Noch „Durchblick“ bei 1,3 Promille? ACE-Kreisclub bei Polizeikontrolle in Goldisthal dabei dabei

Hr. Brehm (PD Saalfeld) und Klaus Hollmann (ACE)
 
Unfallstatistik
Der ACE-Kreisclub Saalfeld-Rudolstadt war am Sonntag (29.04.2012) mit dabei, als Saalfelder und Sonneberger Polizisten auf der L1112 (Goldisthal – Scheibe Alsbach) vor allem Motorradfahrer kontrollierten.

Im Rahmen eines Schwerpunktprogramms zum Saisonstart der Biker stoppten Beamte der Saalfelder Verkehrspolizeiinspektion und der Polizeiinspektion Sonneberg an einem Nachmittag insgesamt 59 Motorradfahrer. Hierbei ging es den Beamten nicht nur um Kontrolle der gefahrenen Höchstgeschwindig-keiten, der Fahrtüchtigkeit und der technischen Ausstattungen, sondern auch um das persönliche Gespräch mit den Bikern.

Zusätzlich bekamen die Motorradfahrer Gelegenheit, beim Infostand des ACE (Autoclub Europa e.V.), Daten und Fakten zu den Gefahren einer Rauschmittel-beeinflussung zu bekommen. Der ACE hatte unter Leitung von Klaus Hollmann (stellv. Vorsitzender des Regionalausschusses der Region Ost und Kreis-vorsitzender des ACE) sowie Klaus Lanzendorf (Fahrsicherheitstrainer des ACE) einen kleinen Parkour angelegt, in dem die Biker und auch Autofahrer ihr Koordinationsvermögen testen konnten, mittels einer Rauschbrille (simuliert etwa 1,3 Promille). Die Teilnehmer waren doch sehr erschrocken über ihre Reaktionen. Sie konnten den Parkour nicht fehlerfrei bewältigen und sagten danach, nur nicht unter Alkoholeinfluss fahren, denn ich gefährde mich und andere. Das ausgelegte Info-Material wurde gerne angenommen.

Herr Brehm (PD Saalfeld) bedankte sich, zum Abschluss, beim ACE für die Mitarbeit bei solchen Kontrollen. Er betonte, der ACE-Kreisclub Saalfeld-Rudolstadt, setzt sich schon seit vielen Jahren aktiv für die Verkehrssicherheit ein.

Bewusst wurde dieser Kontrollort ausgewählt, weil - bei Motorradfahrern äußerst beliebt - die gut ausgebaute Landstraße zwischen Goldisthal und Scheibe-Alsbach. In der Vergangenheit kam es auf dieser Strecke immer wieder zu schweren Motorradunfällen auf Grund nicht angepasster Geschwindigkeiten. So registrierte die Polizei auf dem dortigen ca. fünf Kilometer langen Teilstück am Oberbecken des Pumpspeicherwerkes in den letzten elf Jahren bereits drei Motorradunfälle mit tödlichem Ausgang sowie 17 schwer verletzte Motorradfahrer.
Neben mehreren Laser- und Radargeschwindigkeitsmessgeräten betrieb die Polizei am Sonntag auch einen Informationsstand unmittelbar am Kontrollort. Gestoppte Motorradfahrer konnten sich hier über die in den vergangenen Jahren ereigneten Motorradunfälle informieren und sich auch Unfallbilder tragischer Verkehrsunfälle anschauen. Durch diese Maßnahmen versuchten die Beamten, einerseits das Sicherheitsbewusstsein der Biker zu sensibilisieren und gleichzeitig die Gefahren von riskanten Fahrmanövern zu verdeutlichen.

Obwohl der überwiegende Anteil der am Sonntag gestoppten Kradfahrer nicht wesentlich schneller als mit erlaubten 80km/h unterwegs war, zeigten die meisten Motorradfahrer sehr viel Verständnis für die polizeilichen Maßnahmen. Insbesondere beim Anblick der vor Ort präsentierten Unfall-statistiken und -bilder befürworteten die Fahrzeugführer die laufende Kontrolle.

Wie zu erwarten war, hielten sich jedoch nicht alle Fahrer an das örtliche Geschwindigkeitslimit von 80km/h. Zwischen 14 Uhr und 18 Uhr ertappten die Beamten insgesamt 21 Temposünder. Überraschend war jedoch, dass mehr als die Hälfte dieser auf vier und nicht auf zwei Rädern unterwegs war. So war der Tagesspitzenreiter auch kein Motorrad-, sondern ein Autofahrer. Ihn stoppte die Polizei mit 126km/h. Der BMW-Fahrer muss jetzt 160 Euro Bußgeld zahlen, bekommt drei Punkte in Flensburg und hat mindestens einen Monat auf seinen Führerschein zu verzichten.
An neun Motorrädern entdeckten die Beamten technische Mängel und ein Mopedfahrer durfte seine Fahrt überhaupt nicht fortsetzen. Der Mann aus dem Ilm-Kreis war mit einem Simson Albatros ohne die erforderliche Pflichtver-sicherung unterwegs. Er musste sein Fahrzeug schließlich abschleppen lassen.
Keiner der gestoppten Motorrad- und Autofahrer stand unter Alkohol- bzw. Rauschmitteleinfluss.
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