Ausnahmezustand Pubertät

Es war einmal ein Kind. Dieses Kind war 5 Jahre jung, süß und nett. Das besonderes an diesem Kind war, es sprach mit mir. Darüber wie es im Kindergarten war. Wer seine Freunde waren. Was es mit wem gespielt hatte. Ich durfte dieses Kind auch alles fragen. Ob es ihm gut geht, was es letzte Nacht geträumt hatte und auf was es sich am meisten freue.
Dieses Kind wurde nun älter. Und auch in diesem Alter wurde miteinander geredet und sich ausgetauscht - über die Dinge des Alltags. Ich freute mich darüber dass in ganzen Sätzen gesprochen werden konnte. Wir benutzen eine Vielfalt an Wörtern. Es war faszinierend wie wir mit unserer Sprache spielten.

Und eines Tages war nichts mehr wie es war.

Willkommen in der Pubertät.

Wenn die jungen Leute in der Pubertät sind, ist dies ein Ausnahmezustand für die ganze Familie.

Sprachlos sind wir dann und wollen einfach nur unsere Kinder wieder haben. Diese kleinen Süßen Dinger von früher. Unsere Gesprächspartner die uns zumeist alle unsere neugierigen Fragen bereitwillig beantwortet haben.

Stattdessen haben wir nun maulig wenig sprechende Mitbewohner. Jede Frage dir wir ihnen stellen ist zu viel und wird mit einem Brummen oder Kopfnicken/-schütteln oder Türen knallen beantwortet. Vorbei ist Zeit der entspannten Gespräche.

Und genau wie die Jugendlichen stehen wir nun vor einer neuen Sprache. Unsere Kommunikation hat sich verändert. Jetzt gibt es nicht mehr die Frage – Antwort Spiele bei denen wir nur die Frager waren. Nun müssen wir auch mal Rede und Antwort stehen. Haben wir dann Fragen werden diese nicht mehr so bereitwillig beantwortet wie früher.
Es kann passieren dass wir Angst bekommen uns Kind nicht mehr zu verstehen. Das es uns aus den Händen gleitet und wir nicht mehr ran kommen – an das innerste. Das wir keinen Zugang mehr haben und nicht mehr Teil seiner Welt sind.

Wie kann Kommunikation in der Pubertät funktionieren?

Oft ist es so dass die jungen Leute verstanden werden wollen. Sie wollen Zuhörer und hören ungern tolle Ratschläge von uns. Sie haben manchmal nichts zusagen und manchmal wieder so viel. Nie weiß man wirklich was als nächstes in ihrem Kopf vorgeht und dann aus ihrem Mund rauskommt.

Wie können wir uns als Eltern nun vorbereiten?
Wie können wir damit umgehen, mit dieser neuen Art von Kommunikation?
Wie können wir ihnen zeigen dass sie uns alles Fragen können?

3 Ideen für den Alltag:


1) Zeit nehmen

Wenn es zu einem Gespräch kommt, nehmen sie sich Zeit. Lassen sie kurz ihre Aktivität ruhen und konzentrieren sich sie auf ihr Kind. Wenn der Zeitpunkt ungünstig ist, teilen sie es mit und legen einen neuen Termin fest. Zu diesem Zeitpunkt haben sie dann definitiv Zeit und werden nicht vom außen abgelenkt.

2) Aktives Zuhören

Hierbei ist zu verstehen – seien sie mit all ihren Sinnen anwesend. Nicht in Gedanken an die liegen gebliebene Hausarbeit denken oder den Einkaufszettel schreiben oder gar das Lieblingslied mit summen. Jetzt hat ihr Kind und sein Anliegen oberste Priorität.


3) Seien sie empathisch

Egal mit welchem Thema ihr Kind zu ihnen kommt – es ist wichtig, vor allem für ihr Kind. Auch wenn sie die Nase rümpfen beim dritten Liebeskummer - für ihr Kind stürzt gerade die Welt ein. Seien sie mitfühlend. Erinnern sie sich an ihre Pubertät und wie viele Liebeskummer sie hatten. Versuchen sie sich in die jeweilige Situation hinein zu fühlen. So erhalten sie einen kleinen Ausschnitt von den Gefühlen ihres Kindes und können in der Kommunikation mitfühlender sein.
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige
Anzeige