ACE informiert: Wahlkampf beeinträchtigt Verkehrssicherheit

Bahnhoskreuzung in Saalfeld
 
Bahnhofskreuzung (die großen Plakate lenken ab)
ACE kritisiert „politische Kundenstopper“ – Verhaltenskodex vorgeschlagen

Saalfeld (25.08.2013) Der Kreisverband Saalfeld-Rudolstadt des ACE Auto Club Europa schlägt Alarm. Nach Ansicht des Clubs gehören Stellwände und Plakate der politischen Parteien in Wahlkampfzeiten zwar durchaus zum Straßenbild und auch zur demokratischen Kultur im Lande. Doch im Bereich von Kreuzungen, Ampeln, Einmündungen, Zebrastreifen und in Kreisverkehren hätten Wahlplakate „überhaupt nichts zu suchen“. Das sagt der Vorsitzende des ACE-Kreises Klaus Hollmann. Nach seinen Worten „beeinträchtigen falsch angebrachte Wahlplakate die Verkehrssicherheit.“ Sie müssten daher demontiert werden.

Autofahrer werden durch Plakate an prekären Stellen vom Verkehrsgeschehen abgelenkt, mitunter versperrten sie an hohen Masten auch die freie Sicht auf Ampeln und Verkehrszeichen, hat der ACE beobachtet. Selbst Ein- und Ausfahrten seien gelegentlich mit „politischen Kundenstoppern“ zugestellt. „Mir kommt es manches Mal so vor, als würden die politischen Parteien mit ihren Plakatwänden regelrechte Barrikadenkämpfe austragen wollen“, meint dazu ACE-Mann Hollmann. Er appellierte an die wahlkämpfenden Parteien, ihre Materialschlacht besonders an neuralgischen Verkehrsknotenpunkten einzuschränken. „Kinder sind dort besonders gefährdet, wenn sie wegen Plakatierung an Gehwegen von Autofahrern nur spät wahrgenommen werden können“.

Behörden sollen Verkehrssicherungspflicht ausüben
Der ACE schlug den Parteien einen freiwilligen Verhaltenskodex vor um Verkehrsgefährdungen durch Plakatierung vorzubeugen. Danach sollten sich die Parteien darauf verpflichten, ihre Plakate nur noch dort anzubringen, wo eine Verkehrsgefährdung sicher auszuschließen ist. Auch die Polizei und die kommunalen Behörden müssten in diesem Zusammenhang ihrer Verkehrssicherungspflicht nachkommen. Parteien, die bei der Plakatierung gegen den Kodex verstießen, sollten eine Spende an die heimische Verkehrswacht für Zwecke der Unfallverhütung entrichten, forderte der Club.

Informationsaufnahme und optische Reize

Im Normalfall können Kraftfahrer laut ACE drei bis fünf Informationen pro Sekunde aufnehmen. Kämen zusätzliche optische Reize, zum Beispiel Plakate, hinzu, würden Verkehrszeichen zwar noch wahrgenommen, aber erst dann, wenn der Fahrer sie bereits passiert habe.
Die Fotos zeigen den Bereich der Bahnhofskreuzung in Saalfeld. Schon im normalen
Verkehr haben "Auswärtige Kraftfahrer" Probleme mit der Verkehrsführung, jetzt werden sie auch noch durch die vielen Plakate "unbewußt" abgelenkt.

In Deutschland muss nach Angaben des ACE innerhalb geschlossener Ortschaften im Schnitt schon jetzt alle zehn Meter ein Verkehrszeichen beachtet werden. Bei dieser Dichte von Verkehrsschildern hätten Autofahrer bei Tempo 50 nur eine drei Viertel Sekunde Zeit, sich auf Ver- und Gebote einzustellen. Der ACE zieht daraus den Schluss, nicht nur den Schilderwald zu lichten, sondern auch Breschen in den Plakatdschungel der Parteien zu schlagen.
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