ACE findet Blitz-Marathon in Ordnung

 
Hier wird geblitzt!!
Club warnt aber vor Zerrbild und macht Vorschläge für mehr Akzeptanz

Der ACE Auto Club Europa hält den geplanten länderübergreifenden Blitz-Marathon (8. April / 24-Stunden) in NRW und Niedersachsen für einen wirksamen Beitrag für mehr Sicherheit im Straßenverkehr. „Die Aktion mit PR-Effekt erscheint uns grundsätzlich sinnvoll. Schließlich dient die Kampagne der Unfallverhütung“, erklärte der Club.
Die aufgrund von Tempoverstößen zusätzlich eingenommenen Bußgelder dürfen nach Ansicht des ACE allerdings nicht zum Stopfen von Haushaltslöchern verwendet werden. „Sie müssen in nachhaltige Maßnahmen für mehr Sicherheit im Straßenverkehr fließen“. Dazu gehört nach Meinung des Clubs auch eine angemessene personelle und technische Ausstattung der Verkehrspolizei. Zugleich warnt der ACE vor einem Zerrbild der in Deutschland herrschenden Verkehrsmoral. „Sie ist nicht generell schlechter geworden. Wenn aber bei Blitzern aufgerüstet wird, wächst für Temposünder natürlich das Entdeckungsrisiko. Je höher die Kontrollintensität, desto mehr Geschwindigkeitsübertretungen werden registriert“, so der ACE.

Der Club sprach sich zugleich dafür aus, in der Verkehrsüberwachung nicht ausschließlich auf repressive Maßnahmen zu setzen. „Mit polizeilichen Anhaltekontrollen und unmittelbar auf Fehlverhalten folgenden verkehrserzieherischen Gesprächen direkt am Tatort lässt sich möglicherweis mehr Gutes bewirken, als durch einen zeitlich versetzten Bußgeldbescheid, der auf dem Küchentisch landet“, argumentiert der ACE.

Der Club erinnerte an das von der Bundesregierung ausgegebene Ziel, die Zahl der Verkehrstoten bis 2020 um 40 Prozent zu senken. Sämtliche Maßnahmen im Straßenverkehr sollten laut ACE daher darauf zielen, die Tötung von Menschen zu verhindern und sie vor schweren Verletzungen zu bewahren.
Ferner verlangt der ACE eine wissenschaftliche Folgenabschätzung im Hinblick auf die Verwendung von „Blitzer-Apps“ durch Autofahrer sowie die Bekanntgabe von Kontrollstellen etwa durch Radiosender. „Möglicherweise sind derartige Vorkehrungen gegen das Erwischt werden doch nicht so abträglich für die Verkehrssicherheit, wie dies bislang angenommen wird“, meint der ACE.

Junge Leute besonders gefährdet und gefährlich
Laut Statistik sterben 37 Prozent aller Getöteten im Straßenverkehr aufgrund überhöhter Geschwindigkeit. Bei den "Temposündern" fallen junge Erwachsene (20 – 24) besonders auf. Sie sind mit einem Anteil von mehr als 19 Prozent Verursacher von Geschwindigkeitsunfällen mit Personenschaden. Gleichzeitig gehören 17 Prozent aller im Straßenverkehr Getöteten und 18,6 Prozent aller Verletzten 2012 zu dieser Fahrergruppe, zitierte der ACE aus einer Studie des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR).

Örtlichkeiten der Verkehrsüberwachung
Gerade im Fall von Personal- und Ressourcenknappheit im Bereich der Verkehrsüberwachung, wie dies in NRW und Niedersachsen der Fall ist, sollte die Überwachung nach Ansicht des ACE so durchgeführt werden, dass sie an den hauptsächlichen Gefährdungen orientiert ist, also zum Beispiel an Stellen, an denen besonders viele folgenschwere Unfälle passieren.

Der ACE forderte die Polizeibehörden außerdem auf, die Unfallentwicklung im Zuge von kontinuierlich betriebenen Unfallstreckenanalysen auszuwerten und entsprechende Strategien zu entwickeln, wie sich etwa Unfallhäufungsstellen entschärfen lassen. „Eine optimale Streckenführung und beispielsweise gut befestigte Bankette und übersichtlicher gestaltete Einmündungen können Fahrfehler verzeihen helfen“.

ACE: Sicherheit auf Bundes- und Landstraßen erhöhen
Auf Überlandstrecken passieren rund 60 Prozent aller tödlichen Verkehrsunfälle in Deutschland. Zu den aus Sicht des ACE erforderlichen Maßnahmen gehört eine selbstverpflichtende Bürgerbeteiligung auf dem Gebiet der Verkehrssicherheit. Die Ergebnisse behördlicher Unfallstreckenanalysen etwa sind grundsätzlich öffentlich zugänglich zu machen. „Sie dürfen nicht länger das Geheimnis der Behörden und der Unfallkommissionen bleiben“. Auch die im Zuge der verstärkten Vernetzung von Autos und Umwelt (Car-to-Car- und Car-to-Infrastructure-Communication) gewonnenen Erkenntnisse sind in Zukunft für die Ausübung der öffentlichen Verkehrssicherungspflicht und für die Verbesserung der Unfallverhütung nutzbar zu machen, fordert der ACE.

Der ACE weiter: Unfallschwerpunkte gehören zügig entschärft; entsprechende Maßnahmen sind – gemessen an deren Wirksamkeit – zu priorisieren. Die neu in Kraft gesetzten Straßenbaurichtlinien sind auch bei Sanierung und Ausbau von Strecken strikt anzuwenden. Als wirksamer Beitrag für mehr Sicherheit und im Sinne eines günstigen Nutzen-Kosten-Verhältnisses ist unter anderem der dreistreifige Ausbau von Landstraßen mit wechselnden Überholspuren vorzusehen. Dadurch können Frontal-Crashs bei Überholmanövern verhindert werden, ist sich der ACE sicher.

ACE für Erprobung von Section Control in Niedersachsen
Der ACE begrüßt den vom Land Niedersachsen verfolgten Plan, das neue Konzept zur Tempoüberwachung namens "Section Control" zu erproben. Dabei wird die Geschwindigkeit nicht nur auf einen Punkt hin gemessen, sondern über einen längeren Abschnitt hinweg. Schon 2009 hat sich auch der Deutsche Verkehrsgerichtstag mit Unterstützung des ACE für eine rechtsstaatlich gesicherte Erprobung dieser Methode ausgesprochen und verlangt, dafür einen entsprechenden gesetzlichen Rahmen zu schaffen.
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