam machen. Auch etwas abseits der Städte und großen Industriegebiete gibt es Firmen, die mit Hochtechnologien arbeiten.“
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