Saalfeld in allen Himmelsrichtungen entdecken

  Saalfeld/Saale: Darrtor |

Ehrenamtliche im Darrtor betreuen Besucher aus aller Welt

Besucher aus den USA, Frankreich, Dänemark oder sogar aus Tansania – ein Blick in das Gästebuch im Saalfelder Darrtor verrät, dass das älteste der vier erhaltenen Stadttore ein wahrer Besuchermagnet ist. „Anfang April hatten wir auch eine chinesische Delegation zu Gast“, verrät Anett Elster vom Freiwilligenzentrum der Caritas. Sie koordiniert den Einsatz von 14 Ehrenamtlichen, wodurch den zahlreichen Besuchern der Zugang zum Darrtor erst ermöglicht wird. „Die Ehrenamtlichen schließen den Turm auf und zu, sorgen für Ordnung in den Räumen und gestalten den Schaukasten. Zudem heißen sie die Gäste willkommen und geben, falls das gewünscht ist, Informationen zum Turm und der Stadt Saalfeld“, erklärt Elster.
„Heute kommen die Leute freiwillig, das sah vor einigen Hundert Jahren noch ganz anders aus. Vom 15. bis ins 19. Jahrhundert wurde das Darrtor als Gefängnis benutzt“, weiß Christel Pruy. „Von 1947 bis 1986 wohnte dann eine Familie in den Räumlichkeiten – ohne ein Bad oder eine Küche im heutigen Sinne zu haben“, erzählt sie aus der abwechslungsreichen Geschichte des Bauwerkes.
Die Rudolstädterin Pruy ist eine der freiwilligen Helfer und gehört nach einer Pause seit diesem Jahr wieder zum Team. „Vor vielen, vielen Jahren hatte ich mich bei der Caritas beworben, weil ich ehrenamtlich arbeiten wollte. Ende der 90er Jahre wurden dann die Innenräume des Darrtors saniert und für den Besucherverkehr geöffnet. Da ergab sich die Chance, als Betreuerin mit einzusteigen.“
Laut Anett Elster ist die für Besucher kostenfreie Öffnung des Darrtors einst auf Initiative der Stadtverwaltung, den Feengrotten sowie der Touristeninformation entstanden. „Die Caritas übernimmt dabei die Aufgabe als kontinuierlicher Ansprechpartner und Begleitung der Ehrenamtlichen. Dies bot sich auch aufgrund der lokalen Nähe zum Darrtor an.“ Los ging es vor 16 Jahren mit einer Gruppe von vier Personen, die seitdem kontinuierlich gewachsen ist. „Um sie auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen: Die Ehrenamtlichen sind hochengagiert und interessiert“, so Elster. Mit diesen Worten lässt sich auch die Motivation von Christel Pruy für die von ihr gewählte Aufgabe beschreiben: „Ich arbeite momentan nur Teilzeit, und durch diese Tätigkeit kann ich meine freie Zeit sinnvoll verbringen.“ Ein angenehmer Nebeneffekt sei, dass sie ihr eigenes Wissen um die Saalfelder Stadtgeschichte auffrischen konnte. „Ursprünglich komme ich aus Jena, deshalb war am Anfang vieles noch neu für mich. Ein anderer Ehrenamtlicher hat eine Mappe mit Informationen zusammengestellt, die wir nutzen können. Vorher hatte ich Interesse an der Stadtgeschichte, nun auch ein breiteres Hintergrundwissen.“ Dieses gibt sie auch gerne an die Besucher weiter. „Mal sind es Reisegruppen, mal einzelne Personen. Auch viele Saalfelder mit Besuchern im Schlepptau kommen oft vorbei.“ Neben den historischen Fakten lockt vor allem die Panoramasicht von der Spitze des Darrtors. „Diesen Rundumblick will jeder mitnehmen. Bei gutem Wetter kann man bis zum Greifenstein sehen, in allen vier Himmelsrichtungen gibt es etwas zu entdecken.“ Damit auch Ortsfremde die Saalfelder Sehenswürdigkeiten wiedererkennen, sind zudem Informationstafeln angebracht, wodurch die Identifikation von einzelnen Bauwerken erleichtert wird.
Je näher die Sommermonate mit ihren zunehmenden Sonnentagen rücken, desto mehr Gäste werden sich die Gelegenheit des Aufstieges auf die Aussichtsplattform nicht entgehen lassen wollen. Ein ebenso unverzichtbarer Teil des Besuches ist mit Sicherheit ein kleiner Plausch mit den Ehrenamtlichen, durch die der Genuss des Panoramablickes erst möglich gemacht wird.
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