Auswertung - Bundesweite ACE-Club-Aktion „Nadelöhr Haltestelle“

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ACE-Kreisclub Saalfeld-Rudolstadt untersuchte Verhalten an Bushaltestellen

Ergebnisse sind ernüchternd - Kaum ein Verkehrsteilnehmer hält sich an die Regeln – ACE appelliert an Vernunft der Verkehrsteilnehmer

Im Vorfeld der Aktion gab es ein Gespräch in der KOMBUS-GmbH in Saalfeld, um zu erfahren, an welche Haltestellen die Busse mit eingeschalteten Warnblinklicht heranfahren sollen.

Die Regel gilt seit 1995, ist aber offenbar ziemlich unbekannt oder wird ignoriert: Demnach darf der Bus im fließenden Verkehr mit eingeschaltetem Warnblinklicht nicht überholt werden (StVO Paragraph 20 Absatz 3). „Ich glaube, diese Vorschrift kennt kein Mensch“, sagt der ACE-Kreisvorsitzende Klaus Hollmann enttäuscht. Denn viele Fahrzeuge (49,2 Prozent) rollten am Bus vorbei, obwohl sich dieser mit eingeschaltetem Warnblinklicht der Bushaltestelle näherte. Weil es Gegenverkehr gab, konnte nicht immer überholt werden.

Gemeinsam mit Mitgliedern des Kreisclub, hat er in den Monaten Mai und Juni 2014 an entsprechenden Bushaltestellen in Saalfeld, Rudolstadt, Pößneck und Langenorla getestet, wie die geltenden Verkehrsvorschriften eingehalten werden, mit einem nachdenklich machenden - traurigem - Ergebnis.



Wenn die Busse mit Warnblinklicht an der Haltestelle standen, hat kaum ein Fahrzeug vorher abgebremst. Dabei darf an ihnen laut StVO § 20 Absatz 4, nur mit Schrittgeschwindigkeit und nur in einem solchen Abstand vorbeigefahren werden dass eine Gefährdung von Fahrgästen ausgeschlossen ist. Selbst Sperrlinien (Saalfeld, Langenorla) wurden ignoriert. 75,3 Prozent der Fahrzeugführer hielten sich nicht daran. Und die Schrittgeschwindigkeit gilt auch für den Gegenverkehr“, erläutert der ACE-Kreisvorsitzende. Schrittgeschwindigkeit bedeutet, eine Geschwindigkeit von lediglich 4 bis 7 km/h zu fahren! Hier war das Ergebnis noch schlechter. 83,8 Prozent der Fahrzeugführer hielten sich nicht daran, dabei waren besonders Transporter, vier LKW und sogar ein Bus beteiligt.

Insbesondere Kinder, die die Gefahren noch nicht richtig einschätzen können, sind bei diesen beobachteten Fahrweisen gefährdet.

4.541 Verletzte gab es laut einer Erhebung des Statistischen Bundesamtes von 2012 im Zusammenhang mit Omnibussen – 54 Menschen wurden getötet. Innerorts und außerorts. „Mich wundern angesichts unserer Untersuchungen diese Zahlen gar nicht“, schlussfolgert Klaus Hollmann und appelliert an die Vernunft aller Verkehrsteilnehmer: „Wir wollen Niemandem etwas Böses. Im Gegenteil. Im Dienste der Verkehrssicherheit wollen wir dafür sensibilisieren, dass es diese Regelung gibt und das diese sinnvoll ist.

Nehmt mehr Rücksicht - zum eigenen und zum Wohl der anderen! Haltet Euch an die Verkehrsregeln!“

Noch eine Bemerkung zur Fußgängerampel (Höhe Pioniersteg) in Saalfeld. Trotz „Rot“ ignorieren Fußgänger und Radfahrer das „Rote Licht“ und laufen bzw. fahren einfach darüber.
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