Die Bauern sagen: Unsere Knollen sind wahre Fitmacher

Hartmut Kögles prüfenden "Kartoffel-Blick" entgeht nichts. Foto: Andreas Abendroth
Unterwellenborn: Kartoffelhalle Oberwellenborn | Bunte Kartoffelvielfalt mit jahrhundertelanger Tradition

Von Andreas Abendroth

„In manchen Bereichen wird die Kartoffel noch als „Arme-Leute-Essen“ gehandelt. Dabei gehört die Erdknolle seit langer Zeit zu den Grundnahrungsmitteln, ist aus der Küche nicht mehr wegzudenken“, betont Landwirt Stephan Höhn.
Gemeinsam mit seinen Kamsdorfer Kollegen ist er derzeit dabei, die geernteten Feldfrüchte zu sortieren und sie in Säcke abzufüllen. Die Kartoffeln haben klingende Namen wie Afra, Agria, Laura, Valisa oder Belana. Die Farbnuancen reichen von einem hellen Braunton bis hin zu einem Rot/Violett-Ton. „Die Erdäpfel werden von uns sehr behutsam geerntet. Jegliche Beschädigung muss vermieden werden. Doch der wahre Wert des Erdapfels steckt unter der Schale“, wird betont.

Danach erfahre ich, dass Kartoffeln eigentlich Fitmacher sind. „Der schlechte Ruf als nährstoffarmer Dickmacher ist ganz eng mit der Zubereitungsart verbunden. Das man sie zu Kartoffelchips und Pommes verarbeitet, in Fett ertränkt, dafür können unser Knollen nichts“, so Stephan Höhn. „Klar, richtige Bratkartoffeln schmecken mir auch sehr gut. Es kommt immer auf die Menge und auf das wie oft kommen sie auf den Tisch, an.“
Dagegen sind gekochte Kartoffeln, Pell- oder Ofenkartoffeln ein praktisch fettfreies Lebensmittel. Sie tragen zum Sättigungsgefühl bei, unterstützen eine gesunde Verdauung. Kartoffeln bestehen zu 77 Prozent aus Wasser und enthalten rund 15 Prozent Kohlehydrate in Form von Stärke. Dazu gesellen sich in kleinen Mengen verschiedene Mineralstoffe und Vitamin C. „Einhundert Gramm gekochte Erdäpfel enthalten nur 70 Kalorien. Reis und Nudeln legen da viel höhere Werte vor. Wie bei vielen Dingen kommt es immer auf einen ausgewogene Ernährung in Kombination mit Bewegung an“, betont der Landwirt.

Zum Schluss hat Stephan Höhn noch einige Ratschläge im Umgang mit der Kartoffel. „Sie ist ein Produkt der Natur. Und so sollte sie auch behandelt werden. Wer Erdäpfel in größeren Mengen einlagern möchte, sollte die Knollen nur von der groben Erde befreien und ja nicht waschen. Wichtig ist, dass sie dunkel, trocken und kühl gelagert werden. Außerdem sollte Luft an die Knollen kommen.“

Als kleinen Wink für die Besucher die in die Kartoffelhalle kommen, haben die Bauern eine große Anschauungstafel im Eingangsbereich aufgehängt. Das Thema natürlich: „Kartoffeln sind keine Dickmacher, sondern Fitmacher“.

INFORMATIONEN:

Der Stärkegehalt macht den Unterschied

- Frühkartoffeln haben nur wenig Zeit um Stärke zu bilden. Außerdem haben sie eine dünnere Schale und eine kürzere Haltbarkeitsdauer. Sie sind meist festkochend oder vorwiegend festkochend. Je länger eine Kartoffel Zeit zum reifen hat, umso mehr Stärke kann sie bilden. Das Ergebnis: Die Knolle wird mehliger. Deshalb sind erst unter den Spätkartoffeln die besonders stark mehligen Sorten zu finden.

- Mehr Infos gibt es in der Kartoffelhalle der Agrargenossenschaft Kamsdorf eG in Oberwellenborn.
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