ACE: Ablenkung hinterm Steuer tötet

(ACE) 24. Februar 2013 – Der ACE Auto Club Europa hat den deutlichen Rückgang der Zahl der Verkehrstoten als „hoffnungsvolles Zeichen für mehr Sicherheit im Straßenverkehr“ bezeichnet. Jetzt komme es darauf an, die positive Entwicklung zu verstetigen.

Der ACE geht davon aus, dass 90 Prozent der Straßenverkehrsunfälle auf menschliches Versagen zurückzuführen sind. Etwa 20 Prozent der tödlichen Unfälle würden durch eine Ablenkung des Fahrers verursacht. „Wie dem wirksam zu begegnen ist, sollte jetzt auch zu den vordringlichen Aufgaben der Verkehrsunfallforschung gehören“, sagte ACE-Sprecher Rainer Hillgärtner am Freitag in Stuttgart. Beispielsweise müsse geklärt werden, inwieweit moderne Fahrerassistenzsysteme menschliche Schwächen ausgleichen könnten. Außerdem müsse mehr Augenmerk auf den absehbaren rasanten Einzug des Internets im Auto gerichtet werden. Wer hinterm Steuer Internetdienstleistungen in Anspruch nimmt, kann sich nicht mehr hinreichend auf das Straßenverkehrsgeschehen konzentrieren, vermutet der ACE und verweist hierzu auf die Ergebnisse eigener Testreihen.

Nach einer vorläufigen Schätzung des Statistischen Bundesamtes (Destatis) starben im Jahr 2012 3606 Menschen auf deutschen Straßen. Das waren den Angaben der Behörde zufolge 403 Getötete oder 10,1 % weniger als im Jahr 2011. Damit sei die Zahl der Todesopfer im Jahr 2012 noch stärker als erwartet gesunken und liege sogar unter dem bisher niedrigsten Wert von 3648 Getöteten im Jahr 2010, zitierte der ACE aus dem Bericht des Bundesamtes.

Autofahrer sollten sich zwecks Unfallverhütung besser auf den Verkehr konzentrieren statt während der Fahrt nebenher das Navigationssystem zu bedienen. Andernfalls kann der Wagen im Blindflug schnell aus der Kurve getragen werden. Wie riskant eine manuelle Bedienung des Navigationssystems während der Fahrt sein kann, wurde in einem vom ACE Auto Club Europa beauftragten wissenschaftlichen Test jetzt erstmals auch mit drei Pkw der Kompaktklasse (Ford Focus, Opel Astra und VW Golf) bewiesen. Demnach nimmt die Dauer der gesamten Ablenkungszeit auf bis zu 78 Sekunden (Ford) gefährlich zu, wenn der Fahrer eine komplett neue Zieladresse in das Navi eintippen will. In diesem Fall werden sogar die als Maßstab allgemein anerkannten Grenzwerte der tolerierbaren Ablenkung vom Fahrgeschehen deutlich überschritten. Das stellten die vom ACE mit dem Test betrauten Wissenschaftler der Universität Salzburg (Österreich) fest. Deren Aufgabe war es herauszufinden, welche ablenkende Wirkungen von den HMI (Human Machine Interface) genannten Schnittstellen zwischen Fahrer und Fahrzeug ausgehen können.
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