Rudolstädter Steinmetzbetrieb Martin begeht 90. Gründungsjubiläum

Die Ehrenurkunde zum 90. Gründungsjubiläum überreichte Hans Joachim Reiml (vorn re.) an Bernd Martin (li.). Mit anwesend Ehefrau Heidrun, Innungsgeschäftsführer Uwe Lübbert und Obermeister und Berufskollege Thomas Haase (hintere Reihe von links)
 
Bernd Martin (li.) hier beglückwünscht von Obermeister und Berufskollege Thomas Haase. Mit anwesend Ehefrau Heidrun, Innungsgeschäftsführer Uwe Lübbert und HWK-Hauptgeschäftsführer Hans Joachim Reiml. (hintere Reihe von links)
Rudolstadt: Steinmetzbetrieb Martin |

Spuren in Stein für die Ewigkeit

MIt stets neuen Ideen muss ein Steinmetz aus dem steinernen Material die Form ausdrucksvoll und meisterhaft herausarbeiten. So hielt und hält es auch die Steinmetzdynastie Martin in der Weimarischen Straße in Rudolstadt. Seit der Gründung durch Oscar Martin vor 90 Jahren, exakt am 2. August 1926, finden sich die Steingestalter bis heute am gleichen Ort. „Werkstatt und Grundstück wurden natürlich fortwährend erweitert und auf modernstem Stand der Technik gehalten. Nur so konnte und kann unser Betrieb den sich durch Zeitgeist wandelnden Anforderungen und Wünschen der Kunden stets gerecht werden“, schaut Steinmetzmeister Bernd Martin, heutiger Chef und Enkel des Gründers, auf die von ihm und vorher von seinem Vater Oscar Martin jun. fortgesetzt hochgehaltene meisterliche Tradition und Handwerkskunst der Steinmetze und Steinbildhauer.

Mit diesen Erfahrungen aus dem gelebten Handwerk engagiert sich der 67-Jährige als Gründungsmitglied der Innung des Steinmetz- und Steinbildhauerhandwerks Ostthüringen und Aktivposten im Vorstand bis heute für sein wohl ältestes und dennoch junggebliebenes und stets modernes Handwerk.

Unzählige Spuren aus und in Kalkstein, Marmor und Granit hinterließen die Martins in der Region. So verewigten sie sich mit Steinelementen sowohl am als auch im Schloss Großkochberg ebenso wie für die Heidecksburg am Heimatort. Privatkunden danken den Martins mit Weiterempfehlungen für einzigartige Treppen, Fußböden, Tischplatten sowie stilsicher ausgearbeitete Plastiken. Brunnen und Sitzgruppen in ihren Außenanlagen.

Sein Postament, das Meisterstück aus 1975 sei übrigens auch in einer Außenanlage öffentlich zugänglich. Es trägt eine Skulptur im Kunstwald in Röbel an der Müritz.

„Ja die Materialfrage“, erinnert sich der Steinmetzhandwerker, „die hat sich nach 1990 grundlegend gewandelt. Mussten wir früher noch Weimar-Porzellan und harte Währung gegen Lausitzer Stein tauschen, so können wir heute aus etwa 500 Granit- und 300 Marmorsorten auswählen.“

„Trotz all dieser vielseitigen Referenzen verbindet die Öffentlichkeit unser Handwerk noch viel zu häufig und einseitig nur mit der Grabmalgestaltung“, beschreibt Innungsobermeister Thomas Haase aus Eisenberg die aktuelle Situation und Wahrnehmung. Und gerade hier kritisiert er die geplante Novelle des Thüringer Bestattungsgesetzes: „Wird es von Rot-Rot-Grün beschlossen und damit rechtskräftig, öffnet es dem tabulosen und uneingeschränkten Umgang mit den sterblichen Überresten. Ein ehrenvoller und würdiger Umgang mit den Zeichen des Gedenkens und Andenkens an die Verstorbenen wird damit unmöglich“, warnt er. Schon jetzt würden deutschlandweit aktive Anbieter alternativer Bestattungsformen wie beispielweise Friedwald mit unwahren Aussagen über das verwendete Steinmaterial seine Berufskollegen in Misskredit bringen.

„Wer sich nicht mit Wiese oder Friedwald zufriedengibt, der setzt heute auf Individualität bei der Grabmalgestaltung“, so Bernd Martin, der heute Grabsteine oder die zunehmend gefragten Grababdeckplatten mit von ihm bemalten Porzellanelementen verziert. Auch der Porträt-oder Bilderdruck mittels Laser in Stein, abgenommen von persönlichen Fotos, werde häufig und zudem zunehmend in der Wohnraumgestaltung gefragt.

Hans Joachim Reiml, Hauptgeschäftsführer der Geraer Handwerkskammer für Ostthüringen, lobte anlässlich der Übergabe der Ehrenurkunde seiner Kammer an den Jubilar die Beständigkeit im Steinmetzhandwerk seines Kammerbezirks. Nahezu konstant zähle die Handwerksrolle etwa 55 Betriebe und auch würden in jüngerer Zeit immerhin jährlich bis zu fünf Lehrlinge zum erfolgreichen Junggesellenabschluss geführt.

Für Konstanz in Rudolstadt wird René Martin, der bereits im elterlichen Betrieb mitarbeitet, dann zukünftig sorgen und die vierte Generation der Martins am angestammten Ort begründen. Mit gleich zwei Meisterstücken stellte er sich erfolgreich der Prüfungskommission. An Weintraubenranke und Taufbecken bewies er Meisterkunst für beide Titel, Steinbildhauer und Steinmetz.

Innung des Steinmetz- und Steinbildhauerhandwerks Ostthüringen
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