Narren und Regenten in Bad Blankenburg: "Es lebe der Sündenfall zum Karneval"

Bis Aschermittwoch schwingen Elke die II. und Karsten der I. als Prinzenpaar Aschermittwoch das Zepter in Bad Blankenburg. Fotos: Roberto Burian (Foto: Burian)
Die langen Nächte der guten Laune

Bis Aschermittwoch schwingen Elke die II. und Karsten der I. das Zepter in Kurschanien

Von Roberto Burian

BAD BLANKENBURG. „Die Zeit für einen Sündenfall ist sicherlich der Karneval“. Es lebe die Ironie dachten sich die Karnevalisten vom Bad Blankenburger Carnevalclub (BBCC) und so erschallte zum ersten Büttenabend in der ausverkauften Narrhalla aus hunderten Kehlen der Schlachtruf „Kur Scha“.
In Scharen waren die Frohnaturen gekommen um „Lieber mittendrin als nur dabei zu sein“ und einmal im Jahr die strengen Regeln des Lebens ungestraft zu brechen, ja sogar zu verhöhnen.
Begrüßt wurden sie vom neuen Prinzenpaar Elke der II. und Karsten dem I. Bis zum Aschermittwoch schwingen die Majestäten das Zepter über das närrische Volk in Kurschanien. Seit dem 08.08.1988 sind die beiden auch privat ein Paar. Der gebürtige Dresdner und die Rudolstädterin lernten sich beim Studium der Baustoffverfahrenstechnik 82 in Weimar kennen und lieben. Sohn Stephan erblickte fünf Jahre später das Licht der Welt. Elke arbeitet in einem Bad Blankenburger Ingenieurbüro während ihr Mann seine Brötchen als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Bauhaus-Universität Weimar verdient.
„So ein Büttenabend bedeutet für mich auch eine Menge Stress. Als Mitglied des Männerballetts heißt es für mich gleich mehrfach das Kostüm zu wechseln“, berichtet der Prinz.
Die Kondition für die närrischen Tage hat sich der begeisterte Hochtouren – Geher bereits im Vorfeld in den Bergen geholt. So erreichte ein Fanschal mit dem Bad Blankenburger Karnevalisten bereits die stolze Höhe von 5300 Metern. Während der neue Prinz in seiner Freizeit auch beim Volleyball vollen Einsatz zeigt, ist seine Frau eher ein Bücherwurm und zählt das Reisen zu ihren Hobbys. Auf die Frage des Präsidenten ob sie sich vorstellen könnten die neuen Regenten der Fröbelstadt zu werden gab es von Karsten ein freudiges ja und von Elke ein spontanes „nein“. Da sollen mal jüngere ran, hieß es.
Deshalb mussten Vizepräsidentin Katrin Ritter und Helga Möller erst einmal Überzeugungsarbeit leisten. Überhaupt haben die Frauen sich ihr Refugium in der Lavendelstadt seit langen erkämpft, übernehmen zum Weiberfasching Saal, Elferratsplätze und Bütt und sind eine feste Größe im Verein. Mittlerweile haben auch die gekrönten Häupter längst die ersten Hürden genommen, sitzen sprichwörtlich in der ersten Reihe und haben ihren Entschluss nicht bereut. „Wir finden unsere Karnevalisten sind einfach die Besten und eine tolle Truppe“ sind sie übereinstimmend der Meinung. Noch bis zum Rosenmontag liefern die BBCC´ler ihren Besuchern alles, was das Karnevalsherz begehrt. Und so kann mancher so offen sein, wie das im Alltag nicht immer möglich ist. Wenigstens eine Nacht lang. Bis es wieder heißt: „Am Aschermittwoch ist alles vorbei“.
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