ACE sieht Parkhäuser als prekäre Problemzonen

 
Aussteigen ist ein Problem
Stuttgart (ACE) 05. November 2014 – Eng, dunkel, gefährlich: Die Situation in Parkhäusern und Tiefgaragen hat sich nach Einschätzung des ACE Auto Club Europa in den vergangenen Jahren nicht grundlegend verbessert. „Die Autos sind mit jedem neuen Modell breiter, höher und länger geworden. Doch die Stellplätze vor allem in den noch zahlreichen älteren Parkhäusern der Innenstädte sind nicht entsprechend mitgewachsen“, moniert der ACE und fordert rasche Abhilfe. Demnach sollen im Zuge von Sanierungsmaßnahmen, wo immer baulich möglich, aus drei Stellplätzen zwei gemacht werden. „Wir stellen uns eine Stellplatzbreite von nicht weniger als zweieinhalb Metern vor“, regt der ACE an. Außerdem sollen vor den Parkhauseinfahrten die Autofahrer durch Hinweistafeln unter anderem über die Breite und Länge der Stellplätze informiert werden. „In Parkhäusern und Tiefgaragen haben wir es häufig mit prekären Problemzonen zu tun“, kritisieren die ACE-Experten. Und weiter: „Es genügt nicht, wie heute schon üblich, nur auf die Höhenmaße aufmerksam zu machen.“ Parkhausbetreiber sollten nach Ansicht des ACE auch im Internet umfassend über die Raumverhältnisse ihrer Anlagen informieren.

Stellplatzbedarf von Autos um 13 Prozent gestiegen.

Die Stellplätze in älteren Parkgaragen platzen nach Beobachtungen des Clubs vielerorts aus allen Nähten. Grund: Der Flächenbedarf eines Durchschnittsautos ist in den Jahren 2000 bis 2010 um 13 Prozent (%) gewachsen; „diese Entwicklung dürfte sich in den vergangenen vier Jahren forciert fortgesetzt haben“, ist sich der ACE sicher. Der Club führt den sogenannten Bemessungs-Pkw an, er spiegelt die Referenzgröße von 85 Prozent aller im Verkehr befindlichen Pkw. Sie haben in ihren Maßen massiv zugelegt: Um 19 Zentimeter in der Länge von 4,58 auf 4,77 Meter (+ 4%) und um 15 Zentimeter in der Breite von 1,69 auf 1,84 Meter (+ 9%). Dabei handelt es sich laut ACE um Werte, die auf Veranlassung des Bundesverbandes Parken e.V. 2010 ermittelt und 2011 veröffentlicht worden sind. „Nimmt man die Abmessungen heutiger Neuwagen, darf man im Schnitt wahrscheinlich noch einmal mehr als 5 Zentimeter in der Breite dazurechnen“, schätzt der ACE. Dabei hat der Club die Maße der beiden Außenspiegel nicht dazugezählt. „Schon ein Mittelklasseauto ist einschließlich seiner Außenspiegel heute schnell mehr als 2 Meter breit. Dann bleiben bei einer vorgeschriebenen Stellplatzbreite von nur 2,30 Meter bis zur Markierung lediglich 15 Zentimeter Platz auf jeder Seite“, rechnet der ACE vor.

Garagenverordnung aus dem vergangenen Jahrhundert.

Zu den Folgen des größer gewordenen Autoumfangs gehört, dass in den meisten Parkhäusern der zur Verfügung stehende Seitenraum zum Öffnen der Türen gefährlich knapp wird und Beschädigungen des benachbarten Fahrzeugs vorprogrammiert sind. Die noch aus den 70er-Jahren des vorigen Jahrhunderts stammenden und bis heute in wesentlichen Punkten unverändert gültigen Garagenverordnungen schreibt für Stellplätze eine Breite von wenigstens 2,30 vor. Der ACE hält diese seit mehr als 40 Jahren gültige Maß für unzureichend und schlägt demgegenüber vor, im Zuge einer Novellierung der einschlägigen Verordnungen wenigstens die Breite auf nicht weniger als 2,50 Meter festzulegen. „Die Alternative wäre, mittels der Straßenverkehrszulassungs- Verordnung (StZVO) den Umfang von Pkw zu begrenzen, das aber wollen wir so nicht“, betont der ACE.
Nach Angaben des Clubs beträgt die in den Garagenverordnungen vorgeschriebene Mindestlänge von Parkbuchten 5 Meter, was sich mit Blick auf die Entwicklung der Längenmaße zahlreicher Automodelle bald auch als zu knapp erweisen kann

Im Internet: www.ace-online.de

ACE-Ratgeber: Worauf im Parkhaus verkehrsrechtlich zu achten ist.
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