Liebe auf den ersten Blick: Elke Schönfelder hat eine ganz besondere Beziehung zu ihren Plüschtieren

Elli der Elch fährt Skateboard. Der zottlige Waldschrat jodelt und der Maulwurf mit den großen runden Knopfaugen lädt zum Mittanzen ein. Elke Schönfelder hat in 50 Jahren mehr als 400 Plüschtiere gesammelt – mit und ohne Mechanik.
Piesau: Gemeindeverwaltung | „Der arme Teddy“, sagt meine Tochter, als sie ein gesichtsloses, schmutziges Bärchen, eingebunden in einem Baustellen-Absperrband auf dem Rückweg vom Kindergarten erblickt. Den Scherz der Bauarbeiter haben wir beendet, den Teddy befreit, gewaschen und ein neues Gesicht sowie Mütze und Pullover gegeben“, erzählt Elke Schönfelder. „Dieses Bärchen sitzt seit mehr als 25 Jahren auf meinem Kleiderschrank.“ Und dort sitzt es nicht allein: Bären, Elefanten, Hunde, Katzen, Hasen, Affen, Elche, Enten, Pinguine und viele weitere Tiere und Figuren haben einen Platz in ihrer Wohnung in Piesau gefunden. Geschätzt sind es heute mehr als 400, die im Laufe von 50 Jahren zusammen gekommen sind. „Es fällt mir schwer, einem süßen Gesicht oder weichen Fell zu widerstehen. Meist ist es die Liebe auf den ersten Blick, die mich zum Kaufen veranlasst.“
Ein brauner Affe ist der älteste in der Runde - Elke Schönfelder erhält ihn als Kind vom Vater. Gestopft ist er mit Holzwolle, an einigen Stellen bahnt sie sich schon einen Weg durch den Stoff. Ein Teddy und ein Hund sind auch aus den 60er Jahren. „Mein Vater betonte immer: Spielsachen haben eine Seele. So wie man sie behandelt, werden sie es dir danken. Diese Tiere zeigen Gebrauchsspuren, aber ich bin immer sehr sorgsam damit umgegangen. Deshalb sind sie noch so gut erhalten“, sagt die 54-Jährige.
Zu DDR-Zeiten war es sehr schwierig, Plüschtiere zu bekommen, noch dazu, wenn sich Tochter Nicole unbedingt ein Känguru wünscht. „Aus dem braunen Fell von einem Parka habe ich dann nach eigenen Entwürfen ein 40 Zentimeter großes Känguru, natürlich mit Beutel, genäht. Und aus einem grauen Fingerhandschuh entstand mit den Fellresten, drei Knöpfen und einer Kette auch noch ein Hund.“ Jedes der Tiere hat eben seine eigene Geschichte: Der Waldschrat ist eine Erinnerung an den Österreichurlaub, die Entenküken an den Bauernmarkt vor drei Jahren oder der Elch ein Geschenk vom Mann. Batteriebetrieben zeigen viele erst ihr wahres Können. „Es fasziniert mich, wenn sie sich bewegen oder Geräusche von sich geben. Einen der ersten Furbys habe ich vor vielen Jahren für 130 Mark meiner Tochter gekauft. Ich selbst war so fasziniert, das ich ihn auch einen Tag mit auf Arbeit genommen habe um zu sehen, was er den ganzen Tag macht.“
Momentan ist es in Elke Schönfelders Wohnung leer geworden, fast der gesamte Plüschzoo ist aus der Wohnung verschwunden. Die Tiere sind in die zehn 5-etagigen Vitrinen im Gemeindeamt Piesau eingezogen. Alle sorgsam geordnet nach Themen – vom Polarkreis, über den Wald oder Komposthaufen, das Oktoberfest, Halloween oder Weihnachten bis hin zu bekannten und beliebten Fernsehfiguren.
„Zuhause schmücke ich einen kleinen Weihnachtsbaum mit 21 kleinen, cremefarbenen Teddys. Denn die flauschigen Fellgesichter machen die Welt doch ein wenig schöner.“

Ausstellung:
Plüschtiere aus der Sammlung von Elke Schönfelder
Gemeindeamt Piesau,
Straße des Friedens 15
zu sehen bis zum Jahresende
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1 Kommentar
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Petra Seidel aus Weimar | 09.12.2013 | 21:28  
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