Ein richtig cooler Unterricht oder keine Angst vor der 112

Wie wird richtig eine Herzdruckmassage durchgeführt. Rettungsassistent Philipp Turtenwald übt mit den Schülern der Grundschule Rudolstadt-West an einem Dummy. Foto: Abendroth
Keine Angst vor der 112

Mit dem Projekt „Kinder helfen Kindern“ sollen Schüler die Grundlagen der Ersten Hilfe kennen lernen

Von Andreas Abendroth

„Die Kinder kennen zumeist nur den Rettungswagen, wenn er mit Blaulicht und tatütata durch die Straßen fährt. Doch es gibt noch ganz andere Rettungsmittel und Rettungsmethoden“, betont Christina Risse-Rakus von der Notaufnahme der Thüringen Kliniken.

Deshalb hat sie sich, gemeinsam mit Krankenschwestern der Notaufnahme und Rettungsassistenten des DRK-Rettungsdienstes Saalfeld auf eine Mission begeben. Sie sind in den Grundschulen der Region unterwegs, um den Kindern die Angst vor dem Helfen zu nehmen.

„Wir wollen den Kindern zeigen, was sie in bestimmten Situationen tun können. So kann die Zeit vom Absetzten des Notrufes bis zum Eintreffen professioneller Hilfe überbrückt werden“, erklärt Rettungsassistent Sascha Heidrich.

Dabei sollen die Kinder keineswegs überfordert werden. Sie sollen dem Alter gemäß reagieren und nicht nach der Devise: „Da wird schon ein anderer helfen.“ einfach wegschauen.
Die Skepsis der Schüler vor dem Neuen, dem unbekannten Szenarien, ist schnell verschwunden. Ein Grund, die Notrufnummer 112 kennen sie alle. In einem Rollenspiel wählen sie die Telefonnummer, lernen, genaue Angaben zum Unfall zu machen. An anderen Stationen üben sie die stabile Seitenlage, die Beatmung an einem Dummy oder das Anlegen eines Verbandes. Dabei erzählen sie von ihren „Erlebnissen“ in Krankenhäusern oder beim Arztbesuch.

Zum Schluss des Aktionstages zählt das Ergebnis. „Wir haben versucht, die Kinder von der Notwendigkeit der Ersten Hilfe zu überzeugen. Ihnen ganz einfache, dem Alter entsprechende Handgriffe gezeigt“, resümiert Sascha Heidrich. Und die Schüler Janik, Robert, Svenja betonen: „Der Unterricht war richtig cool. Wir haben sehr viel gelernt. Wann sind die Ärzte wieder in unserer Schule?

HINTERGRUND

- Gerade die Minuten zwischen dem Unfall und dem Eintreffen des Rettungsdienstes können die Auswirkungen des Schadens deutlich beeinflussen.
- Durch die tägliche Arbeit sind der Rettungsdienst und die Notaufnahme gut vernetzt. Dieses Wissen wollen sie nun gemeinsam in dem Projekt „Kindern helfen Kindern“ weiter geben.
- Darüber hinaus soll sich in den Köpfen aller Menschen festsetzten, dass Hilfe untereinander in unserer Gesellschaft selbstverständlich wird.
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