Hildes Leidenschaft: Ding-e-ling in Volkmannsdorf bei Hilde und ihren Glocken

Hilde Rosenbusch kennt alle ihre 9000 Glocken sehr genau.
 
Diese Kängeruh-Glocke stammt aus Australien.
Volkmannsdorf: Hilde Rosenbusch | Die Stadt Denver/USA wirbt damit, die größte Glockensammlung der Welt zu besitzen - mit 8000 Exemplaren. Vermutlich hat dort noch niemand von Hilde Rosenbusch aus Volkmannsdorf/Landkreis Saalfeld-Rudolstadt gehört, die diesen Rekord überbieten kann: „Ich habe mehr als 9000 verschiedene Glocken in meiner Sammlung und davon sind nur zwei doppelt. Nach eigenen Recherchen besitze ich deutschlandweit die größte Sammlung “, erzählt die rüstige Rentnerin mit Stolz.

Ihr ganzes Haus gleicht einem Glockenmuseum. Schon beim Eintreten erklingen metallene Türglocken. Genau diese sind es auch, die im Jahr 1987 den Grundstein für diese außergewöhnliche Sammlung legen. „Mein Mann hat das Glockenspiel auf der Mülldeponie in Bernsdorf gefunden und mit viel Mühe restauriert“, sagt Hilde Rosenbusch. „Ich finde Gefallen daran und schon bald kaufe ich mir weitere Glocken, wie Handglocken, Schiffsglocken, Tierglocken oder Souvenirglocken.“ Zu Geburtstagen gibt es von nun an viele weitere Stücke, manchmal bis zu 40 Glocken im Jahr. Die Sammelleidenschaft ist geweckt, egal wohin die Reise geht, von überall werden Glocken als Andenken mitgebracht. Alle Familienmitglieder und Freunde unterstützen die ehemalige Lehrerin dabei. „Mir ist dabei nicht wichtig, wie gut die Glocke klingt. Mir kommt es vor allem auf die Optik an.“

Auch auf Flohmärkten oder Weihnachtsmärkten hat Hilde Rosenbusch nur ein großes Ziel: Glocken zu finden, die noch nicht in ihrer Sammlung sind. Diese Woche geht die Reise auf die Weihnachtsmärkte nach Erfurt und nach Kiel. „Viele Händler kennen inzwischen meine Leidenschaft und legen so manches schöne Stück für mich beiseite. Und die Mitarbeiter der Schaugießerei in Heinrichshütte und ein Glasbläser in Masserberg haben sogar einmalige Stücke nur für meine Sammlung angefertigt.“

Die Decken und Wände sowie Regale und Vitrinen in ihrem Haus schmücken jetzt Glocken aus allen erdenklichen Materialien, wie Porzellan, Metall, Keramik, Glas, Kristall, Muscheln, Schalen von Nüssen, Plauener Spitze oder selbst gebastelt in Artischockentechnik. Jede hat in der Wohnung ihren Platz gefunden, keine liegt verschlossen im Schrank. Alle Exemplare sind akribisch genau sortiert nach Ländern, Erdteilen und Themen wie Frühling oder Weihnachten. Aus jedem europäischen Land ist mindestens eine Glocke zu finden, selbst sogar aus so kleinen Ländern wie dem Vatikan oder Andorra. Ganz außergewöhnliche Exemplare der Sammlung sind drei Glocken mit erotischen Motiven, die beim näheren betrachten so manche Überraschung bereithalten.
Die Museen in Reichmannsdorf oder Aue haben sich bereits für Sonderausstellungen Glocken ausgeliehen, meist um die 1000 Stück. Dabei handelt es sich vor allem um komplette Sammlungen, hergestellt in den Porzellan- oder Glaswerken de Region.

Eins fehlt noch in Hildes Sammlung, eine Kirchturmglocke. „Diese hat man mir schon einmal angeboten. Aus Platzgründen habe ich die Große allerdings ablehnen müssen. Aber mit einer etwas Kleineren könnte ich mich schon anfreunden.“
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2 Kommentare
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Hannelore Grünler aus Artern | 02.01.2014 | 22:10  
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Renate Jung aus Erfurt | 03.01.2014 | 01:08  
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