Jo Sommer holt mit seinen Didgeridoos ein Stück Australien nach Thüringen

Im Vergleich: Jo Sommer zeigt ein typisch australisches Holzdidgeridoo und ein Instrument aus Glas. Die Kniffe des Didgeridoo-Spielens lernte der Thüringer bei den Aborigiones.
 
Mit dem "Glasdidge" unterwegs in der Natur.
Katzhütte: Jo Sommer |

Der Thüringer Jo Sommer ist von dem Instrument der australischen Ureinwohner, dem Didgeridoo, fasziniert. Es erzeugt einen fast magischen Ton, der einem durch viel Übung irgendwann geschenkt wird. "Wer diesen Ton schnell haben will und dazu viel Kraft aufwendet, wird scheitern." Jo Sommer



Im Tal der Oelze, mitten im Thüringer Wald, liegt im Sonnenlicht. Die Natur zeigt sich in den schönsten Farben. Über allem liegt Stille. Langsam breitet sich ein tiefer, gleichmäßiger Ton aus, der sich zu einer besonderen Melodie formt. Der Wind trägt sie sanft davon. Im Gras sitzt entspannt Jo Sommer und schickt weitere Töne auf die Reise. In seinen Händen hält er ein Stück ausgehöhlten Eukalyptusbaum und bläst hinein - ganz in sich versunken. Es ist ein Didgeridoo, das Instrument der australischen Ureinwohner, das der Thüringer zu spielen vermag. Seit fast 20 Jahren ist es sein musikalischer Begleiter.

„Auf einem Flohmarkt habe ich diesen Ton zum ersten Mal gehört und war sofort begeistert“, sagt Jo Sommer. „Ein Didgeridoo zu spielen ist nicht einfach, sondern erfordert viel Übung, bis ein sauberer Ton erklingt. Ohne Zwang und nur durch stetiges Training der Muskulatur am Mund bekommt man den Ton irgendwann geschenkt. Bei mir hat es einen Monat gedauert.“

Der Ton ist das Besondere am Didgeridoo: Es ist ein tiefer Grundton mit einem großen Spektrum an Obertönen, die durch die Bewegung der Wangen, Lippen und Zunge variiert werden können. Ein Digeridoo kann dadurch sehr rhythmisch klingen, aber auch meditativ gespielt werden. Noten gibt es keine. „Ich kann beim Spielen meinen Gefühlen freien Lauf lassen.“

Die Zuhörer sind immer wieder von der Spieldauer fasziniert. Es hat den Anschein, dass der Ton minutenlang nicht einmal zum Luftholen unterbrochen wird. „Das Geheimnis ist eine besondere Atemtechnik, die Zirkularatmung genannt wird.“
Ein Didgeridoo aus Holz ist schwer und nicht leicht zu transportieren. Das brachte Jo Sommer auf die Idee, mit Glas zu experimentieren. In Zusammenarbeit mit einer Firma in Lauscha entstand so das erste Glasdidgeridoo im Jahr 2000. Seitdem ist das matt braun schimmernde „Glasdidge“ Jo Sommers Begleiter auf seinen Reisen - die ihn in viele Länder führten und so manches Abenteuer bescherten. Auch den Aborigiones hat er ein Instrument persönlich überbracht. Diese Begegnung mit den australischen Ureinwohnern hat den Thüringer so beeindruckt, dass er als Friedensbotschafter seitdem für die Aborigiones unterwegs ist.

Bei schönem Wetter ist Jo Sommer oft alleine mit seinem „Glasdidge“ in der Thüringer Natur unterwegs und gibt Pflanzen, Tieren oder Menschen ein Ständchen. Er träumt davon, Gruppenwanderungen mit dem Didgeridoo anzubieten und im besten Fall mit Touristinformationen zu kooperieren. „Ich würde mich freuen, wenn sich Interessenten melden.“
Mit großer Hingabe widmet sich Jo Sommer wieder seinem Didgeridoo und bringt es erneut zum Klingen.

Zur Person:
- Jo Sommer ist Künstler: Musik und Punktmalerei der Aborigiones
- wohnt in Katzhütte
- Erfinder des handgemachten Glasdidgeridoos
- erlangte einmal den Titel „Didgeridoo World Champion“
- Brother of the Larrakeya Aborigiones Darwin
- gemeinsame Konzerte mit Pianisten Stefan Kling
- Kontakt: www.jo.yourweb.de
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3 Kommentare
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Renate Jung aus Erfurt | 01.07.2016 | 17:50  
Ines Heyer aus Saalfeld | 05.07.2016 | 11:29  
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Renate Jung aus Erfurt | 05.07.2016 | 20:46  
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