Bahnanlagen sind kein Abenteuerspielplatz

Polizeiobermeisterin Nicole Kittner von der Bundespolizeiinspektion Leipzig erläutert Schülern das richtige Verhalten im Bereich von Gleisanlagen und am Bahnhof. Foto: Andreas Abendroth
 
Im Rahmen einer bundesweiten Präventionskampagne "Bahnanlagen sind keine Spielplätze" warnt die Bundespolizei vor Gefahren an Bahnanlagen. In Kooperation mit der Deutschen Bahn AG wurde ein mit Originalteilen von ausrangierten Oberleitungsmasten und einem Stromabnehmer einer E-Lok gefertigtes Bahnstrommodell geschaffen. (mehr zu dem Modell im Text unter "Stromabnehmer". Foto: Andreas Abendroth
Hinweise und Tipps von der Bundespolizei

Von Andreas Abendroth

In ihrer Präventionsarbeit weisen die Beamten der Bundespolizei immer wieder auf die gefährlichen Situationen mit spielenden Kindern und Bahnanlagen hin. Besonders im Bereich des Verkehrsprojektes der Deutschen Einheit Nummer 8 - der Hochgeschwindigkeitsachse Berlin–München – wird eine sehr intensive Aufklärungsarbeit betrieben.
Einige wichtige allgemeine Hinweise für Eltern, Erziehungsberechtigte und Aufsichtspflichtige gibt Polizeihauptmeister Jens Damrau von der Bundespolizeiinspektion Leipzig. „Wir wollen auf die Gefahren, die vom Eisenbahnbetrieb ausgehen, hinweisen. Ohne erhobenen Zeigefinger. Erwachsene müssen sich auf die Sehgewohnheiten, beispielsweise von Kindern, einstellen. Sie sollen Vorbild sein und wissen wie und wo ihre Schützlinge ihre Freizeit verbringen. Denn: Bahnanlagen sind kein Spielplatz!“
Einige wichtige Punkte rund um den Bahnbetrieb sind:

Die Geschwindigkeit

Auf der neuen Hochgeschwindigkeitstrasse werden die Züge zum Teil mit 300 km/h unterwegs sein. - - Das bedeutet, dass während der Vorbeifahrt eine Sogwirkung entsteht, die Menschen mitreißen kann. Auf Bahnhöfen soll auf die weiße Linie auf dem Bahnsteig geachtet werden.
- Moderne Züge sind leise. Meist sind sie erst unmittelbar vor Passieren des eigenen Standortes zu hören.
- Ein Zug kann nicht so bremsen wie ein Auto. Ausgehend von 100 km/h steht dies bei rund 48 Metern. Ein normaler ICE hat einen Bremsweg von 500 Metern und ein Güterzug von 1000 Metern. Auf Grund der hohen Geschwindigkeit liegt der Anhalteweg dann bei rund 3000 Metern.
- Anders als Fahrzeuge auf Straßen können Züge Hindernissen nicht ausweichen.

Der Strom

Das Oberleitungsnetz der Bahn steht unter einer Spannung von 15000 Volt.
- Das bedeutet, dass bereits eine bloße Annäherung tödlich sein kann.
- Selbst bei einem Abstand von bis zu eineinhalb Metern kann der Strom in einem Lichtbogen überspringen.
- Man sollte immer genügen Abstand zu den Oberleitungen halten. Das Klettern auf Masten, spielen mit Drachen und Flugmodellen in der Nähe verbietet sich von alleine.

Der Bereich der Gleise

- Das Überqueren von Bahnübergängen bei blinkendem Warnlicht oder geschlossenen (Halb)-Schranken ist verboten.
- Das Bewerfen durchfahrender Züge aber auch aus dem Zug gefährdet Bahnbetrieb und Personen.
- Eine Unsitte ist es auch, Gegenstände auf die Gleise zu legen. Beispielsweise können zerfahrene Steine scharfkantige Splitter bilden, die wie nach einer Explosion unkontrolliert auseinander fliegen.

Informationen

Ein Faltblatt mit wichtigen Hinweisen zur Aufklärung von Kindern über die Gefahren auf Bahnanlagen kann kostenlos unter www.bundespolizei.de abgerufen werden.

Stromabnehmer: Im Rahmen einer bundesweiten Präventionskampagne "Bahnanlagen sind keine Spielplätze" warnt die Bundespolizei vor Gefahren an Bahnanlagen. In Kooperation mit der Deutschen Bahn AG wurde ein mit Originalteilen von ausrangierten Oberleitungsmasten und einem Stromabnehmer einer E-Lok gefertigtes Bahnstrommodell geschaffen. Was den meisten Zuschauern nicht bekannt war und was bei Präsentationen immer wieder festgestellt wird, dass man nicht unbedingt die stromführenden Teile berühren muss, sondern auch schon bei Unterschreitung des lebenswichtigen Sicherheitsabstandes von ca. 1,5 Meter sich ein Lichtbogen entwickelt. Dieser Lichtbogen mit einer Spannung von über 15.000 Volt führt bei dem Betroffenen oft zu lebensgefährlichen Verletzungen oder zum Tod.

Mehr zur Arbeit der Bundespolizeiinspektion Erfurt und zum Ausbau der Hochgeschwindigkeits-ICE-Trasse in Thüringen unter: http://www.meinanzeiger.de/saalfeld/ratgeber/mit-3...
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