Toby und seine Gefühle: Ein Song für Mutti

Toby möchte sein Freud und sein Leid in einem Lied Ausdruck verleihen. Es soll seiner Mutti gewidmet werden. Foto: Andreas Abendroth
Ein Song für Mutti

Bandprojekt baut Agressionen ab, zeigt gemeinsame Stärke durch Musik

Von Andreas Abendroth

PLOTHEN/PÖSSNECK. „Mein bisheriges Leben könnte man als Skandal um Toby beschreiben“. Doch eigentlich ist der Zwölfjährige gar nicht für seine derzeitigen Verhältnisse zur Rechenschaft zu ziehen, verantwortlich. Und, laut Aussagen seiner Betreuer ist es auch das erste Mal, dass er mit mir als Fremden, so offen über sich und seine Gefühle spricht.
Seine Mutti ist mit sechsunddreißig Jahren an Krebs verstorben. Der Vater „sitzt“ derzeit ein. Die Großeltern sind schon hoch betagt. Als Lösung blieb nur die Endstation Kinderheim.
„Ja, ich bin schon manchmal ein kleiner Rabauke“, berichtet Toby. Er erzählt aber auch über die Stunden welche für ihn am schlimmsten sind: „Am Abend, da bin ich sehr einsam…“
Es ist für ihn sehr schwer sich zu öffnen, Freud und Leid von der Seele zu reden. Die Idee: Ein Lied für Mutti. Unterstützung bei diesem, seinen Projekt erhält er von Christian Dammann von der Musikschule Pößneck. Jetzt glänzen die Augen von Toby. „Es soll ein Lied werden, sanft und ruhig. So wie eine große musikalische Ballade…“
Der Termin, bei dem ich auf Toby getroffen bin, ist ein Bandworkshop für siebzehn Kinder und Jugendliche aus den Kinderheimen Ranis, Lichtenau, Burgk sowie aus dem Mädchenheim Pößneck.
„Mit diesem Workshop wollen wir verschiedene Ziele verfolgen“, betont Projektleiter Christian Dammann. „Die Kinder und Jugendlichen sollen mittels der Musik merken, dass sie sich nicht auf dem Abstellgleis befinden. Dass sie mit ihren einzelnen Leistungen im Gesang und am Instrument gut sind aber gemeinsam, als Band, noch mehr erreichen können.
Ermöglicht und umgesetzt wird dieses Musikprojekt vor allem durch das Engagement der Musikschule des Saale-Orla-Kreises. Durch die Entwicklung vielfältige Maßnahmen konnte es aufgebaut werden. Zu Beginn mussten passende Leihinstrumente besorgt und zur Verfügung gestellt, die räumlichen Bedingungen in den Heimen geschaffen sowie geeignete Lehrer gefunden werden, um mit den sozialproblematischen Kindern und Jugendlichen arbeiten zu können. Für die jungen Menschen ist es auch toll, dass sie Unterstützung von Musikern wie Robert Walther von der Gruppe „G-Punkt“ erhalten.
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