ACE: Sonnenstrahlen gefährlicher als Nebelschwaden und Starkregen

Verkehrsunfälle: Witterungseinflüsse werden unterschätzt

Saalfeld (ACE) 04.März 2012 – Witterungseinflüsse üben auf das Verkehrsunfallgeschehen einen größeren Einfluss aus als gemeinhin angenommen. “Viele Autofahrer rechnen offenbar nicht damit, dass sich die Lichtverhältnisse morgens und abends unvermittelt und massiv ändern können” sagt der ACE-Verkehrssicherheitsexperte, Klaus Hollmann, vom hiesigen ACE-Kreisclub.

Vor allem diffuse Lichtverhältnisse erhöhen das Unfallrisiko. Eine besondere Gefahr geht nach Darstellung des ACE Auto Club Europa von einer tiefstehenden Sonne aus. Besonders zum Ende der Winterzeit und im Spätsommer kann die Sicht aufgrund des flachen Einfallwinkels der Sonnenstrahlen massiv beeinträchtigt werden. Verkehrsteilnehmer sehen sich dann mitunter so sehr geblendet, dass sie zeitweise sogar im Blindflug unterwegs sind und auch nicht mehr sicher erkennen können, ob eine Ampel grün, gelb oder rot leuchtet. Blendungseffekte könnten sowohl das Erkennen von Ampeln und Verkehrszeichen erschweren als auch zum völligen Sichtverlust führen.
“Schon bei einer Stadtgeschwindigkeit von 50 km/h führt eine Sekunde Blendung zu einem Blindflug von 14 Metern. Unter diesen Umständen wird ein Auto in einer Gefahrensituation zum unkontrollierbaren Geschoss, dessen Lenker kaum noch richtig reagieren kann.” erläutert der Experte des ACE.

Unvermittelt auftauchende Nebelbänke, die die Sicht versperren oder Aquaplaning auf der Fahrbahn infolge starker Regengüsse – davor fürchten sich Autofahrer am meisten. Doch an erster Stelle der Ursachen für witterungsbedingte Unfälle mit Personenschäden steht in Wirklichkeit grell blendendes Sonnenlicht. Dies geht aus einer Untersuchung hervor, die der ACE jetzt auf Grundlage von Zahlen des Statistischen Bundesamtes veröffentlicht hat. Zwei Drittel aller schweren Verkehrsunfälle, bei denen bestimmte Einflüsse des Wetters eine unfallauslösende Wirkung zugeschrieben wird, passieren demnach durch Blendung. 68,5 Prozent dieser Unfälle geschahen im innerörtlichen Bereich. Außerhalb geschlossener Ortschaften aber haben Unfälle durch Blendung besonders schwerwiegende Folgen, wahrscheinlich aufgrund der vergleichsweise höheren Geschwindigkeiten, die dort gefahren werden.
Während zwischen 1991 und 2010 die Zahl aller Unfälle mit Personenschaden um mehr als ein Viertel zurückging, wurde bei Blendungsunfällen eine Steigerung der Unfallquote um 231 Prozent festgestellt.

Der ACE mahnt deshalb, bei tiefstehender Sonne zu besonderer Vorsicht. Auch im Stadtverkehr etwa beim Abbiegen sind vorausschauende Fahrweise und ausreichender Sicherheitsabstand die beste Art der Unfallverhütung.

Um die Blendungsgefahr nicht weiter zu erhöhen, sollte auf eine innen und außen saubere Windschutzscheibe geachtet werden, ebenso auf den einwandfreien Zustand der Wischerblätter. Sinnvoll ist es auch, stets eine gute Sonnenbrille griffbereit zu haben
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