ACE: Höheres Verwarnungsgeld für Rüpel-Radler angemessen

ACE: Radfahrer in Berlin
Der ACE Auto Club Europa hält die vorgesehenen erhöhten Geldstrafen bei Verkehrsverstößen von Radfahrern für angemessen. Demnach werden vom 1. April an die Verwarnungsgelder um fünf bis zehn Euro auf maximal 35 Euro angehoben.

Ob damit aber die Zahl der Delikte reduziert werden kann, bleibt abzuwarten, gibt sich der ACE skeptisch. Nach Überzeugung des Clubs ist nämlich für die Regelbefolgung nicht alleine die Höhe der Geldstrafe entscheidend, sondern vor allem ein hohes Entdeckungsrisiko. „Und dieses Entdeckungs- und Ahndungsrisiko ist aufgrund einer sehr begrenzten polizeilichen Überwachungsintensität denkbar gering. Rüpelhafte Radler müssen deshalb nicht besonders fürchten, dass ihnen die Polizei demnächst in die Speichen greift“, sagte ein ACE-Sprecher am Mittwoch in Stuttgart.

Nach Beobachtungen des Clubs wird das Verkehrsklima von den beteiligten Akteuren angeheizt durch Aversionen und durch den mal subtil, mal offen ausgetragenen Kampf um den knappen Verkehrsraum. Autofahrer und Radfahrer machen sich damit und mit ihrer Besserwisserei und ihrem Dominanzgehabe das Leben gegenseitig schwer. Radlern wird häufig vorgehalten, dass sie sich in einer Art Wahrheitsrausch befinden nach dem Motto: Ich bin umweltfreundlich und deshalb gehört alles Recht der Straße mir allein. Autofahrer zeigen zudem gerne auf die Radfahrer und regen sich auf: unterbelichtet, riskant, militant. Radfahrer umgekehrt schimpfen auf Autofahrer: die würden nur rasen, zu dicht überholen und unvorsichtig abbiegen. Dabei funktioniert Straßenverkehr nur im partnerschaftlichen Miteinander und mittels einer Verkehrsraumgestaltung, die mehr Rücksicht nimmt auf den Wandel im Mobilitätsverhalten.

Der ACE meint daher: Es gibt bei allen Beteiligten ziemlich viel Nachholbedarf in punkto Regelbefolgung, Rücksicht und Vorsicht.

Nicht selten entsteht der Eindruck, dass Radfahrer leider immer noch zur Spitzengruppe der Verkehrssünder gehören: Abends Beleuchtungsmuffel, an der Ampel Rotlichtignoranten und gegenüber Fußgängern teils rücksichtslos. Der Helm wird nicht getragen zum Schutz, sondern als Zeichen der Kampfbereitschaft. Es wird Zeit, dass auch die Radfahrer sich um ein besseres Image bemühen.

Der ACE ist der Ansicht, dass der Paragraph 1 der StVO für alle Verkehrsteilnehmer gilt:
(1) Die Teilnahme am Straßenverkehr erfordert ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht.

(2) Jeder Verkehrsteilnehmer hat sich so zu verhalten, dass kein Anderer geschädigt, gefährdet oder mehr, als nach den Umständen unvermeidbar, behindert oder belästigt wird.
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
1 Kommentar
13.084
Eberhard :Dürselen aus Weimar | 03.04.2013 | 18:43  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige
Anzeige