Profis geben Unterricht: Eine musikalische Zeitreise

Der Berliner Songwriter „Lüül“ (Zweiter v. links) beim Workshop mit Musikern der Don Stefano Band und Rudolstädter Musikschülern. Foto: Roberto Burian
Rudolstadt: Musikschule Rudolstadt | Eine musikalische Zeitreise

Songwriter „Lüül“ aus Berlin gibt Einblicke in fünfzig Jahre deutsche Musikgeschichte

Von Roberto Burian

RUDOLSTADT. Handgemachte Rhythmen voller Leichtigkeit dringen aus einem Unterrichtsraum der Musikschule in Rudolstadt-Volkstedt. Der Berliner Lutz Graf-Ulbrich, alias Lüül, einst einer der profiliertesten Gitarristen der Krautrock-Szene und heute eher folkiger Liedermacher ist auf Empfehlung von Musiklehrer Steffen Schlosser in die Residenzstadt gekommen.
Die Jugendlichen bekommen im Workshop Einblicke in ein bewegtes Musikerleben und erarbeiten mit der einheimischen Don Stefano Band einige seiner Lieder.

Der Weitgereiste verkörpert fast fünfzig Jahre deutsche Musikgeschichte. Er war in Las Vegas, verbrachte mit Velvet Underground Diseuse Nico einige Jahre auf der Bühne und wurde Ihr Liebhaber, holte sich seine Ideen für die Musik bei den Punks auf den Straßen von Mexico und lebte in Berlin und New York. Mitte der 90er Jahre hat er die Band 17 Hippies mitbegründet. 2003 gastierte die beim Tanz- und Folkfest. Vor ein paar Jahren hat er ein Buch über seine Geschichte als Musiker geschrieben. Lüül fängt mit seinen Erzählungen nicht nur Momente seines eigenen Lebens ein, sondern hält Empfindungen und Geschehnisse einer ganzen Generation zwischen diesen Seiten fest. Klar, dass die Jugendlichen nun ganz besonders aufgeregt sind, als sie mit dem prominenten Gast musizieren dürfen.

Maximilian (13) spielt seit drei Jahren Keyboard und streichelt die Tasten bei einem langsamen Song heute ganz besonders behutsam. Auch Clara und ihre Freundin Elli (beide 12) geben ihr Bestes und der prominente Gast spart nicht mit Lob. Dann wird ein Tango geprobt. Clara rockt wenig später auf ihrer E-Gitarre „Apache“ von den Shadow`s, ein Liebling-Song aus Lüül`s Jugendzeit. Am Tag danach, beim Konzert in der Volkstedter Porzellanmanufaktur zeigen dann alle was sie einstudiert haben. Die Autobiographie ist dabei die Grundlage. Unterstützt wird Lüül vom Amelie - Ensemble und den Musikern der Formation Artista del Silencio aus der Musikschule. Letztere spielen ein Stück das Moabit heißt und mit stampfendem Rhythmus und trauriger Melodie von der Trostlosigkeit dieses Berliner Bezirks erzählt. Dafür hat der Gast aus der Hauptstadt extra eine uralte Drum Maschine mitgebracht. Der Song die Welle beschreibt dagegen, wie Lüül fast im Meer ertrank, als er von einer Welle erfasst wurde. Das Ganze passierte während seine Freunde, kaum 20 Meter entfernt, bekifft am Strand lagen.

„Eine nackte Schönheit, die in der Nähe badete, hörte mich rufen und holte noch rechtzeitig die Rettungskräfte“, blickt der Musiker zurück. Heute kann er darüber schmunzeln. Mit der Don Stefano Band hat der Songwriter ein Feuerlied komponiert, das seine Premiere feiert und durchaus Hitpotenzial hat. Es wird , wie das ganze Konzert, vom Publikum begeistert aufgenommen.
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