Familie, Tradition und Straßenmusik - Im Gespräch mit Jimmy Kelly

Jimmy Kelly & Folkband (Foto: Agentur)
Die Liebe zum Leben, zur Musik hat eine Familientradition

Jimmy Kelly & Band kommen nach Rudolstadt / Der Songwriter spricht im AA-Interview über sein Leben, seine Musik auf der Straße

RUDOLSTADT. Die Kelly Family ist seit Jahrzehnten Kult. Konnte man sie 1994 noch „ganz in Familie“ in der Rudolstädter Fußgängerzone erleben, gehen jetzt die Familienmitglieder ihren Soloprojekten nach. So gastierte 2004 Kathy Kelly in der Gertrudiskirche Graba.
Jimmy Kelly, Singer und Songwriter der „Kelly Family“ ist seit 2007 erfolgreich auf Solopfaden unterwegs und ist seit diesem Monat gemeinsam mit seiner Frau Meike und seiner Band mit seinem neuen Projekt „Viva la Street“ auf Tour.
Am 20. April, um 20.00 Uhr, kann man ihn in der Kleinkunstbühne Rudolstadt erleben.
Der Allgemeine Anzeiger sprach im Vorfeld mit Jimmy Kelly.

Ihr neues Projekt, die Tour 2012 trägt den Titel „Viva La Street” - “Es lebe die Straße“. Es klingt so, als hätten Sie ein Zuhause gefunden, doch die Straße lockt weiter?


Auf einem gewissen Level ja. Mein Zuhause ist meine jetzige Familie, meine Frau, meine Kinder und Freunde. Sie sind sozusagen mein sicherer Hafen – mein Anker.
Aber es ist eine schwierige Frage, denn die Suche geht ja trotzdem weiter. Nach unzähligen Erfolgen, ausverkauften Stadien und Millionen Plattenverkäufen führt es mich wieder zurück auf die Straße. Dort, wo der Erfolg vor über 35 Jahren für die Kelly Family angefangen hatte, wagte ich einen Neuanfang. Nur diesmal eben allein.

Was schätzen Sie an der Arbeit als Straßenmusiker?

Die Ehrlichkeit dieser Bühne. Die Straße verlangt von mir mehr nach Innen zu greifen.
Das Publikum ist sehr spontan und man erlebt Sachen, die unbezahlbar sind. Positiv wie auch Negativ. Der eine umarmt dich auf einmal weil du so nah bist, der andere schreit dich an und meint, dass du störst und weggehen solltest. Aber was die Strasse mir im grob und ganzen gibt, ist sehr viel Selbstvertrauen und obwohl man auf der großen Bühne ja mit dem ganzen Tam Tam vielleicht selbstbewusst ausschaut, bin ich da am wenigstens selbstbewusst. Auf der Strasse finde ich dieses Vertrauen wieder. Du bist nackt und es ist die Stunde der Wahrheit und entweder man liefert oder man kann nichts.

Beschreiben Sie die Musik, die Sie jetzt machen.

Das ist vom Stil her Folklore. Wir spielen Mandoline, Akustik-Gitarre, Akustik-Bass, Percussion, Geige und Akkordeon. Das sind die Instrumente, mit denen ich als Kind aufgewachsen bin. Mit meiner jetzigen Band, die Musiker habe ich auf der Straße kennen gelernt, haben wir einen ganz eigenen Sound gefunden, der einfach ins Blut
geht.

Der Kelly-Family-Fan aus den Zeiten Ihres großen Erfolgs, den 90ern, erkennt sie also bei Ihrem Konzert nicht viel wieder?

Der echte Kelly-Fan würde mich wieder erkennen und sich vielleicht sogar freuen. Ich glaube, der normale Deutsche kennt die Kelly Family seit den 70er- und 80er-Jahren. Ich erlebe das auf der Straße. Die meisten sind echt froh, wenn ich mit der Gitarre oder dem Akkordeon diese Songs spiele. Die sagen: „Mensch, das ist ja wie früher. Das sind die Kellys, die einem ans Herz gewachsen sind.“

Vielen Dank für das Gespräch und wir freuen uns auf Ihr Konzert am 20. April in Rudolstadt.


(Das Interview entstand mit freundlicher Unterstützung der Antje Rietig CA. Events.)
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