Die Reportage: „Bitte folgen“ heißt es auf der Autobahn

Mittels Polizeimotorrad wird das Gespann zur Kontrollstelle auf der Autobahn gelotst. Fotos: Andreas Abendroth
 
"Bitte folgen", eine deutliche Aufforderung an die Kraftfahrer.
„Bitte folgen“ heißt es auf der Autobahn

AA-Redakteur Andreas Abendroth begleitet die Polizei bei einer Kontrolle auf der Autobahn / Polizei weist Camper zum Beginn der Ferienzeit auf mögliche Gefahren hin

AUTOBAHN A4. Ein Polizeimotorrad setzt sich mit Blaulicht vor ein Gespannfahrzeug. Ein Transporter mit Wohnanhänger. Das Signal „Bitte folgen“ leuchtet am Heck des Krades auf. Der Polizist lotst das Gespann zum Parkplatz Habichtfang. Dort wartet bereits eine Kontrollgruppe der Autobahnpolizei auf Camper mit Wohnwagen und Wohnmobilen. Kurz vor Ferienbeginn sind Kontrollen angesagt.
„Wir führen diese Aktion heute vorsorglich durch. Keiner soll bestraft, eher beraten werden“, so Christian Cohn, Sprecher der Autobahnpolizei Hermsdorf. „Sollten jedoch gravierende Verstöße oder Mängel festgestellt werden, werden wir natürlich kein Auge zudrücken können“, fügt der Polizeioberkommissar.

Im Transporter sitzen Johannes, Maximilian und Michael aus Struth im Eichsfeld. Sie sind in Richtung Sachsenring unterwegs. „Dort wird dieses Wochenende die MotoGP ausgetragen, da wollen wir hin“, berichten sie. Zunächst überprüft die Polizei die Fahrzeugpapiere. Danach wird der Wohnwagen inspiziert. Um eine Überbeladung des Anhängers festzustellen, muss dieser auf eine mobile Waage. Links und rechts werden die Waagen positioniert. Das Ergebnis sind 900 Kilogramm, 1000 sind erlaubt. Da im Fahrzeug einige leere Bierflaschen umherkugeln, wird der Fahrzeugführer zum Alkoholtest gebeten. Nach wenigen Sekunden verkündet Polizeihauptmeister Uwe Daßler: „Nullkommanull Promille“. Die Kumpels haben es sich bereits auf der Fahrt schmecken lassen. Einzig Beanstandung bei dieser Kontrolle, der Verbandskasten ist nicht auffindbar. Ein Mängelschein wird ausgestellt. Dann können die drei ihre Tour zum Sportevent fortsetzen.

Währendessen rollen die zwei Polizeikräder mit weiteren Fahrzeugen im Schlepp in die Kontrollstelle. Die Fahrzeuglenker kommen aus Holland, Frankreich, Deutschland. Es ist erstaunlich, die meisten sind nicht sauer darüber, dass sie ihre Fahrt unterbrechen müssen. „Es ist schon ein mulmiges Gefühl, wenn man auf einmal der Polizei folgen soll. Es fallen einem alle möglichen Dinge ein. Geschwindigkeit, Überladung…“, betont eine Frau die aus Landkreis Bergstraße kommt.

Ein schon älterer Fahrer aus dem Süden Schleswig-Holsteins, tritt den Polizisten sehr selbstbewusst gegenüber. Er ist sich seiner Sache, bei mir finden die Ordnungshüter nichts, sehr sicher. Während die Polizei hinten prüft, berichtet vorne seine Frau: „Mein Mann ist ein Pedant. Alles wird genau nach Vorschrift vorbereitet und verstaut.“
Sehr humorvoll nimmt die Kontrolle auch eine Familie aus Holland auf: „Gelbes Nummerschild mit Wohnwagen. Da sind wir immer dran.“ Dann berichtet sie, dass jetzt daheim auch Schulferien sind und Verkehrskontrollen häufig durchgeführt werden. Zum Schluss gibt es sogar noch ein Gruppenbild mit der Polizei.

Zwischen den Überprüfungen berichten die Polizisten von Begebenheiten bei den Kontrollen. Werden ausländische Fahrzeuge gestoppt, hören sie ganz oft: „Bitte, ich nichts verstehen!“. „Die Fahrzeuge sind manchmal ein Spiegelbild ihrer Besitzer. Mal ziemlich runtergekommen, dann wieder total gewienert“, berichtet Polizeiobermeisterin Katja Eckhardt. Den größten „Fang“ machten sie im vergangen Jahr mit einem Gespann, bei dem eine Überladung von 250 Prozent festgestellt wurde. Der Hänger war voll mit Konservendosen.

Da kommt wieder ein Polizeimotorrad mit Blaulicht auf den Parkplatz gerollt. Bei dem folgenden Gespann sehen die Polizisten gleich, dass das Fahrzeug im Hinterradbereich sehr nach unten geht. Ein Fall für die mobile Waage. Die Kontrollgruppe macht sich an die Arbeit.

Tipps für eine entspannte Autofahrt von Polizeioberkommissar Christian Cohn.
- Rechtzeitig mit der Urlaubs- und Routenplanung beginnen
- Verkehrsprognosen und Staukalender der Automobilclubs nutzen
- Hauptreisezeiten auf den Autobahnen meiden. So entgeht man stundenlangen Staus
- Wer sehr früh startet und frühes Aufstehen nicht gewöhnt ist, ermüdet sehr schnell. Wenn man gegen die Müdigkeit ankämpfen muss, sofort die nächste Parkmöglichkeit ansteuern, sich an der frischen Luft bewegen.
- Pausen einplanen, besonders wenn Kinder mit an Bord sind
- Leichte Kost und viel trinken. Gemüse und Obst in handliche Stückchen geschnitten sind eine ideale Knabbereien für die Reise
- Für Abwechslung und Beschäftigung für die Kinder sorgen
- Das Auto nicht bis unter das Dach vollstopfen
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