Meldung des Tages: Papst Benedikt tritt zurück - Eine Entscheidung für die Geschichtsbücher

Papst Benedikt XVI. während seines Besuchs 2011 in Erfurt. Foto: Andreas Abendroth
Rome (Italien): Citta del Vaticano | Papst Benedikt gibt zum 28. Februar sein Amt auf

Neues Kirchenoberhaupt soll bereits zu Ostern benannt sein

ROM/VATIKAN. Es ist eine Sensation in der katholischen Kirchengeschichte. Papst Benedikt XVI. gibt sein Pontifikat am 28. Februar auf. Das teilte das Oberhaupt der katholischen Christen persönlich am heutigen Montag bei einer Vollversammlung der Kardinäle auf Lateinisch mit.
"Nachdem ich wiederholt mein Gewissen vor Gott geprüft habe, bin ich zur Gewissheit gelangt, dass meine Kräfte infolge des vorgerückten Alters nicht mehr geeignet sind, um in angemessener Weise den Petrusdienst auszuüben", so die Worte des Pontifex nach Verlautbarungen aus Vatikankreisen.

Außerdem kündigte Vatikansprecher Federico Lombardi bereits an, dass ein Nachfolger bis Ostern feststehen wird.

Seit Jahrhunderten (im Jahr 1294 ist das erste Mal), dass ein Papst von seinem Amt zurücktritt. Papst Benedikt XVI. war im April 2005 zum Nachfolger des verstorbenen Johannes Paul II. gewählt worden.

Kommentar zum gesundheitlichen Rücktritt Papst Benedikt XVI.

Von Andreas Abendroth

Ab dem 28. Februar sind wir nicht mehr Papst. Von vielen Christen wird die Amtsaufgabe als menschlich nachvollziehbar angesehen. Ein richtiges und notwendiges Zeichen zur richtigen Zeit. Papst Benedikt XVI. zeigt damit, dass er seinen Ausführungen: „Zum Einklang von christlichem Glauben und menschlicher Vernunft…“ auch Taten folgen lässt. Er ist eben nicht nur der Papst, sondern auch der 85-jährige Mensch Joseph Ratzinger.

Natürlich hinterlässt er aber auch viele offene Baustellen. So zum sexuellen Missbrauch in der Kirche, zur Verhütung und zu Fragen der Ökumene. Nur, wenn auch ein Umdenken mit den notwendigen Reformen beim Klerus in Rom erfolgt, man auch auf die Christen in den Pfarrgemeinden hört, die ihren Glauben im täglichen Alltagsgetriebe leben, kann die Krise in der katholischen Kirche überwunden werden.

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Einen Beitrag, wie Mitglieder des DRK Saalfeld den Papstbesuch in Erfurt erlebt haben, finden Sie unter: http://www.meinanzeiger.de/erfurt/leute/was-bleibt...

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Originalansprache des Papstes vom heutigen Tag in deutscher Übersetzung und in Latein

Liebe Mitbrüder!
Ich habe euch zu diesem Konsistorium nicht nur wegen drei Heiligsprechungen zusammengerufen, sondern auch um euch eine Entscheidung von großer Wichtigkeit für das Leben der Kirche mitzuteilen. Nachdem ich wiederholt mein Gewissen vor Gott geprüft habe, bin ich zur Gewißheit gelangt, daß meine Kräfte infolge des vorgerückten Alters nicht mehr geeignet sind, um in angemessener Weise den Petrusdienst auszuüben. Ich bin mir sehr bewußt, daß dieser Dienst wegen seines geistlichen Wesens nicht nur durch Taten und Worte ausgeübt werden darf, sondern nicht weniger durch Leiden und durch Gebet. Aber die Welt, die sich so schnell verändert, wird heute durch Fragen, die für das Leben des Glaubens von großer Bedeutung sind, hin- und hergeworfen. Um trotzdem das Schifflein Petri zu steuern und das Evangelium zu verkünden, ist sowohl die Kraft des Köpers als auch die Kraft des Geistes notwendig, eine Kraft, die in den vergangenen Monaten in mir derart abgenommen hat, dass ich mein Unvermögen erkennen muß, den mir anvertrauten Dienst weiter gut auszuführen. Im Bewusstsein des Ernstes dieses Aktes erkläre ich daher mit voller Freiheit, auf das Amt des Bischofs von Rom, des Nachfolgers Petri, das mir durch die Hand der Kardinäle am 19. April 2005 anvertraut wurde, zu verzichten, so daß ab dem 28. Februar 2013, um 20.00 Uhr, der Bischofssitz von Rom, der Stuhl des heiligen Petrus, vakant sein wird und von denen, in deren Zuständigkeit es fällt, das Konklave zur Wahl des neuen Papstes zusammengerufen werden muss.
Liebe Mitbrüder, ich danke euch von ganzem Herzen für alle Liebe und Arbeit, womit ihr mit mir die Last meines Amtes getragen habt, und ich bitte euch um Verzeihung für alle meine Fehler. Nun wollen wir die Heilige Kirche der Sorge des höchsten Hirten, unseres Herrn Jesus Christus, anempfehlen. Und bitten wir seine heilige Mutter Maria, damit sie den Kardinälen bei der Wahl des neuen Papstes mit ihrer mütterlichen Güte beistehe. Was mich selbst betrifft, so möchte ich auch in Zukunft der Heiligen Kirche Gottes mit ganzem Herzen durch ein Leben im Gebet dienen.
Aus dem Vatikan, 10. Februar 2013
BENEDICTUS PP XVI

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Fratres carissimi

Non solum propter tres canonizationes ad hoc Consistorium vos convocavi, sed etiam ut vobis decisionem magni momenti pro Ecclesiae vitae communicem. Conscientia mea iterum atque iterum coram Deo explorata ad cognitionem certam perveni vires meas ingravescente aetate non iam aptas esse ad munus Petrinum aeque administrandum.

Bene conscius sum hoc munus secundum suam essentiam spiritualem non solum agendo et loquendo exsequi debere, sed non minus patiendo et orando. Attamen in mundo nostri temporis rapidis mutationibus subiecto et quaestionibus magni ponderis pro vita fidei perturbato ad navem Sancti Petri gubernandam et ad annuntiandum Evangelium etiam vigor quidam corporis et animae necessarius est, qui ultimis mensibus in me modo tali minuitur, ut incapacitatem meam ad ministerium mihi commissum bene administrandum agnoscere debeam. Quapropter bene conscius ponderis huius actus plena libertate declaro me ministerio Episcopi Romae, Successoris Sancti Petri, mihi per manus Cardinalium die 19 aprilis MMV commissum renuntiare ita ut a die 28 februarii MMXIII, hora 29, sedes Romae, sedes Sancti Petri vacet et Conclave ad eligendum novum Summum Pontificem ab his quibus competit convocandum esse.

Fratres carissimi, ex toto corde gratias ago vobis pro omni amore et labore, quo mecum pondus ministerii mei portastis et veniam peto pro omnibus defectibus meis. Nunc autem Sanctam Dei Ecclesiam curae Summi eius Pastoris, Domini nostri Iesu Christi confidimus sanctamque eius Matrem Mariam imploramus, ut patribus Cardinalibus in eligendo novo Summo Pontifice materna sua bonitate assistat. Quod ad me attinet etiam in futuro vita orationi dedicata Sanctae Ecclesiae Dei toto ex corde servire velim.

Ex Aedibus Vaticanis, die 10 mensis februarii MMXIII

BENEDICTUS PP XVI
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1 Kommentar
Andreas Abendroth aus Saalfeld | 12.02.2013 | 07:28  
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