Erlebnisraum Wald? Wenn Tiere zu Tode gebissen werden...

Der am Samstag durch einen Hund getötet Rehbock. (Foto: Grund)
  In der Saalfelder Gemarkung "Roter Berg" tötet ein freilaufender Hund zum zweiten Mal Wildtiere

Von Andreas Abendroth

Nach Angaben des ThüringenForst wachsen auf rund 550 000 Hektar - zwischen Harz und Rhön, der Werra und dem Altenburger Land - die Thüringer Wälder.
Diese und die dazwischenliegenden offenen Landschaften bieten in Thüringen die Kulisse für vielfältige touristische Angebote, die Naturerlebnis beispielsweise mit körperlicher Aktivität, in erster Linie dem Wandern, verbinden.
Allein im rund 200 000 Hektar umfassenden Staatswald stehen über 5000 Kilometer Wander-, Rad- und Reitwege zur Verfügung.

Der Trend geht immer mehr zum „Hinaus in die Natur“. Doch die Naturbereiche, der Wald, ist keine Spielwiese für einzelne. Der Wald ist mehr als die Summe
aller seiner Bäume und mehr als ein reiner Rohstofflieferant.
Er ist auch ein sehr vielfältiger Lebensraum.

Immer wieder trifft man auf Menschen, welche laut grölend unterwegs sind. Andere Naturverbunde haben dadurch keine Chance, beispielsweise ein Tier
in seinem natürlichen Umfeld zu entdecken und zu beobachten.
Ein häufiges Problem auch, man kommt um eine Wegbiegung und vor einem taucht ein Hund auf. Der Besitzer folgt in großem Abstand. Meist hört man dann: „Der tut nichts.“

Ein Problem, mit dem es jetzt auch Jagdpächter Peter Grund zu tun hat. „In meinem Revier „Saalfeld I / Roter Berg“ haben wir mit Bedauern festgestellt,
dass inzwischen das zweite Reh durch freilaufende Hunde im Bereich Roter Berg nachweislich getötet wurde“, berichtet er.
„Das aufgefundene Tier muss am Samstagabend oberhalb des Agrarbetriebes angegriffen wurden sein. Mein letzter Reviergang war um 16 Uhr.“

Die Bissspuren an dem kräftigen Rehbock sind eindeutig. Immer wieder muss der Hund zugebissen haben.
„Es ist nicht hinzunehmen, dass wildlebende Tiere unter solchen Schmerzen zu Tode gehetzt und zu Tode gebissen werden“, so der Jagdpächter.

Nach dem Thüringer Waldgesetz ist im Wald ganzjährig Leinenzwang für Hunde.
Dies bestätigt auch Birgitt Thiesmann, Heimtierexpertin der Tierschutzstiftung „Vier Pfoten“: „Halter sollten ihren Hund dort, wo mit Wild zu rechnen ist, und
gerade im Frühjahr, wenn viele Jungtiere geboren werden, an eine Schlepp- oder Laufleine nehmen. Denn was viele nicht wissen: Jäger dürfen jagende
Hunde laut Landesjagdgesetzen zum Schutz der Wildtiere erschießen.“

„Das Jagen ist ein tief in den Genen verankerter Urtrieb des Hundes. Je nach Rasse ist dieser unterschiedlich ausgeprägt und wird geweckt, sobald der
Hund etwas wahrnimmt, was Beute verspricht: ein Rascheln, Bewegungen, Gerüche. Sofort konzentriert er sich völlig auf die anstehende Jagd und ist für
Rückrufe des Halters unempfänglich. Die Beute wird verfolgt und schlimmstenfalls getötet. Für den Hund ist die Jagd ein natürliches und selbstbelohnendes Verhalten“, wird ergänzend betont.

Jagdpächter Peter Grund möchte natürlich den Hundehalter ermitteln, der sein Tier so unverantwortlich freilaufen lässt. Deshalb hat er Aushänge angefertigt und verteilt. So nahe der Ortschaft muss doch jemand die schmerzerfüllten
Schreie des Bockes oder die Rückrufe des Hundehalters gehört haben.

Besonders, weil jetzt die Zeit ist, in der die Ricken ihre Kitze zur Welt bringen. „Die Jungtiere kennen noch kein Fluchtverhalten und die Muttertiere sind noch geschwächt. Sie haben gegen einen freilaufenden Hund keine Chance“, so der
Jagdpächter.
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1 Kommentar
13.093
Eberhard :Dürselen aus Weimar | 16.05.2015 | 17:54  
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