Eine Zeitreise durch die Politik oder die große Abrechnung nach 18 Dienstjahren - Neujahrsempfang 2012 der Stadt Arnstadt

Arnstadts Bürgermeister Hans-Christian Köllmer
  Arnstadt: Stadthalle | Eine Zeitreise durch die Politik oder die große Abrechnung nach 18 Dienstjahren

Arnstadts Bürgermeister Hans-Christian Köllmer hatte letztmalig zum Neujahrsempfang geladen

Von Andreas Abendroth

Wenn das Stadtoberhaupt ruft strömen die Bürger. Diesen Eindruck hatte man anlässlich des diesjährigen Neujahrsempfangs, zu dem Arnstadts Bürgermeister Hans-Christina Köllmer in die Stadthalle der Kreisstadt eingeladen hatte. Rund 400 Bürger aus allen Bereichen der Gesellschaft folgten dem Ruf.
Mann und Frau durften ja auch gespannt sein, ist es doch der letzte Neujahrsempfang von Hans-Christian Köllmer in der Funktion des Bürgermeisters. Und, weil Köllmer ja für seine bissigen, angriffslustigen Reden bekannt ist.

Der musikalische Auftakt an diesem Abend kam von der Kreismusikschule Arnstadt-Ilmenau. Die jungen Künstler interpretieren die sinfonische Dichtung von Richard Strauss „Also sprach Zarathustra“. Ein Werk, dessen dichterische Grundlage auf den deutschen Philosophen Friedrich Nietzsche zurück geht. Erinnern wir uns an die Handlung: Nach zehn Jahren als Einsiedler in den Bergen kehrt Zarathustra in die Stadt zurück, um seine Weisheit mit den Menschen zu teilen. Er predigt den Menschen auf dem Marktplatz vom Übermenschen. Da seine Rede sehr zwiespältig aufgenommen wird, meidet er Ansammlungen von Menschen und begibt sich auf die Suche nach verwandten Geistern.
Ein Schelm, wer Parallelen zur heutigen Zeit zieht….

Bürgermeister Köllmer nahm die Gäste mit auf eine Reise durch die Zeit, durch seine 18jährige Amtszeit. „Nehmen Sie es mir nicht übel, dass ich meinen persönlichen Gedanken mehr Zeit einräume, aber es ist ja auch das letzte Mal“, so Köllmer.
Zunächst stand die positive Entwicklung der Stadt im Focus. Es wurde ausgeführt, dass das Wirtschaftspotential gewachsen, die Arbeitslosenquote von über 20 Prozent auf 8,3 Prozent gesunken ist. Dankesworte an all diejenigen, die zu ihrer Stadt gestanden oder sich hier angesiedelt haben. Und das die Stadt zu weiteren positiven Entwicklungen bereit ist.
Doch dann wanderte die Rede in die große Politik ab. Oftmals hatte man das Gefühl, dass Köllmer mit Gott und der Welt abrechnen oder anders gesagt, einigen seine klare Meinung kundtun wollte.
Viele Aussagen verblüfften, andere regten zum Nachdenken an.
Die Stadt ist bereit und „dieses bereit sein verlange ich auch von der Politik in Land und Bund – die EU klammere ich mal aus, denn die stören nur, wenn sie was tun“ oder „…das Steuersystem muss stark vereinfacht werden, denn erstens fressen sich die Einnahmen im Verwaltungsmoloch selbst auf und zweitens können Sie den derzeitigen Politikern Geld geben so viel sie wollen – die verbraten alles. Aber unsere Politiker sind ja gewählt. Und schauen Sie mal genau hin – ein Vielzahl der gewählten Volksvertreter sind offensichtlich Sozialengelchen mit Heiligenschein.“
Arnstadts Bürgermeister schilderte Entwicklungen und Vorgänge aus seiner Sicht, nahm kein Blatt vor den Mund. Er rief den anwesenden Zeitungsvertretern zu: „Sehr verehrte Journalisten, lassen Sie sich Ihren Berufsstand nicht durch schwarze Schafe demontieren. Noch ist dieser Berufsstand hoch ehrenwert“.
Es ging um ewig Gestrige, die alten politischen Systemen nachtrauern, um die jetzige Benachteiligung der Weißen in Südafrika, dann wieder um die Eidesformel der deutschen Führungsriege in Berlin in der ja die Politiker schwören „…dass ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden etc.“ und natürlich um die Stadt Arnstadt. Was gemeinsam mit vielen Bürgern, Industriellen, Mittelständlern, Vereinen und Ehrenamtlichen geschaffen, auf die Beine gestellt wurde.
Hans-Christian Köllmer hat in seinen 18 Amtsjahren in Arnstadt und vier Jahren in Siegelbach, Dosdorf und Espenfeld nie ein Blatt vor den Mund genommen. Er ist kein Ja-Sager, steht hinter dem was er von sich gibt und tut. Auch, wenn so manches nicht bei jedem wohlwollend ankam und ankommt.
Im weiteren Verlauf des Neujahrsempfangs wurden verschiedenste Ehrungen vorgenommen. Schüler für ihre Unterrichtsleistungen und ihr Engagement, der Arnstädter Hans-Joachim König erhielt die „Ehrenurkunde des Bürgermeisters“ und der ehrenamtliche Beigeordnete der Stadt Arnstadt, Horst Höhne, den „Ehrenring des Bürgermeisters“.

Eine Bildergalerie des Neujahrsempfangs finden Sie hier: Neujahrsempfang der Stadt Arnstadt - Bürgermeister Köllmer erhebt zum letzten Mal das Glas - Nach 18 Jahren geht er in diesem Jahr in den Ruhestand
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