Kräuter, Buckelapotheker und Legenden - Geschichten und Heilmittel aus dem Thüringer Olitätenland

Familie, Kräuter und Legenden

Aus dem Leben der Thüringer Kräuterfrau Elvira Liebmann-Grudzielski

Von Andreas Abendroth

Ich treffe auf Elvira Liebmann-Grudzielski. Sie kommt angeschlendert mit einem Weidenkorb. Dieser ist natürlich gefüllt mit einigen Gaben aus der Natur, einem kleinen Fläschchen in dem „Medizin“ ist sowie einem Buch. Bevor wir zu dem neuen Druckwerk kommen, berichtet mir das „Kräuterchen“, wie sie liebevoll von ihren Bekannten genannt wird, aus dem Leben ihrer Familie.

Als Urenkelin eines Thüringer Buckelapothekers kann die Oberweißbacherin viel über das Heilkräuterwissen erzählen.
Zu Hause waren wir elf Kinder. Als Älteste kann sie sich noch an ihren Urgroßvater erinnern. Er zog als Buckelapotheker von Ort zu Ort, vertrieb seine Naturheilmittel, kurz selbst hergestellte Olitäten. Später nutzte man die Eisenbahn, kam bis in den Oberbayrischen Raum.
Es war eine Zeit, in der es eine solche Großfamilie nicht einfach hatte. So zogen die Kinder mit durch Wald und Flur, lernten von den Großen die Gaben der Natur kennen und deren Nutzen zu schätzen. Hausmittel, mit denen die Menschen ihre Krankheiten und Verletzungen selbst behandeln konnten.
Ein Wissensschatz, welcher in der heutigen Zeit immer mehr an Bedeutung gewinnt, eine regelrechte Renaissance erlebt.

Während der DDR-Zeit geriet dieses Wissen fast in Vergessenheit, wurde nicht verbreitet. „Erst nach dem gesellschaftlichen Umschwung wurde es förmlich wieder ausgegraben“, berichtet Kräuterfrau Elvira.

Sie berichtet, über ihre Arbeit zum Aufbau eines Olitätenlandes, das sich ja jetzt über mehrere Kreise im Thüringer Waldraum erstreckt.

Gerne gibt sie ihr überliefertes Familienwissen an Interessenten weiter. „Man spricht immer vom Thüringer Kräutergarten aber eigentlich muss es Thüringer Kräuterland heißen“, betont sie. Und genauso heißt auch das Buch, welches das Wissen um Heilkräuter und deren Anwendung vermitteln soll. Die Autorin präsentiert eine Auswahl an Kräutern und Rezepturen. Dazu noch etwas Geschichtliches zum Olitätenland sowie verschieden Orte. Illustriert mit vielen Fotos.
„Mein Buch und dessen Inhalt soll keine Konkurrenz zu Apothekern und Ärzten sein. Ich möchte nur aufzeigen, dass man mit vielen Mitteln aus der Natur seine Hausapotheke bereichern kann. Nur so können einfache Rezepturen für Hausmittel, hergestellt aus dem Naturgarten an Generationen weiter gegeben und bewahrt werden“, so Elvira Liebmann-Grudzielski.

INFORMATIONEN

Mehr Infos um die Kräuterfrau Elvira Liebmann-Grudzielski im Internet unter www.kraeuterland.com.
Das Buch „Das Thüringer Kräuterland“ ist im Burghügel Verlag Rudolstadt erschienen. ISBN 3-943509-02-1
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2 Kommentare
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Hannelore Grünler aus Artern | 19.04.2012 | 20:58  
Andreas Abendroth aus Saalfeld | 20.04.2012 | 07:45  
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