Alle an einem Strang - Zukunftsmaßnahmen für den Personenkreis unter 25 Jahren

Uwe-Jens Kremlitschka, Birgit Becker, Cornelia Herpe und Hartmut Holzhey (v.l.) haben jetzt eine Kooperationsvereinbarung im Rahmen Arbeitsbündnis Jugend und Beruf unterzeichnet. Fotos: Andreas Abendroth
 
Uwe-Jens Kremlitschka
Saalfeld/Saale: Landratsamt | Alle an einem Strang

Kooperationsvereinbarung zur Betreuung von jungen Menschen unter 25 Jahren

SAALFELD. Man darf nicht alle Jugendlichen über einen Kamm scheren. Jede Person für sich genommen ist individuell einmalig. Und doch gibt es vom häuslichen bis zum gesellschaftlichen Bereich immer wieder gravierende Unterschiede.
Im Fokus diesmal, junge Menschen unter 25 Jahren. Eine Kooperationsvereinbarung zwischen dem Landratsamt, dem Jugendamt, dem Jobcenter Saalfeld-Rudolstadt und der Agentur für Arbeit soll im Rahmen des Arbeitsbündnisses „Jugend und Beruf“ die Betreuung dieser jungen Menschen verbessern. Ein gemeinsamer Koordinierungs- und Vergabeausschuss soll schneller den realistischen Bedarf analysieren und auf die jeweilige Person individuell abgestimmte Maßnahmen zur beruflichen Integration im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt einleiten.
Welchen Standpunkt vertreten die Unterzeichner dieser Vereinbarung? AA-Redakteur Andreas Abendroth fragte nach.


Uwe-Jens Kremlitschka, Geschäftsführer Jobcenter Saalfeld Rudolstadt:
„Zunächst muss ich betonen, dass wir mit dieser Vereinbarung Leben und nicht Papier beschreiben. Es geht um junge Menschen, welche oftmals aus schwierigen sozialen Verhältnissen kommen. Die Region Saalfeld-Rudolstadt gehört zu den zwanzig Regionen in Deutschland, in der mit dem neuen Bündnis eine neue Stufe der Zusammenarbeit erreicht werden soll. Das Jobcenter alleine kann die geforderten Aufgaben nicht leisten. Durch die rechtliche Trennung der Versorgungsstrukturen auf verschiedene Träger hatte man bisher nur einen ungenauen Überblick über alle Möglichkeiten. Beispielsweise gibt es Bildungsmaßnahmen, die vom Bund, der Europäischen Union, dem Land gefördert werden. Nun fließen alle Informationen zusammen. Eine Bündelung, welche jungen Menschen zu Gute kommen soll. Durch die neuen Strukturen, das miteinander sprechen und planen, kann man gezielter und effizienter Zukunftsmaßnahmen für den Personenkreis unter 25 Jahren praktisch realisieren.“

Cornelia Herpe - Fachbereichsleiterin Jugend, Soziales und Gesundheit Saalfeld-Rudolstadt:
„Viele Maßnahmen liefen bis heute parallel. Der eine wusste leider manchmal nicht, was der andere tat. Durch die Bündelung der Ressourcen haben wir nun ein besseres Mittel, um gezielte Strukturen für die Jugendlichen zu schaffen. Viele Punkte, die bereits in den Gesetzbüchern verankert sind, können nun von den Mitarbeitern besser umgesetzt werden. Alle beteiligten Institutionen sitzen alle vier Wochen an einem Tisch. Hier werden dann Fallgespräche geführt, die Vorbereitungen für Eingliederungsvereinbarungen getroffen. Sehr wichtig ist bei der Umsetzung auch die Arbeit der Sozialarbeiter. Sie treffen vor Ort auf die Jugendlichen, welche aus den verschiedenen Milieus kommen. Nur durch ein enges Betreuungsnetz ist es möglich, sie aufzufangen.“

Hartmut Holzhey, Landrat des Landkreises Saalfeld-Rudolstadt
“Kooperationsbündnisse sind nur dann sinnvoll, wenn sie nicht nur auf dem Papier stehen. Sie müssen, wie bei dem heutigen, zum Nutzen der Jugendlichen sein. Es geht dabei nicht alleine darum, die jungen Menschen zu fördern und ihnen Perspektiven aufzuzeigen. Oftmals ist es dienlich, einfach Bürokratie abzubauen. Bündelung der Kompetenzen an einem Ort. Ein direkter Ansprechpartner in der Behörde. Der dann auch weiß um was es in dem speziellen Fall geht und sich nicht erst durch die Aktenlage arbeiten muss.“

Birgit Becker, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Jena:
„Derzeit haben wir in der Region eine Jugendarbeitslosigkeit von 8,6 Prozent. Im EU-Maßstab ist diese Zahl sehr klein, doch im Blick auf die Region zu hoch. Auch Jugendliche aus Problemlagen sollten eine Chance haben, mit Hilfe von Betreuung ihren Weg zu finden. Auch im Blick auf die Geburtenzahlen, die Zahlen der Schulabgänger müssen wir feststellen, es wird jeder Jugendliche gebraucht. Wir dürfen keinen verlieren. Und durch diese Vereinbarung wird der Weg weiter geebnet. Wir müssen versuchen, sie auf einen Weg zu bringen, dass sie ihr eigens Leben meistern können. Wer arbeiten kann, sollte etwas für seinen Lebensunterhalt, für das Gemeinwohl tun. Ansonsten muss man prüfen, welche sanktionierenden Maßnahmen geeignet und gerechtfertigt sind.“
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