Demo B90n - Industrie und Politik gehen gemeinsam und friedlich auf die Barrikaden - Berlin wird aufgefordert, schnellst zu handeln

Aufkleber weisen darauf hin: in der Region möchte man nicht bis zum St. Nimmerleinstag warten. Der Bau der B90n muss jetzt erfolgen. Fotos: Andreas Abendroth
 
Gerhard Bösling, Projektleiter der für den Bau von Bundesstraßen zuständigen Deges, erläutert Interessierten den aktuellen Verlauf der Trassenplanung.
Industrie und Politik gehen gemeinsam und friedlich auf die Barrikaden

Wenn Berlin mitspielt, könnte 2016 der Verkehr zur Autobahn rollen

Von Andreas Abendroth

L1048/SUNREMDA. Der Neubau der Bundesstraße B90n zwischen der A71 bei Trassdorf und Nahwinden im Ilm-Kreis steht im direkten Zusammenhang mit der Erweiterung der Landstraße L1048 Rudolstadt und dem Anschlusspunkt südlich von Nahwinden. Nach der Fertigstellung sollen beide Straßenachsen eine leistungsfähige Verbindung zur Anbindung des Wirtschaftsraumes Saalfeld, Rudolstadt, Bad Blankenburg an die Bundesautobahn darstellen.
Die Ortsdurchfahrten von Griesheim, Stadtilm, Marlishausen und Nahwinden werden durch den Bau vom Durchgangsverkehr entlastet und der Schwerlastverkehrsanteil reduziert.
Doch momentan wird nur an der Landstraße von Rudolstadt bis nahwinden gebaut. Das Land Thüringen hat in Zusammenarbeit mit dem hiesigen Landkreis sprichwörtlich seine Hausaufgaben gemacht, kommt der Dringlichkeit nach. Nur das Bundesverkehrsministerium, welches für die Kosten des Baus der B90n zuständig ist, vertröstet die Menschen und Regionalpolitiker immer wieder. Vierzehn Kilometer Straße werden in Berlin verhindert. Laut Landrat Hartmut Holzhey ein Grund genug, gemeinsam mit Unternehmern und Bürgern nochmals ein deutliches Signal nach Berlin zu senden.
Wir haben gefragt, welche Beweggründe zur Teilnahme an der Demo führten.

Mario Zemitzsch, Transportleiter der Herzgut Landmolkerei Schwarza

„Wir transportieren 220000 Liter Rohmilch pro Tag. Dazu kommen noch Lastkraftwagen, welche unsere Fertigprodukte transportieren. Die schlechte Verkehrsanbindung erhöht den Zeitaufwand beim Transport der Lebensmittel erheblich. Dazu kommt noch die Enge auf der vorhandenen Landstraße. Ein Risiko für unsere Fahrer und die Technik, welche nicht sein müsste und unbedingt beseitigt werden muss.“

Christian Carius, Thüringer Minister für Bau, Landesentwicklung und Verkehr

„Diese Strecke zwischen Rudolstadt und der Bundesautobahn, im Besonderen der Lückenschluss die B90n, muss als aller erstes gebaut werden. Auch noch vor erforderlichen Ortsumgehungsstraßen. Die Anbindung ist aus volkswirtschaftlicher Sicht von größter Bedeutung. Bis südlich von Nahwinden wurde vom Land alles dafür getan. Dem Bund muss nun klar gemacht werden, dass - falls Geld übrig ist – diesen in den Ausbau hier fließen soll.“

Hartmut Holzhey, Landrat des Landkreises Saalfeld-Rudolstadt

„Der Landkreis Saalfeld-Rudolstadt gehört zu den vier stärksten Industrieregionen Thüringens. Die unzureichende Anbindung an eine Bundesautobahn ist das größte Investitionshindernis für die Region. Dies führt immer mehr zu einer Verringerung des Steueraufkommens in der Region. Die momentane Straße ist im Höhenprofil, der Straßenbreite, den Kurvenradien einfach wie aus der Steinzeit. Anhand der viele Kreuze am Rand sieht man ja auch, dass sie sehr unfallträchtig ist.“

Matthias Graul, Bürgermeister der Stadt Saalfeld

„Es geht um einfache Infrastrukturprojekte, die für unsere Region einfach notwendig sind. Die Anbindung an die A71 ist von der Bedeutung nicht zu unterbieten. Nur so können wir die ansässigen Firmen dazu bewegen, auch weiterhin in unserer Region zu expandieren. Und, dass sich neue Industrie hier ansiedelt. Der jetzige Zustand und die Beweggründe in Berlin sind nicht mehr zu akzeptieren.“

Annette Köhler, Geschäftsführerin der MAZET GmbH Unterwellenborn und Sprecherin der Industrieinitiative B 90 neu

„Das letzte Stück ist nun die entscheidende Verbindung. Dass viele Unternehmer heute hier vor Ort sind zeigt ja deutlich, wie wichtig diese Anbindung ist. Auf Grund der derzeitigen Infrastruktur melden viele Industrielle Bedenken für eine Ansiedlung in der Region an. Mit der Flamm Stahl Thüringen GmbH wird sich im nächsten Jahr - auch Grund von Einsparungen bei der Minimierung von Transportwegen - ein großes Unternehmen aus dem Landkreis zurückziehen. Und, wie heißt doch immer: Wo ein Wille ist, ist doch meistens auch ein Weg. Dies muss doch auch für den bau zur Autobahnanbindung zutreffen.“

Jörg Reichl, Bürgermeister der Stadt Rudolstadt

„Die Anbindung an die A71 wird dringender denn je benötigt. Das Land, die regionalen Kommunen und der Landkreis haben einen Konsens gefunden, ziehen am gleichen Strang. Nun muss dringend eine Lösung mit dem Bund gefunden werden. Eine Forderung, bei der auch alternative Lösungen geprüft werden müssen.“
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige
Anzeige