ACE macht Vorschläge für bessere Unfallverhütung

 
2013 kamen 462 Motorradfahrer alleine auf Landstraßen ums Leben, erinnert der ACE Auto Club Europa © ACE Auto Club Europa
Anlässlich des internationalen Welt-Gedenktags für Straßenverkehrsopfer (16. November 2014), hat der ACE Auto Club Europa wirksame Maßnahmen für mehr Sicherheit im Straßenverkehr angemahnt. Zugleich unterbreitete der Club Vorschläge für eine bessere Unfallverhütung. Nach Einschätzung des ACE liegt einer der wesentlichen Gründe für den Rückgang der Verkehrsopferzahlen 2013 in der stetig optimierten Fahrzeugsicherheit. „Die gesunkene Zahl der Verkehrstoten ist außerdem den lebensrettenden Eingriffen moderner Unfallmedizin zu verdanken.“

Gegen Ablenkung im Straßenverkehr vorgehen

Das Unfallgeschehen insgesamt befindet sich nach Darstellung des ACE weiter auf relativ hohem Niveau. Hier sieht der Club bei allen Akteuren weiteren Handlungsbedarf, das gilt in besonderer Weise auf dem Gebiet folgenschwerer Autobahnunfälle, wo zu hohes Tempo und zu dichtes Auffahren offenbar eine Rolle spielen. Als weitere Unfallursache hinzu kommt die um sich greifende Ablenkung durch die extensive Nutzung von Infotainment-Angeboten im Auto; diese Ablenkung ist zu unterbinden, so der Club. Geräte wie etwa Smartphones, die nachweislich die Verkehrssicherheit beeinträchtigen, sind während der Fahrt automatisch zu deaktivieren. Lassen sich die Hersteller im Rahmen einer freiwilligen Selbstverpflichtung nicht darauf ein, muss der Gesetzgeber für entsprechende Funktionsbeschränkungen sorgen, verlangt der ACE.

ACE wünscht eine Runderneuerung der nationalen Verkehrssicherheitspolitik

Politische Aktivitäten auf dem Gebiet der Verkehrssicherheit sollen nach Ansicht des ACE zu einer Aufgabe mit gesamtgesellschaftlichem Anspruch weiterentwickelt werden. Ziel der EU-Verkehrssicherheitspolitik ist es, die Zahl der Verkehrstoten bis 2020 im Vergleich zu 2010 zu halbieren. „Keiner kommt um. Alle kommen an“ – dieser Vorsatz beschreibt die Vision Zero als Strategie zur aktiven Unfallverhütung. Während sich Brüssel und mehrere deutsche Bundesländer diesem Credo verpflichtet fühlen, mangelt es der Koalition aus Union und SPD an einer entsprechenden konkreten Selbstverpflichtung, kritisiert der ACE. Vorschläge für mehr Verkehrssicherheit auf Bundes- und Landstraßen
Auf Landstraßen passieren nahezu 60 Prozent aller tödlichen Verkehrsunfälle in Deutschland. Im Jahr 2013 kamen 1.934 der insgesamt 3.339 im Straßenverkehr Getöteten auf Landstraßen ums Leben. Dabei gehört „nicht angepasste Geschwindigkeit“ zu den Hauptunfallursachen. Der ACE fordert deshalb die Unfallverhütungsforschung dazu auf, wirksame Maßnahmen vorzuschlagen, um dieser Entwicklung entgegenzusteuern. Der ACE verlangt außerdem, die Ergebnisse behördlicher Unfallstreckenanalysen grundsätzlich öffentlich zugänglich zu machen. Die im Zuge der verstärkten Vernetzung von Autos und Umwelt (Car-to-Car- und Car-to-Infrastructure-Communication) gewonnenen Erkenntnisse sind für die Ausübung der öffentlichen Verkehrssicherungspflicht und für die Verbesserung der Unfallverhütung nutzbar zu machen. Unfallschwerpunkte wie etwa Kurven sind zügig zu entschärfen; entsprechende Maßnahmen sind – gemessen an deren Wirksamkeit – zu priorisieren. Die neu in Kraft gesetzten Straßenbaurichtlinien sind auch bei Sanierung und Ausbau von Strecken strikt anzuwenden. Als wirksamer Beitrag für mehr Sicherheit und im Sinne eines günstigen Nutzen-Kosten-Verhältnisses ist unter anderem der drei-streifige Ausbau von Landstraßen mit wechselnden Überholspuren vorzusehen. Dadurch können Frontal-Crashs bei Überholmanövern verhindert werden. Wo beispielsweise unbefestigte Fahrbahnränder und Schlaglöcher zu einem erhöhten Unfallrisiko führen, sind im Zuge der Verkehrssicherungspflicht unverzüglich Gegenmaßnahmen einzuleiten.

Autonomes Fahren kein Tabu

Der ACE ermuntert die Fahrzeugindustrie dazu, Fahrerassistenzsysteme weiterzuentwickeln. Zugleich sollte die Forschung und Entwicklung auf dem Gebiet autonomes Fahren weiter forciert und intensiviert werden.Mehr Sicherheit im Straßenverkehr setzt nach Überzeugung des ACE die Bereitschaft voraus, auch solche Innovationen anzustoßen, die in völliges Neuland führen etwa auch in technischer und verkehrsrechtlicher Hinsicht. Entscheidend für den künftigen Erfolg des autonomen Fahrens ist, dafür gesellschaftliche Akzeptanz zu fördern und unbegründete Bedenken zu zerstreuen.
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