Jobprofil: Herr Hübner, wie ist das Leben als Glasapparatebauer?

David Hübner baut eine neue Glasapparatur für ein Labor. Auch Reparaturen gehören mit zu seinen Aufgaben.
Langewiesen: Qsil |

„Quarzglas ist ein faszinierender Werkstoff. Es ist immer wieder spannend, ihn zu bearbeiten“, sagt David Hübner, Glasapparatebauer mit Leidenschaft. Dass bei seiner Arbeit immer mal wieder etwas zu Bruch gehen kann, gehört allerdings auch dazu.

Der junge Mann setzt seine Schutzbrille auf, platziert die Ohrenstöpsel und streift die Handschuhe über. Mit sicherer Hand fügt er ein langes Glasrohr in die Halterung einer großen Maschine ein. Daraus wird er in vielen Arbeitsschritten eine komplizierte Apparatur für ein Labor herstellen. Die Zeichnung an der Wand zeigt, wie das fertige Gerät aussehen soll. „Bevor ich anfange zu arbeiten, habe ich das Endprodukt bereits im Kopf zusammengebaut, ich muss mir ganz genau alle Arbeitsschritte im Vorfeld überlegen. Manche Apparatur besteht aus mehreren separat gefertigten Einzelteilen, die anschließend zusammengefügt werden müssen.“

Bei dieser Arbeit sind sehr gute Fingerfertigkeit, ein gutes Augenmaß und räumliches Denkvermögen gefragt – denn auf den Millimeter muss alles genau stimmen. Dazu gehört viel Übung.

David Hübner kann sich noch gut an seine Anfangszeit in der Ausbildung erinnern, wo er Kugeln geformt oder an ein Rohr eine Spitze gedreht hat. Oft verhielt sich das erwärmte Glas nicht wie gewünscht oder es ging sogar zu Bruch. Dann hieß es von vorne anfangen. „Das gehört in diesem Beruf dazu. Wichtig ist, sich von Rückschlägen nicht entmutigen zu lassen. Auch nach vielen Jahren Berufspraxis lerne ich noch dazu, bekomme so manchen Kniff von Kollegen gezeigt.“

Jedes Teil das seinen Arbeitsplatz verlässt, ist ein Unikat. Der Glasapparatebauer ist spezialisiert auf Spezialteile mit komplizierten An- und Einschmelzungen. Zum Einsatz kommen diese in Laboren sowie der Solar- oder Halbleiterindustrie. Mit geübten Handgriffen dirigiert David Hübner die 2000 Grad heiße Flamme um das Glasrohr. Die neue Apparatur nimmt langsam Gestalt an. Als Ausgangsmaterial dienen verschiedene Glasrohre . Diese können von ganz filigran mit 0,5 Millimeter Durchmesser bis hin zu 1000 Millimeter reichen.

Bei seiner Tätigkeit als Meister gibt er Lehrlingen seine Erfahrungen an der Maschine weiter und ist für die Kalkulation von Produkten zuständig.

Hintergrund


Wo?
Die theoretische Ausbildung erfolgt in der Berufsschule Ilmenau. Die praktische Ausbildung findet als duale Ausbildung teilweise im CJD Ilmenau und in den Unternehmen/Handwerksbetrieben statt.

Was?
chemische und physikalische Eigenschaften von Glas, Bearbeitung von Glas mit der Hand, Trennen, Biegen und thermische Verformung von Glas, Zusammenbauen von Apparaturen nach Konstruktionszeichnungen

Anforderungen?
Sorgfalt, Geschicklichkeit, räumliches Vorstellungsvermögen, technisches Verständnis

Wie lange?
Die Ausbildung dauert drei Jahre.

VITA David Hübner

• Realschulabschluss
• Ausbildung als Glasapparatebauer bei Qsil Langewiesen
• 2007 bis 2010 Meisterausbildung
• Arbeit als Meister für Spezialteile mit Einschmelzung

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